Kreppelkaffee der EKG
Lachen, Singen, Frohsinn
Bad Ems. Weiberfasching zählt mit zu den Höhepunkten im Karneval. Nicht nur in den Hochburgen sind die Frauen außer Rand und Band, nein auch in der wunderschönen Kurstadt an der Lahn, haben die weiblichen Narren das Zepter der Narretei fest im Griff. Mit Volldampf steuern die Karnevalisten in das Finale der närrischen fünften Jahreszeit. Die Bad Emser Karnevalsgesellschaft spendierte der Damenwelt einen bunten Blumenstrauß aus Musik, Comedy, Tänzen und Sketchen. Eine Vielfalt an bunten Kostümen, froh gelaunten Menschen strömten in den Theatersaal des historischen Kurhauses an der Lahn. Unter den hunderten von Frauen aus Bad Ems und Umgebung, befanden sich auch ein paar mutige Herren. Bereits vor dem offiziellen Programm war die Stimmung voll im Gang. Die Sitzungskapelle „Sunshine-Dance-Band“, spielte bekannte Lieder, wie „Hey Kölle“ (Höhner). Horst Leder (Hotte) Ex-Prinz (2013) der EKG zog die Frauen gesanglich mit Echte Fründe und „Herzilein“ (Wildecker Herzbuben), in seinen Bann. Dann öffnete sich der Vorhang, ein gut gelaunter gemischter Elferrat und Sitzungspräsident Frank Ackermann grüßten mit Helau. „Seid ihr alle gut drauf?“ - Ja, so die Antwort. Der Präsident freute sich über die voll besetzte „Gut Stubb“ und versprach der Damenwelt ein Showprogramm mit vielen Highlights. Die Karnevalsshowband „De Botzedresse“ aus Niederzissen kam extra aus Köln, ries die Jecken von den Stühlen und der Saal bebte. „Wenn am Himmel die Stääne danze“ (Klüngelköpp) als Zugabe, war nur ein Stimmungskracher aus dem Repertoire der „Kölsche Lieder“. Aus den eigenen Reihen der Bad Emser Karnevalsgesellschaft traten an diesem Nachmittag nochmal die Kinder und Jugendgarde, Viktoriagarde sowie die Solomariechen, Lucia Streicher und Julia Schmidt, mit ihrem tollen temperamentvollen, schmissigen Garde- und Showtanz auf. Eine erste Überraschung war der gemeinsame Auftritt der Senatorinnen und Senatoren der EKG, mit dabei der Senator 2018, Innenminister Roger Lewentz. Stadtbürgermeister Berny Abt griff in die Saiten seiner Gitarre und alle sangen „An Tagen wie diesen“ von den „Toten Hosen“.
„Lachen kann die Welt verbessern!“
Comedian, Bauchredner Frank Lorenz und sein Bühnenpartner aus Plüsch, der charmante „Affe Charly“ verstanden es innerhalb weniger Minuten, dem Sitzungspublikum die Lachtränen in die Augen zu treiben! „Wir sind heute hier, weil Charly was ganz besonders kann“. „Ja, ich kann machen, dass die Luft stinkt“. Hör auf damit, nein, Charly kann rechnen, was kommt nach sechs? - Eine Zigarette.“ Nach diesem Kracher tat dem Zwerchfell eine Erholungspause recht gut. Prinz Prinz Freddy I. von „Hotel und Beach“ mit Beachgirl Jacqueline Pollack, Hofkanzler Frank Spiegel zogen in den Saal ein. Vorneweg die „Lahngarde Fachbach“ des FCV in ihren schönen lilafarbenen Gardekostümen, gefolgt von der Viktoriagarde der EKG. Prinz Freddy I. grüßte die närrischen Untertanen und fragte das Volk: „Kennt ihr mich?“ Ein eindeutiges „Ja“. „Dann wisst ihr ja auch, woher ich komme, aus dem „Prinzen-Geburtsort“ Fachbach. Ich habe euch 31 junge, hübsche Funkenmariechen mitgebracht (Alter 3 bis 25).
