Projekttag zum 500-jährigen Reformationsjubiläum am Franziskus Gymnasium Nonnenwerth
LUTHER UND UNSERE ZEIT: WAS WÜRDE LUTHER DAZU SAGEN?
Remagen. Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Reformationstages veranstaltete das Franziskus Gymnasium Nonnenwerth am 30. Oktober einen Projekttag für die gesamte Schulgemeinschaft. Martin Luthers Leben und Wirken, seine Zeit und seine Thesen, aber auch unsere gute ökumenische Praxis an unserer franziskanischen Schule standen an diesem Tag im Mittelpunkt.
Gottesdienst und vielfältige Projekte
Am Morgen begann der Projekttag mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dieser war unter der Leitung von Religionslehrerin Frau Michels durch Schülerinnen und Schüler sehr ansprechend gestaltet worden und wurde von Pfarrer Michael Schankweiler gewohnt schülernah gehalten. In diesem erklärten Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassen und Religionen mit Rollenspielen und Auslegungen Thesenanschlag und Reformation. Es folgte eine Reflexionsphase im Klassenverband unter dem Motto „Was würde Luther dazu sagen? – Luther und die heutige Zeit“.
Nach dieser interessanten Stunde gingen die Schüler in Workshops, die sie zuvor aus einem breiten Angebot ausgewählt hatten, und arbeiteten in vielfältigen Projekten über Luther und seine Welt vor 500 Jahren.
So gab es zum Beispiel die Möglichkeit, eine von der Geschichtslehrerin Frau Dr. Thimann-Verhey gestaltete Ausstellung in der Bibliothek zu besuchen. Des weiteren konnten die Jugendlichen Filme über Martin Luther und seine Frau Katharina von Bora ansehen und dort viele Informationen aufnehmen.
In dem Workshop „Himmel, Hölle, Fegefeuer“ standen die Jenseitsvorstellungen vor 500 Jahren im Mittelpunkt: Was waren Ablassbriefe? Welche Vorstellungen existierten über das Jüngste Gericht und das Fegefeuer?
In einer Schreibwerkstatt lernte man mit Feder und Tinte wie in Luthers Zeit zu schreiben. Es wurden viele Schriften angefertigt, in denen Bibeltexte kalligrafiert oder eigene Thesen für die heutige Zeit ausformuliert wurden. Auch Drucke konnten im historischen Verfahren angefertigt werden – die Medienrevolution im Zeitalter Luthers. In einem weiteren Projekt stand Lukas Cranach als Künstler der Reformationszeit im Zentrum.
Mittagspause im Zeichen der Nachhaltigkeit
Nach den Workshops gab es eine zweistündige Mittagspause, in denen die Schüler sich ganz im Zeichender Nachhaltigkeit stärken konnte. Besonders beliebt war das Smoothie-Fahrrad, mit dem Pfarrer Martin Ahlhaus vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) zu Gast war. Durch die beim Strampeln auf dem Fahrrad erzeugte Energie wird ein Kirsch-Bananen-Smoothie gemixt, welchen der „Radler“ anschließend als Lohn für seine Arbeit erhält. Die Idee stammt ursprünglich aus dem Amazonas-Gebiet, wo Bauern so z.B. Maismühlen antreiben. Die Entwicklung dort wurde von „Brot für die Welt“ in enger Zusammenarbeit mit der MÖWe gefördert.
Daneben wurden hausgemachte Brotaufstriche, für die der Leyerhof das Gemüse spendete, Kuchenund exotisches Gebäck serviert. Zur sportlichen Betätigung konnte man in der Turnhalle Aikido-Übungen ausprobieren und Zirkuskunststücke kennenlernen. Ruhesuchende hatten in der Kreuzwegkapelle eine Anlaufstelle.
Vorstellung der Projekte
Nach einem zweiten Teil der Workshops nach der Mittagspause trafen sich alle Schüler noch einmal in der Sporthalle, um die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorzustellen. Es wurden einzelne Thesen für die heutige Zeit vorgestellt und erklärt. Auch von Schülerinnen und Schülern angefertigte Handschriften und Drucke wurden präsentiert.
Der Projekttag war ein voller Erfolg
Obwohl der Projekttag dazu führte, dass die Nonnenwerther – anders als fast alle anderen Schulen in der Umgebung – keinen Brückentag zu den folgenden zwei Feiertagen genießen konnten, wurde der Projekttag von allen Beteiligten als Erfolg wahrgenommen. Die Schülerinnen und Schüler lobten die vielseitigen und interessanten Projekte, denen sie sich frei von Stress hingeben konnten. Auch von Elternseite wurde das Engagement des Kollegiums, dem Reformationsjubiläum „gebührend Raum und Zeit“ gegeben zu haben (Berit Brandau), lobend herausgestellt.
Pressemitteilung Franziskus
Gymnasium Nonnenwerth
Schulleiterin Andrea Monreal steigt beim Smoothie-Fahrrad in die Pedale.
Höchste Konzentration bei der Kalligrafie.
Vorbereitungen für einen Druck.
