Wie eine kleine Kommune mit Ihrem Technologie- und Gründerzentrum Erfolg hat und warum

Leerstand war gestern - heute ist „volle Hütte“ angesagt

10.08.2020 - 15:45

Höhr-Grenzhausen. Mit dem Spatenstich im Jahr 2001 begann der Aufbau des Technologie- und Gründerzentrums „CeraTechCenter“ (CTC) in der Stadt Höhr-Grenzhausen. Höhr-Grenzhausen ist ein Mittelzentrum im Westerwald mit 9.595 Einwohnern (zum Stichtag 31.12.2019).

Die Stadt ist verkehrsgünstig an der Autobahn A 48 gelegen, sodass von hier aus der Raum Köln-Bonn sowie auch Frankfurt am Main innerhalb einer Stunde erreichbar sind. Darüber hinaus ist Höhr-Grenzhausen traditionell durch die Herstellung von Keramik geprägt und gehört zum sogenannten „Kannenbäckerland“. So ist es nicht verwunderlich, dass an der Stelle des heutigen Technologie- und Gründerzentrums einst die Keramikfabrik „Marzi & Remy“ stand. 2003 wurde das Zentrum feierlich eröffnet und wird seither von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH als 100 %-ige Tochter der Stadt Höhr-Grenzhausen betrieben. Der Bau des CTC wurde überhaupt erst durch die Förderung des Landes Rheinland-Pfalz möglich.

Als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema der Unternehmensgründung richtet sich das CTC an alle Gründer und technologieorientierte Unternehmen (vorwiegend aus dem keramischen Sektor) sowie an Hochschulabsolventen und Firmen, die entsprechende Bereiche auslagern und entwickeln wollen. Dabei werden insbesondere (Existenz-)Gründern und Projektteams passgenaue und flexibel nutzbare Gewerbeeinheiten in einem repräsentativen Umfeld angeboten. So können die tatsächlich gebrauchten Flächen auch für flexible Vertragslaufzeiten angemietet und damit individuell auf das Unternehmenswachstum reagiert werden. Zudem steht den Mietern ein umfassendes Leistungsspektrum zur Verfügung, das neben der Vermietung von Büro-, Labor- und Produktionseinheiten auch die Nutzung der Gemeinschaftsküche, Konferenzräume und Veranstaltungsflächen beinhaltet. Außerdem bietet das Technologie- und Gründerzentrum betriebswirtschaftliche Beratung (z.B. durch Unterstützung bei der Erstellung des Businessplanes) sowie Fördermittelberatung und unterstützt bei der Kontaktvermittlung zu Kapitalgebern und Netzwerkpartnern vor allem zum Bildungs- und Forschungszentrums Keramik e.V. (BFZK).

Durch dieses bewährte und zukunftsorientierte Netzwerk aus keramischen Einrichtungen und Instituten zeichnet sich der Standort Höhr-Grenzhausen besonders aus.

Zu den Mitgliedern des BFZK gehören: die Fachrichtung Werkstofftechnik Glas und Keramik der Hochschule Koblenz, die Berufsbildende Schule Montabaur (Außenstelle Keramik), die Staatliche Fachschule Keramik, das Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) der Hochschule Koblenz, das Technologie- und Gründerzentrum CeraTechCenter (CTC), das Keramikmuseum Westerwald, das Forschungsinstitut für Anorganische Werkstoffe-Glas/Keramik GmbH (FGK) und das Kompetenzzentrum European Centre for Refractories GmbH (ECREF). Hieraus entwickelten sich bereits Synergien, die gerade für Existenzgründer von großem Vorteil sind. Da die jungen Unternehmen auf die vielseitige technische Infrastruktur des Netzwerks zurückgreifen können, vermeiden sie Kosten für aufwändige Investitionen in der Gründungsphase. Zudem stehen in den Einrichtungen Experten und Fachpersonal für Rückfragen und Austausch zur Seite.

Gleichzeitig kann eine wirtschaftliche Auslastung der Geräte gewährleistet werden, wodurch sich die Anschaffung moderner Technik für die Institute zusätzlich lohnt.

