LandFrauen Bezirk Puderbach besuchten Westerwälder Drechselstube
LandFrauen besichtigen Kunst des Erzgebirges
Wienau. Die LandFrauen Bezirk Puderbach besuchten die Westerwälder Drechselstube von Rudolf Eich in Wienau. Da flogen die Späne bei der Herstellung eines kleinen Kreisels und eines Holzschälchens oder Pilzes. Erstaunlich, wie aus einem Stück Vierkantholz ein schmuckvolles Teil für den Webstuhl entsteht. Mit dem Webstuhl fing Rudolf Eichs Laufbahn als Drechsler an. Wie viel einzelne Werkzeugteil dazu gehören, bis ein Produkt fertiggestellt ist und vor allem was so ein kleines Werkzeugteil kostet, ließ die Besucherinnen staunen. Einen besonderer Tipp des Kunsthandwerkers: Echte Holzteile können einfach und effektiv mit Olivenöl gepflegt werden. Holzspäne mit Duftöl getränkt sind hervorragend zur Raumluftverbesserung geeignet. Manches Holz verströmt einen so starken Eigenduft, das die Späne natürlich ihr Aroma verströmen. Rudolf Eich berichtete, dass er dieses Handwerk erst nach Beendigung seines regulären bewegten Berufslebens – mit über sechzig Jahren – ordentlich erlernt und nach dreijähriger Ausbildung in Thüringen seine Prüfung abgelegt hat, da die Handwerkskammer in Rheinland Pfalz dieses Fach nicht prüfen kann. Er erlernte die Kunst des Erzgebirges und garantiert, dass seine kleinen Kunstwerke echte Handarbeit aus seiner Werkstatt sind. Es stimmt wieder einmal: Wer will, lernt nie aus. Heute gibt es kaum noch Interesse für dieses Handwerk. Allein in Thüringen sind von ehemals fast zweihundert Betrieben heute nur noch neun zu finden. Und im Westerwald? Wohl nur diesen einen. Es ist traurig, dass Rudolf Eich keinen Nachfolger für seine Werkstatt findet und sein Handwerkszeug nebst Maschinen letztendlich zu Schrott verwertet werden muss. Im Verkaufsraum konnten Webstühle aller Größen, Zierfiguren und Nutzgegenstände wie Eierbecher, Trinkgefäße, Schalen und mehr, käuflich erworben werden. Fazit:
Das Handwerk hat seinen Wert. Mit dem „Neuwieder Landkochbuch“ sagte die Besuchergruppe danke.
Auf der Terrasse der Flughafengaststätte Wienau gab es anschließend Kaffee und Kuchen, dazu eine kurze Einführung in die Entstehung des Segelflugs. Zu Gast war hier Emmi Rudzik, die aus ihren schwierigen Anfängen des Segelfliegens vor mehr als fünfzig Jahren berichtete. Damals war es noch nicht selbstverständlich, dass Frauen am Steuer eines Segelfliegers sitzen durften. Sie wurden als „Mannweib“ verschrien und mussten sich ihren Stand erkämpfen. Zum Glück war Emmis Mann Helmut Rudzik der Fliegerei seit frühester Jugend verbunden, so konnte er seine Frau das Fliegen persönlich lehren. Ihr größter Wunsch ist es, noch einmal mit einem Segelflieger aufsteigen zu dürfen und die Stille, nur das Rauschen des Windes, in der Thermik zu erleben. Die nächste Veranstaltung der LandFrauen Bezirk Puderbach findet am 13. September statt. Es geht nach Limburg an die Lahn zu einer sitzenden Stadtführung und einer Schifffahrt auf der Lahn. Anmeldungen hierzu nimmt Gisela Rodenbach unter Tel. (0 26 84) 73 77 entgegen.
Anschließend stärkten die LandFrauen sich mit Kaffee und Kuchen.
Webstühle aller Größen, Zierfiguren und Nutzgegenstände wie Eierbecher, Trinkgefäße oder Schalen werden in der Drechslerei gefertigt.
