Allgemeine Berichte | 11.11.2021

„Lachen Helfen“ wird 25 Jahre

Der evangelische Militärbischof Dr. Felmberg (li.), neben Staatssekretär a.D. Dr. Tauber (re.) der katholische Militärbischof Dr. Overbeck, Prof. Sensburg, Generaloberstabsarzt Dr. Baumgärtner und Weitere. Foto: Lachen Helfen e.V.

Koblenz. Mitglieder von „Lachen Helfen e.V.“ denken normalerweise an andere, denen es schlechter geht: an Kinder in Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Nun standen die Helfer bei Festgottesdienst und Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen der Initiative von Soldaten und Polizisten im Casino in der Koblenzer Falckenstein-Kaserne selbst im Mittelpunkt. Dort hatte Hauptmann Peter Olf aus Lahnstein „zwei Hüte auf“: zum einen war er als Geschäftsführer des Casinos für den reibungslosen Ablauf verantwortlich, zum anderen ist er Vorstandsmitglied und Regional-Koordinator Südwest-Deutschland von Lachen Helfen e.V.. Am 27. März 1996 konnten im ehemaligen Jugoslawien eingesetzte deutsche Soldaten dem Elend der Menschen nicht länger tatenlos zusehen. Unter dem Motto „Teddybären für die Krajina“ wollten sie besonders das Leid der Kinder mindern und helfen. Projekte in Kroatien, in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo, machten den Verein schnell bekannt. Kinder, die Schwächsten aller Betroffenen, standen und stehen im Mittelpunkt, der heutige Vereinsname war schnell gefunden. Auch am Festtag drehte sich alles ums Lachen. Der Parlamentarische Staatssekretär a.D. Dr. Peter Tauber zitierte als Festredner den großen Philosophen Immanuel Kant: „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeit des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.“ Tauber ließ das erfolgreiche Vierteljahrhundert der Initiative Revue passieren und stellte fest: „Viele der Kinder, denen die Männer und Frauen von damals ein Lachen geschenkt haben, sind heute Erwachsene, haben selbst Kinder.“ Die Initiative sei ein lebendiges Beispiel Innerer Führung, die Verantwortung einfordere und es nicht gestatte, sie auf den Vorgesetzten oder die Gesellschaft zu delegieren. „Das bedeutet: Sieht man Not, ist man aufgefordert, etwas zu tun und nicht nur Meldung zu machen.“

„Lachen Helfen“ hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Hilfsorganisationen: Soldaten oder Polizeibeamte kommen an Orte, die für zivile Helfer zu gefährlich oder zu abgelegen sind. Sie können über einen langen Zeitraum Planung, Umsetzung und Fertigstellung von Baumaßnahmen begleiten, so dass kein gespendeter Euro in dunklen Kanälen versickert. Dienstleistungen, Baustoffe und Hilfsgüter werden lokal organisiert, ein weiterer Beitrag zur Stabilisierung der Lage! Peter Tauber, selbst Hauptmann der Reserve, wünschte der Initiative weitere erfolgreiche 25 Jahre. „Die Welt ist, wie sie ist. Wir werden auch in Zukunft Kinder sehen, denen nicht nach Lachen zu Mute sein kann. Ihnen zu helfen, ihr Lachen wiederzufinden, ist ein hoher Anspruch. Aber er ist vielleicht viel eher das, worauf es im Leben ankommt, als das, was wir sonst für wichtig halten.“

Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner und der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner sprachen ebenfalls Grußworte. Peter Olf hingegen freute sich besonders, „seinen“ Bürgermeister Adalbert Dornbusch zu begrüßen. Für den tollen musikalischen Rahmen sorgte die Dixie-Besetzung des Heeresmusikkorps Koblenz, worüber sich die beiden Militärbischöfe Dr. Franz-Josef Overbeck und Dr. Bernhard Felmberg ganz besonders amüsierten. Beim ökumenischen Gottesdienst vor der Feierstunde ertönte statt Orgelklang fröhlicher Jazz. Das erlebt man normalerweise bei einer solchen Zeremonie nicht. „Die Bibel hat Humor!“ so der Katholische Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck während der Einleitung des Gottesdienstes. Lachen Helfen stützt sich auf viele Partner. Beispielhaft: der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, mit dem 2008 die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet wurde. So freute sich Lachen-Helfen-Vorsitzender Oberstleutnant der Reserve (d.R.) Roderich Thien besonders über den Besuch des Präsidenten, Oberst d.R. Professor Dr. Patrick Ernst Sensburg, Mitglied des Deutschen Bundestages. Eindrucksvoll: der Bericht über aktuelle Kinderhilfsprojekte aus den Einsatzländern Afghanistan, Sudan und der Ukraine. Die Bilanz: seit 1997 wurden in 19 Ländern 4,4 Millionen Euro in 620 Projekte wie Spielplätze, Kinderkliniken, Schulen und Waisenhäuser investiert. Geschätzt wurde damit 325.000 Kindern ein Stück besseres Leben geschenkt! Mehr: www.lachen-helfen.de.

HH

Der evangelische Militärbischof Dr. Felmberg (li.), neben Staatssekretär a.D. Dr. Tauber (re.) der katholische Militärbischof Dr. Overbeck, Prof. Sensburg, Generaloberstabsarzt Dr. Baumgärtner und Weitere. Foto: Lachen Helfen e.V.

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