Diese Kooperation hat für das CTC einen enormen Wert, da das Technologie- und Gründerzentrum allein nicht die neusten Techniken anschaffen und wirtschaftlich betreiben kann. Das CTC unterstützt durch die Bereitstellung von Gründereinheiten die Etablierung von Produkten und Prozessen, die in den Instituten entwickelt und erforscht werden und als (Aus-) Gründung Fuß fassen möchten.

Die Vermarktung der freien Gründereinheiten findet in Eigenregie bewusst überwiegend auf einschlägigen Immobilienportalen statt. Dies ist nur möglich, da sich das Technologie- und Gründerzentrum im Eigentum der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt befindet.

Darüber hinaus tritt die Gesellschaft durch diese Anzeigen vorwiegend mit kleineren Unternehmen in Kontakt, welche dann über die Wirtschaftsförderung innerhalb der Verbandsgemeinde auch an andere Eigentümer vermittelt werden können. So entsteht auf allen Seiten positive Hilfestellungen und Interesse. Zeitgleich tritt Höhr-Grenzhausen als attraktiver Wirtschaftsstandort hervor, da das niederschwellige Angebot auf Immobilienportalen Gründern, die erst ihren Weg im Unternehmertum finden müssen, unterstützt.

Mit der Überreichung eines Fördermittelbescheids durch das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz an die FGK GmbH, Hochschule Koblenz und Universität Koblenz-Landau startet 2019 die Etablierung eines Kompetenzzentrums für Additive Fertigung (vgl. auch keramischer 3D-Druck) am Standort Höhr-Grenzhausen.

Ziel ist es Ergebnisse aus der Wissenschaft in die Wirtschaft zu übertragen und diese für Unternehmen nutzbar zu machen. Dieses Kompetenzzentrum nimmt seinen Sitz im CTC ein und profitiert von Höhr-Grenzhausen als keramischem Zentrum. Dabei fügt es sich in das bestehende Netzwerk des BFZK und auch in die Mieterstruktur des CTC wunderbar ein, um so auch als Bindeglied zwischen verschiedenen Branchen zu wirken. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH und Stadtbürgermeister Michael Thiesen ist stolz, „dass wir hier in Höhr-Grenzhausen ein solches zukunftsweisendes Projekt ansiedeln konnten.“

Allein auf das Technologie- und Gründerzentrum betrachtet, führt die Ansiedlung zu einem gestiegenen Austausch der keramischen Gründungen untereinander und so auch mit Kunststoffherstellern trotz der unterschiedlichen Betätigungsfelder. Sogar ein Werkzeug- und Maschinenbauer entwickelt Interesse für Fertigungsteile des 3D-Druckers für Keramik. Darüber hinaus findet bereits ein reger Austausch aller Firmen hinsichtlich der Beschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie zu Fachkräften und Produktionshelfern statt. Hierbei entstehen dann auch Ideen zur Zusammenarbeit bezogen auf Produkte und Dienstleistungen als auch gegenseitiger Hilfestellungen.

So ist es der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH als Betreiberin des CTC jedes Jahr ein Anliegen, alle Mieter zu einem kleinen Austausch und Kennenlernen der neuen Gesichter einzuladen. In gemütlicher Runde bei leckerem Essen und dem ein oder anderen Bier finden dann Gespräche statt von „Und, was machst du schönes“ über „wie ist es dir bei der Gründung ergangen“ bis hin zu „sag mal, wie würdest du damit umgehen“ und „kannst du mir jemanden empfehlen“.

In diesem Jahr gehen die Betreiberin und die Mieter einen nächsten Schritt und laden zum Austausch auch die Kommunalpolitik zum gegenseitigen Kennenlernen und Vernetzen ein. Schritt für Schritt sollen so die Kontakte außerhalb des CTC und bestehender Unternehmensbeziehungen erweitert werden. Vor allem aber soll gemeinsam das Bestehen und die wichtige Funktion des Technologie- und Gründerzentrums für und mit seinen Gründern für die Region geehrt werden.


Kontakt:


Weitere Informationen rund um die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und zum CeraTechCenter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kannenbäckerstadt mbH erhalten Sie im Internet unter https://www.hoehr-grenzhausen.de/wirtschaft-technologie/wirtschaftsfoerderung/.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft erreichen Sie telefonisch unter 02624/ 94730 oder per E-Mail an info@ceratechcenter.de zu den Bürozeiten der Verbandsgemeindeverwaltung.

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juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
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