Lachtränen in den Augen beim Seniorenkarneval der Elisabethfrauen
Neuwied-Engers. Was große Säle nicht bieten können, schaffen die kleinen: Jeder kennt jeden, auch die Hobby-Schauspieler und Musikanten auf der Bühne. Und das führte zu einer ausgelassenen und heiteren Stimmung mit Lachtränen in den Augen im Pfarrheim St. Martin in Engers.
Anneliese Keßler begrüßte alle zum Karnevalsseniorennachmittag der Elisabethfrauen. Zum Auftakt spielten und sangen die Altstadt-Musikanten ein Schunkel-Potpourri mit Edgar Brachtendorf, Norbert Freese, Josef Jachmich, Werner Johann Keßler und Reiner Myke. Prinz Thomas I. von Alleh Hopp zu Helau mit Prinzessin Petra I. vom sprechenden Blech und die Heimbach-Weiser Obermöhn Silvia mit ihren Hofdamen wurden mit großem Applaus begrüßt.
Und dann ging’s los: Doris Michels und Monika Bonenberger spielten „Der Clown und das Mädchen“ mit besinnlichem Text über Freude schenken. Edgar Brachtendorf, der auch durch das Programm führte, stand in der Bütt mit „Opa ist der Beste von Europa“. Im Sketch „Bushaltestelle“ mit Anneliese Keßler, Petra Myke und Erika Steigerwald ging es um den verständnisvollen Umgang mit Demenz.
Christa Brett, ein echt Engerser Mädche und Tochter vom Nachkriegsprinz Reiffe Simm begeisterte mit „Ich suche einen Mann“. Doris Michels, ein Multitalent und seit Jahrzehnten im Engerser Karneval aktiv (Initiator und Trainerin der Dancing Girls), gab Einblicke in das Leben eines Strohwitwers. Top war der Sketch „Chinarestaurant“ als Nachfolge-Restaurant der Engerser Schloss-Schenke. Weil Chinesen nicht das „R“ sprechen können, gab es Lachstürme bei der Bestellung. Monika Bonenberger als Chinesin wollte stets die „Lummer“ wissen. So dauerte die Bestellung von Anneliese Keßler und Petra Myke länger als erwartet. Erika Steigerwald versuchte am Bürgertelefon, die meisten Anliegen zu lösen, sogar mit einer Kettensäge.
Die Kindertanzgruppe der Dancing Girls unter der Leitung von Jasmin Garzombke begeisterten mit ihren Tänzen das Publikum. Vor dem großen Finale bedankte sich Anneliese Keßler bei allen Aktiven, besonders bei den Damen in der Küche und im Service, beim Helferteam für Bühnenaufbau und für Tische und Stühle stellen und besonders bei Hans-Heinrich Steigerwald für Musik und Technik sowie bei Herbert Michels und Herbert Krupp. Zum Abschluss sangen alle das Medley „So ein Tag, so schön wie heute“ und „Im nächsten Jahr kommen wir alle wieder hierher zurück“. So endete ein unvergesslicher schöner karnevalistischer Nachmittag.
Ein Wermutstropfen im Nachhinein: Gretel Scheidweiler, selbst Jahrzehnte bis zum 90. Lebensjahr bei den Elisabethfrauen aktiv, nannte den Nachmittag einen der allerbesten und bedankte sich. Fünf Tage später erlag sie einem plötzlichen Herztod. Sie soll ein Lächeln auf den Lippen gehabt haben.
Doris Michels und Monika Bonenberger spielten „Der Clown und das Mädchen“.
