Allgemeine Berichte | 07.06.2024

Erstaufführung in der Kirche in Selters

„Lebensmelodien“

Selters. „Lebensmelodien“ – in den unmenschlichsten Situationen der Verfolgung und Ermordung, zwischen Leben und Tod, sind diese Melodien entstanden. Die Musik hat geholfen in den Ghettos und Lagern zu überleben – oder auch von dieser Welt Abschied zu nehmen. Hinter den Lebensmelodien, die im Zeitraum 1933–1945 komponiert oder gesungen, gespielt, manchmal auch aufgeschrieben wurden, verbergen sich die Lebensgeschichten jüdischer Schicksale.

In einem Bildungsprojekt haben Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz in Montabaur einige dieser Melodien ausgewählt, sie neu arrangiert und mit ihren Ensembles einstudiert.

Ihr musikalisches Vorbild, Nur Ben Shalom, der das von der Bundesregierung geförderte Projekt ins Leben gerufen hat, erzählt über die Beweggründe, die ihn zur Gründung dieses Projektes veranlasst haben:

„In meiner Familie gab es einen Brief meiner Großtante Salomea, den Sie kurz vor ihrem Tod geschrieben hatte: ‚Meine Teuren!

Bevor ich von dieser Welt gehe, will ich Euch meine Liebsten einige Zeilen hinterlassen. Wenn Euch einmal dieses Schreiben erreichen wird, bin ich und wir alle nicht mehr da. – Unser Ende naht. Man spürt es, man weiß es. Wir sind alle, genauso wie die schon hingerichteten, unschuldigen, wehrlosen Juden zum Tode verurteilt. … Leider gibt es für uns keinen Ausweg, diesem grauenhaften, fürchterlichen Tode zu entrinnen. … Es ist nicht leicht, Abschied für immer zu nehmen, aber wir gehen schon lachend in den Tod. … Lebt wohl, lasset es Euch recht gut gehen und wenn Ihr könnt, dann nehmt einst RACHE!‘

RACHE – dieser Begriff ruft viele Assoziationen hervor. Aber was bedeutet er eigentlich? Können die Grausamkeiten des Dritten Reiches überhaupt gerächt werden? Und wie kann man der Aufforderung von Rache heute begegnen? Mit diesen Fragen setzte ich mich auseinander. Ich erkannte, dass mein Weg mit Salomeas Bitte umzugehen, nur der sein kann, die Stimmen derer, die zum Schweigen gebracht wurden, wieder erklingen zu lassen.

Als Musiker sehe ich meine Aufgabe darin, die Musik, die die jüdischen Meschen im Angesicht des nahenden Todes bewegt hat, zusammen mit ihren Lebensgeschichten, bekannt zu machen. Dies ist eine Transformation der Rache – ein Weg, um die eigentlich zum Schweigen gebrachten Stimmen wieder zum Leben zu erwecken und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

Am Landesmusikgymnasium hat man sich dazu entschieden, Nur Ben Shalom bei dieser Form der RACHE zu unterstützen! In jedem Jahr erarbeiten die Musiker ein Konzert aus den Melodien, die ihnen zugänglich sind, recherchieren die Lebensgeschichten zu den Melodien und bringen diese in Konzerten zu Gehör.

So kommen diese am Freitag, 14. Juni auch nach Selters!

Das Konzert findet um 19.30 Uhr in der Ev. Kirche statt.

Der Eintritt ist frei!

Es wird um Spenden für die Weiterarbeit an dem Projekt gebeten.

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