Allgemeine Berichte | 28.02.2023

Passionsspiele in Schuld starten am 11. März

Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christ

Der verzweifelte Judas (Mario Stratmann).

Schuld.Judas, Pilatus, Maria, Johannes, Maria Magdalena und Mitglieder des Volkes sitzen bei Nudeln mit Hackfleischsoße im Pfarrheim von Schuld gemütlich beisammen und genießen die Mittagspause. Eigentlich fehlt nur noch Jesus, der ist aber erkrankt. Die Proben für die Passionsspiele - die ersten fanden 1978 statt - sind unverkennbar gestartet. Nach einer aufgrund tragischer Umstände abgebrochenen Saison 2008, dem Stopp knapp vor der Premiere wegen der Corona-Pandemie 2020 und nach der Flutkatastrophe vor gut eineinhalb Jahren soll dieses Mal alles glatt über die Bühne gehen.

Auch heutzutage sei die Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christ nämlich noch relevant, betont Matthias Beer. Fragen wie, „Wofür gehe ich zum Äußersten? Was ist meine Passion/Leidenschaft?“ seien weiterhin aktuell. „Zudem können wir an die Corona-Pandemie und die Flut anknüpfen, weil viele die Erfahrung machen mussten, das zu verlieren, worauf sie gebaut und vertraut haben“, so Beer. Der ehemalige Gemeindereferent der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land und langjähriger Schauspieler einer Theatergruppe feiert mit der Passion sein Regie-Debut.

Etwa 65 Frauen, Männer und Jugendliche aus Schuld und Umgebung sind unter anderem in den Bereichen Beleuchtung, Kostüme und Kartenverkauf aktiv oder besetzen eine von 45 Rollen. Teilweise gehören sie zum Ensemble der örtlichen Freilichtbühne oder haben schon seit Kindesbeinen Rollen in der Passion übernommen. Die Passion sei oft zu einer Art Familientradition geworden, in der noch heute Gemeinschaft intensiv erlebt wird, weiß Beer.

Im Fokus: Judas

Das Drehbuch des ehemaligen Schulder Pfarrers, Gerold Rosenthal, stammt aus den späten 70er Jahren und zeichnet sich durch die recht kurze Dauer von zwei Stunden, eine klare Sprache sowie ein zurückgenommenes Bühnenbild aus. „Die Vorlage konzentriert sich sehr auf den Text, der ziemlich geradeaus ist“, erklärt Beer, der nun in der Pfarrei Trier St. Matthias arbeitet. Prägnant für die Version in der Pfarrkirche St. Gertrud sei, dass Judas fast mehr im Mittelpunkt stehe als Jesus. „Wie kommt jemand dazu, seinen Freund und seine Hoffnung zu verraten?“, laute die Frage. So verwundert es nicht, dass der Darsteller von Judas am meisten Text zu lernen hat. Ein Glück, dass Mario Stratmann bereits vor drei Jahren für die Rolle vorgesehen war. „Einiges an Text war noch da.“ Im Vorfeld habe er sich eingehend mit Judas und seinem Leben auseinandergesetzt; zum Beispiel durch das Hören von Podcasts. „Und Matthias Beer hat mit mir den theologischen Hintergrund aufgearbeitet.“ Judas sei mehr als ein Verräter. „Man sieht seine Zerrissenheit“, sagt der 41-Jährige aus Adenau.

Es geht ans Eingemachte

Personen aus der Bibel noch einmal ganz anders kennenzulernen, sei eine Chance des Stücks – nicht nur für das Publikum, sondern ebenso für die Schauspielerinnen und Schauspieler, da sind sich alle Beteiligten einig.

