19. Hunnenlager der Tomburger Hunnenhorde
„Leert den Krug in einem Zug!“
König Attila lud befreundete Horden an seine Tafel
Wormersdorf. Allen Wetterunbilden zum Trotz lagerten die Wormersdorfer Hunnen am vergangenen Wochenende wieder am Fuße der Tomburg. Sie ließen sich vom Sturmtief „Zeljko“ nicht beeindrucken. Für Attila (Bernie Leesemann) stand es außer Frage, dass trotz der Unwetterwarnungen das 19. Hunnenlager stattfindet. „Wir haben noch nie ein Lager abgesagt und haben halb Europa im Sturm erobert“, betonte Attila. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen waren gleichwohl getroffen worden, um am Samstag ungestört das Hunnenleben zusammen mit vielen befreundeten Vereinen zu genießen.
Die Wormersdorfer Hunnen, Föderaten des Rheinischen Brauchtums und längst mit der Bevölkerung assimiliert, gewähren mit ihren jährlichen Lagern einen kleinen Einblick in die Sitten und Gebräuche der Hunnen. „Leert den Krug in einem Zug!“, hieß es an beiden Tagen zur Begrüßung der eintreffenden Gäste und der Vertreter der Stadt im Lager. Der geleerte Krug musste dann mit der Öffnung nach unten abgesetzt werden. Wer den Krug nicht so zurückstellte, musste einen weiteren Krug leeren.
Insgesamt elf Jurten waren aufgebaut und boten vor allem den zahlreichen Besuchern ein imposantes Bild vom Leben der Hunnen. Etwa 30 Vertreter der benachbarten Hunnenhorden waren dem Ruf Attilas gefolgt und erwiesen dem Oberhaupt der Wormersdorfer Hunnen ihre Ehrerbietung und Huldigung. Sie alle wurden von Krieger Bleda (Mirco Schmidt) zu den Klängen der Hymne „Conquest of Paradise“ an die Tafel von König Attila geführt. Auch beim 19. Hunnenlager waren die Auftritte der Tänzerinnen des Tribal-Stamms „Sarafi“ der „Hingucker“. Die Frauen hatten ursprünglich als Gruppe der Volkshochschule Bornheim mit Bauchtanz angefangen und widmen sich nun dem Tribal-Dance, einem Gruppentanz mit folkloristischen Elementen. Für die kleinen Besucher gab es Abwechslung auf der Hüpfburg.
Jedenfalls waren die Hunnenkrieger am Samstagabend nach dem Gelage müde und von den geistigen Getränken erschöpft. Auch Krieger „Vier Augen“, der vor der Jurte Attilas Wache halten sollte, war der Müdigkeit erlegen, und so konnten Krieger der Horde der „Schwarzen Hunnen von Sajan“ etliche „Weiber“ und Schmuck aus der Jurte Attilas entführen. Am nächsten Tag wurde dann am Hofe Attilas Gericht gehalten und der schuldige Krieger „Vier Augen“ zu drei Peitschenhieben, als Schmach für den Schuldigen ausgeführt von einer Frau, verurteilt. Die Strafe wurde sogleich vor den Augen der Besucher vollstreckt. Allerlei Kurzweil gab es auch am Sonntag wieder für die Besucher. Spannend waren der Wettbewerb im Bogenschießen und natürlich die weiteren Auftritte der Tänzerinnen. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Auf dem Grillplatz brutzelten Bratwürste und leckere Steaks. Die Hunnenfrauen hatten leckeren Kuchen gebacken, und unter den schützenden Zeltdächern saß man bei einem frischen Kölsch vom Fass in geselliger Runde beisammen. Für die passende Musik sorgte Charlie’s rollende Diskothek.
„Die Beute der Nacht“ wird zu Attila geführt.