Nach diesen Worten nahm Jacqueline Pollack das Zepter in die Hand, da der Prinz ja heute nicht viel zu sagen hat. Zwergmariechen, Nachwuchsgarde und Große Garde präsentierten gemeinsam im Wechsel, zu Ehren des Prinzen und der Narrenschar, ihre tollen Tänze und ernteten viel Applaus. Der Travestiekünstler Thomas Rau aus Frankfurt war ein weiterer Höhepunkt und brachte nicht nur die Damenwelt zum Grölen. Bekannt durch Funk und Fernsehen strapazierte er als „Olga Orang“ erneut die Lachmuskeln. „In Frankfurt, Frauenärzte nur noch für Privatpatienten. Habt ihr gewusst? Kasse muss jetzt an den Automat“. Warum Frauen ständig an sich herumdoktern lassen das wusste Werner Blasweiler von der KG Junge Alte Große aus Mayen, als „Dr. von Mayen“, gekonnt zu berichten. „Im Krankenhaus hatte ich eine Frau liegen, die lag im Koma. Die hat dann scheinbar eine Koma-nah-Erfahrung gemacht und hat den lieben Gott getroffen. Der sagte, sie hätte noch fünfzig Jahre zu leben. Das hat ihr wieder so einen Schub gegeben, dass sie aufwachte und sagte: Herr Doktor, das volle Programm, alles was so geht. Wir haben alles gemacht über Falten bügeln, Wangen aufspritzen und mehr.
Als wir fertig waren, geht sie aus dem Krankenhaus raus - patsch wird vom LKW überfahren. Sagt sie zum lieben Gott: „Du hast doch gesagt, ich hätte noch 50 Jahre zu leben“. Ja sagte der liebe Gott, tut mir leid, ich habe dich nicht mehr erkannt.“
Deutschlands bekannteste Parodistin Ellen Obier rockte als Tina Turner, Nana Mouskouri, Cher, Nena und Lady Gaga die Bühne. Eine Mischung aus eigenen Humor gepaart mit Selbstironie, faszinierte und bezauberte mit ihrem einzigartigen Solo-Programm „Ich bin alle Frauen“.
Tänzerische Höchstleistung und Akrobatik vom Feinsten
Das Männerballett aus Kamp Bornhofen „The Crazy Dudes“ vom KKC 84 mit ihrem Showtanz „Apachen“ brachten „Winnetou“ an die Lahn. Während „New Generation of Dufty Movies“ als fesche Matrosen das Kommando an Bord übernommen hatten. Beide Gruppen zeigten Perfektion, tänzerische Höchstleistung und Akrobatik vom Feinsten. Marcel Krämer aus Emmelshausen, Superfastnachter 2017, wusste genau wie die Vorgänger das Publikum zu begeistern. Natürlich durfte auch der alte Hase im Karneval, Krämers Karl „de Lohnsteiner Jung“ mit „Dieter und Inge“ nicht fehlen. „Und, sollt ich im Leben ein Mädel mal frei’n, dann muss es am Rhein nur geboren sein! So ein Quatsch - und suchst du im Leben ein Weib deiner Wahl, dann guck auf die Flocken der Rest ist egal.“ Als Zugabe gab es das Lied von der „Fleischwurst“ und alle sangen im Chor mit. Zum Ende dieser famosen Sitzung wurde es nochmal richtig laut. Die „Gugge mer ma“ aus Bad Ems brachten die Fasenachter noch mal so richtig in Schwung, dass der ganze Saal bebte.
Ein As im Ärmel hatte aber Frank Ackermann noch, bevor er sich bei den Jecken bedankte. Timo Ehmann, der sympathische Sänger aus dem Westerwald, entführte die Damenwelt mit seinen Hits u.a. „Sternenhimmel“ und „Bis ans Ende der Welt“ und sorgte so, für ein grandioses Finale des Kreppelkaffees 2018 der Bad Emser Karnevalsgesellschaft EKG. Ackermann hatte nicht zu viel versprochen und ließ die Menschen an diesem Tag durch Lachen, Singen, Frohsinn die Sorgen vom Alltag vergessen.
Hotte (Horst Leder) Eröffnung mit kölschen Stimmungsliedern.
Das große Finale mit dem Musikverein„Gugge me ma“ und Timo Ehmann.
Bauchredner Frank Lorenz und sein Bühnenpartner, der charmante „Affe Charly“
De Botzedresse aus Niederzissen sorgten für gute Musik.