„Zwischen Krippenspiel und Passion hat sich Maria stark entwickelt“, blickt zum Beispiel Beatrice Kasiaras auf das Leben der Gottesmutter. „Maria ist als menschliche Mama zu sehen“, berichtet die Erzieherin, die bereits als Kind in der Passion mitgewirkt und seitdem schon unterschiedliche Rollen besetzt hat. Die Rolle der Maria, die sie sich mit einer Kollegin teilt, spielt sie allerdings zum ersten Mal. Die Schulderin denkt, dass Maria sicherlich mit ihrer Rolle und der ihres Kindes gerungen hat. „Sie hat das alles nicht kommen sehen“, ist Beatrice Kasiaras sicher. In die Rolle tauche sie ganz automatisch ein, ihr helfe ihre eigene Erfahrung als Mutter dreier Töchter, und auch das Publikum werde sicherlich in den Bann der Geschichte gezogen: „Die Szenen und die Sprachen gehen ans Eingemachte“.

Auch Anika Brummer hat durch die Inszenierung einen neuen Zugang zur Person der Maria Magdalena erfahren. „Maria Magdalena ist eine selbstbewusste Frau, aber auch ganz normal und ruhig“, sagt die 19-Jährige. „Ich hatte sie anders eingeschätzt“, sagt die eine von zwei Darstellerinnen der Urzeugin der Auferstehung Jesu. Nach der Stärkung am Mittag geht es noch den ganzen Samstag mit Proben weiter. Bis auf eine kleine Karnevalspause finden bis zu drei Mal in der Woche Proben statt. Die mehr als 65 Menschen sind gut auf die Passion 2023 vorbereitet. Nun gilt es nur noch „toi, toi, toi“ zu wünschen. Die finanzielle Verantwortung teilen sich der Förderverein der St. Gertrud Kirche und die Freilichtbühne. Ab Samstag, 11. März bis 2. April jeweils um 19 Uhr (samstags) und 17 Uhr (sonntags) wird die Passion in Schuld aufgeführt. Den Abschluss findet die Saison an Karfreitag, 7. April um 15 Uhr mit einer letzten Aufführung. Weitere Informationen auch zum Vorverkauf gibt es telefonisch bei Resi Weiler unter Tel.: 02695-931860 oder per E-Mail an passion-schuld@web.de.

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

Der verzweifelte Judas (Mario Stratmann).

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Rund ums Haus
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Koblenzer Kneipengeschichten
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Aushilfskraft (w/m/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
25

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
11

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
9

Insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem ist eine Salmonellen-Erkrankung gefährlich

10.04.: Lebensmittelrückruf: Salmonellen in beliebter Haselnuss-Nougat-Creme

Region. Die Sächsische und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH & Co. KG ruft die Haselnuss-Nougat-Creme der Marke Nudossi auch aus dem rheinland-pfälzischen Handel zurück. Grund: Es wurden Salmonellen nachgewiesen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: ROB
12

Zwei Polizisten aufgrund von Schwere der erlittenen Verletzungen bis auf Weiteres dienstunfähig

06.04.: Nach Angriff auf Polizisten in Leverkusener Shisha-Bar: Polizei ermittelt gegen 22 Tatverdächtige

Leverkusen. Nach dem Angriff auf Polizisten in einer Shisha-Bar in Leverkusen-Opladen in der Nacht zum Montag (6. April) hat die Polizei Köln eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Insgesamt wird nach jetzigem Stand gegen 22 Angehörige einer Großfamilie ermittelt. Um den Tatablauf zu rekonstruieren, wertet die Ermittlungsgruppe unter anderem Bodycam-Aufnahmen der eingesetzten Polizisten aus.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
11

Federspielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst kürzlich installiert worden

10.04.: Koblenz: Unbekannte klauen brandneues Spielgerät von Spielplatz

Koblenz-Horchheim. Unbekannte Täter haben in der Zeit vom 09.04.2026 16:00 Uhr bis 10.04.2026 11:00 Uhr ein neu montiertes Federspielgerät vom Spielplatz hinter dem Gebäude der Sparkasse in Horchheim entwendet. Das Spielgerät war fest im Boden einbetoniert und erst vor kurzer Zeit installiert worden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund ums Haus
Hausmeister, bis auf Widerruf
Image Anzeige
Dauerauftrag 2026
Werbeplan 2026
Anlagenmechaniker
Stellenanzeige mehrere Stellen
Stellenanzeige
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Titelanzeige KW 15
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Anzeige KW 15
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige Lagerverkauf