Fußball-Rheinlandliga, 30. Spieltag
Lars Bohm macht den Sieg perfekt
SG Malberg/Rosenheim - SG Eintracht Mendig/Bell 0:1 (0:0)
Malberg. Die SG Eintracht Mendig/Bell kann auswärts doch noch gewinnen: Mit dem 1:0 (0:0) bei der SG Malberg/Rosenheim feierten die Vulkanstädter am 30. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga den ersten Sieg in der Fremde im Jahr 2018. Es war nach dem Erfolg beim Schlusslicht SG Badem/Kyllburg/Gindorf erst der zweite Auswärtssieg der gesamten Saison 2017/2018. Die Gastgeber mussten, vor 150 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz in Malberg, die zweite Heimniederlage in Folge hinnehmen. Das Tor des Tages erzielte in der 76. Minute Lars Bohm, zu einem Zeitpunkt, als sich beide Teams bereits mit einem torlosen Unentschieden abgefunden beziehungsweise angefreundet hatten, nachdem sie ein halbes Dutzend allerbester Möglichkeiten überwiegend leichtfertig vergeben hatten. Malbergs Trainer Michael Boll haderte vor allem mit dem Verlauf der ersten Hälfte, die seine Elf praktisch komplett brauchte, um ins Spiel zu kommen. Das lag zum einen an den vielen Nachlässigkeiten in der Defensive, die vor allem der Mendiger Marcel Berg hätte nutzen müssen, um sein Trefferkonto aufzubessern. Zweimal kam er in den Anfangsminuten ins Vier-Augen-Duell mit Torwart Matthias Zeiler, zweimal scheiterte er kläglich, weil er beim ersten Mal das Tor verfehlte (4.) und beim zweiten Mal den Pfosten traf, nachdem sich Zeiler bereits für die andere Ecke des Tores entschieden hatte (10.). Dazwischen lag eine Großchance für Damir Mrkalj, die Zeiler per Fußabwehr vereitelte (8.). Ähnliche Ausfallerscheinungen zeigte zwar auch die Viererkette der Gäste, sie wurden aber von Malberg in Hälfte eins zur zweimal genutzt, als sich einmal Yanick Tsannang auf rechts prima durchsetzte, ohne sich damit das nötige Selbstvertrauen für einen ordentlichen Abschluss zu holen, und einmal der gerade erst eingewechselte Nico Bähner mit einem platzierten 16-Meter-Schuss nur den Pfosten traf (45.). „Wir hatten schon etwas Glück, um mit der Null in die Pause zu gehen“, gestand Boll. Sein Gegenüber Cornel Hirt war der Verzweiflung nahe: „Ich habe noch nie eine Saison erlebt, in der meine Mannschaft so viele Torchancen vergeben hat - auch heute wieder.“ Soll heißen: Es waren ausschließlich Fehler auf der hintersten Linie, die in der tempoarmen Partie ohne große Risikobereitschaft auf beiden Seiten für Spannung und Unterhaltung sorgten, nur nicht für Tore. Bemerkenswert war immerhin, dass Malberg nach der Pause die Initiative ergriff und aus der Not eine Tugend machte. Für den Sechser Simon Weinlich, der sich in einem Kopfballduell wie der mit Kopfverband bis zum Ende durchspielende Kontrahent Jörg Jenke eine Platzwunde zugezogen hatte (39.), musste Boll den unberechenbaren Offensivspieler Nico Bähner bringen. Mit diesem Wechsel und den Umstellungen minimierte Malberg die Fehlerquote in der eigenen Hälfte erheblich und hatte - nach Standardsituationen - nach der Pause auch die ersten verheißungsvollen Tor- beziehungsweise Kopfballchancen durch Jan Nauroth und Kevin Kostka. Aber nur der Mendiger Bohm, bis dahin nur einmal gefährlich in Szene gesetzt, zeigte sich schließlich effizient, als er in der 76. Minute dem gerade erst in die Viererkette eingewechselten Steffen Gerhardus enteilte und einen feinen Steilpass von Damir Mrkalj zum Tor des Tages verwertete. Fortan folgte die druckvollste Phase der Gastgeber, allerdings ohne nennenswerte Folgen für die SG Eintracht Mendig/Bell. „Aufgrund der Großchancen haben sich die Gäste den Sieg verdient“, zeigte sich Boll als fairer Verlierer. „Wir haben in der zweiten Hälfte zwar dominiert, aber 35 oder 40 Minuten reichen nicht, um ein solches Spiel zu gewinnen oder zu drehen.“
SG Malberg/Rosenheim: Matthias Zeiler, Dennis Hombach, Kevin Kostka, Steffen Gerhardus, Albert Kudrenko, Yanick Tsannang, Sebastian Zimmermann, Simon Weinlich (45. Nico Bähner), David Jäger, Sven Heidrich (74. Peter Gerhardus), Jan Nauroth (67. Steffen Löb).
SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Milan Rawert, Florian Schlich, Jörg Jenke, Philipp Geisen, Matthias Strahl, Kodai Stalph, Marcel Berg, Damir Mrkalj (87. Florian Wirths), Lars Bohm, Malte Wedemeyer (68. John Rausch). Schiedsrichter: Mark-Oliver Ney (Wiesbaden). Zuschauer: 150. Tor: Lars Bohm (76.).
Lars Bohm (links) enteilt seinem gerade eingewechselten Gegenspieler Peter Gerhardus und markiert das Tor des Tages.
Diese Aktion von Marcel Berg (links) sieht etwas unorthodox aus. Der Malberger Albert Kudrenko muss nicht unbedingt eingreifen.
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