Hafenkonzert in Brohl mit dem 1. Kölner Shanty Chor
Lebendiges Seemannsbrauchtum
Am Pfingstsonntag, 4. Juni ab 11 Uhr in den Brohler Rheinanlagen
Brohl. Zum diesjährigen elften Hafenkonzert am Pfingstsonntag, 4. Juni konnte der Brohler Kulturverein „Aalschokker Katharina e.V.“ den 1. Kölner Shanty Chor verpflichten. Der Chor hat sich zur Aufgabe gemacht, die hanseatische Tradition Kölns lebendig zu erhalten. Immerhin hat Köln mit Lübeck die Hanse gegründet und war die bedeutendste Stadt der Binnenhanse. Zudem pflegt der 1. Kölner Shanty Chor das maritime Liedgut der früheren Frachtsegler. Der Chor hat ein umfangreiches internationales Repertoire von rund hundert solcher Lieder. Er verfügt über gute Sänger und Solisten, sowie professionelle Musiker, die erste Plätze auf internationalen Wettbewerben erworben haben.
Bundesweit und international gilt der 1. Kölner Shanty Chor als einer der besten Chöre seiner Art. Der Chor feierte 2016 sein 30-jähriges Bestehen. Zahlreiche Auftritte am Kölner Tanzbrunnen, auf Flusskreuzfahrschiffen, der Gorch Fock, der „Boot“ in Düsseldorf, um nur einige zu nennen, machen den Chor weit über die Region hinaus bekannt.
Was sind Shanties?
Shanties sind Volkslieder im wahren Wortsinn, Arbeitslieder des fahrenden Volkes auf großen Frachtseglern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Diese Lieder der Nachwelt zu erhalten ist Ziel dieses Shanty Chores. Die Lieder waren Arbeitsgesänge der Seeleute auf Frachtseglern und Walfangschiffen. Der Alltag an Bord war nüchtern und die Arbeit war hart. Nur gemeinsam ließen sich die schweren Segel setzen und die Anker lichten. Um hier einen gemeinsamen Arbeitsrhythmus zu finden, wurden Shanties gesungen.
Der Vorsänger „Shantyman“ genannt, gab mit seinem Vorgesang den Rhythmus vor und die Mannschaft antwortete mit dem Refrain und verrichtete dabei, im vorgegebenen Tempo, die entsprechende Arbeit, das Holen der Taue, das Drehen der Gangspills, die Arbeit an den Pumpen oder das Scheuern des Decks. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt änderte sich auch die Arbeit auf den Schiffen.
Maschinen singen keine Shanties. Allerdings ließ die Faszination der See und der Segelschiffe die Menschen niemals los. Bis zum heutigen Tag gibt es Komponisten und Texter, die sich mit diesem Genre beschäftigen. Eine Reihe dieser Schlager gehören daher auch zum Repertoire des Chores. Die Zuhörer können sich begeistern lassen, von den Liedern der See, denn eins ist gewiss, es gibt keinen Beruf, der so häufig besungen wurde wie der des Seemanns.
Das Konzert findet am Pfingstsonntag, 4. Juni ab 11 Uhr in den Brohler Rheinanlagen statt. Eintritt frei. Für die leiblichen Genüsse ist bestens gesorgt.
