Dierdorfer Künstlergruppe „Uhrtümer“ zeigt 79 Arbeiten zum Thema „Lichtblicke“
Licht und Farben toben sich im Uhrturm aus
Für das elektronische Farbenspiel sorgt der Lichtkünstler Johannes Peters
Dierdorf. Den Uhrturm, sein Innenleben und die darin ausgestellten Bilder in einem vollkommen neuen Licht erleben können die Besucher der Ausstellung „Lichtblicke“. Künstler vorwiegend aus der Stadt zeigen hier ihre neuesten Arbeiten. Am Freitag, 30. November, wurde die Ausstellung eröffnet. Ansehen kann man sich die Bilder bis zum 16. Dezember samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Auf den vier Etagen des historischen Dierdorfer Uhrturms mit seinem noch voll funktionsfähigen, über 240 Jahre alten Uhrwerk des Neuwieder Uhrmachers Christian Kinzing, sorgen bunte Lichtinstallationen für wechselnde Farbatmosphären auf den ausgestellten Werken. Es sind die Künstler Ulrich Christian, Karl-Heinz Dominicus, Helga Gans-Eichler, Günter Oberländer, Axel Riedrich, Daniela Schneider, Helmi Tischler-Venter und Wolfgang Tischler, die hier ausstellen. Diese Gruppe bezeichnet sich als „die Uhrtümer“. Als Gast kam der jungen Künstlerin Selina Hammer die Ehre zu, ebenfalls von ihr gemalte Bilder im Uhrturm aufhängen zu dürfen. Das Multitalent Selina Hammer sowie ihre Schwester Chantal stimmten das Publikum bei der Vernissage mit Beatles- und Abbaliedern, gespielt auf E-Klavier und Saxophon, auf die farbenfrohe Ausstellung ein. Eine der Künstlerinnen selbst, Helmi Tischler-Venter, begrüßte die Besucher der offiziellen Eröffnungsveranstaltung persönlich. Sie sagte: „Ein wirklicher Vip-Gast unserer Vernissage ist der Lichtkünstler Johannes Peter, durch dessen Mitwirken die Ausstellung den Titel ,Lichtblicke‘ trägt. Er verwandelt die Arbeiten der Uhrtümer mittels Lichtprojektion, man sieht sie sprichwörtlich in einem anderen Licht.“
Dankbar erwähnte Helmi Tischler-Venter die Unterstützung der Ausstellung durch den Energieversorger „Lichtblick“, der sich wegen der inhaltlichen und begrifflichen Nähe zur Dierdorfer Ausstellung an der Finanzierung der Kosten beteiligt. Als Vertreter des Unternehmens nahm dessen Repräsentant Uwe Lederer an der Ausstellungseröffnung teil. Sodann nahm die Rednerin die Anwesenden mit auf einen Streifzug durch die Ausstellung: Ulrich Christian zeigt die Radierung „Die Himmelsleiter“ sowie sechs Acrylgemälde zum Thema Wasser und Wellen. Karl-Heinz Dominicus fotografiert Menschen und zeigt Charakterstudien im Negativ-Stil. Helga Gans-Eichler ist die Spezialistin für abstrakte Malerei. Wolf-Achim Hassel malt eigentlich die Bühnendekorationen für die Theateraufführungen am Martin-Butzer-Gymnasium. Jetzt hängen seine Arbeiten auch mal im Dierdorfer Uhrturm. Günter Oberländer malte seine alte Heimat, das Erzgebirge, in Pastellkreidefarben. Für Ansichten von der neuen Heimat, Dierdorf, verwendete er Aquarellfarben. Axel Riedrich ist mit Ölgemälden vertreten. Er brachte seine Faszination von Kuba auf die Leinwand. Daniela Schneider hat ihre Eindrücke von einem Aufenthalt in Vietnam künstlerisch festgehalten. Wolfgang Tischler „malt“ wie alle Fotografen mit Licht. Neue Sichtweisen lehrt er durch den Anblick einer Giraffe auf Augenhöhe oder eines überdimensionierten Krokodilkopfs. Im Himalaya-Staat Bhutan begegnete er einem riesigen goldenen Buddha, den er mit der aufgehenden Sonne in Szene setzte. Helmi Tischler-Venter setzte die Himalaya-Reise mit ihrem Mann in Acrylbilder mit landestypischen Elementen um, zum Beispiel der Ansicht eines buddhistischen Klosters. Die Gastkünstlerin schließlich, Selina Hammer, entledigte sich ihrer persönlichen Ungeheuer, indem sie sie mit Aquarell und Tusche auf Leinwand bannte und damit für immer los wurde.
Die Preisliste der insgesamt 79 größtenteils käuflich zu erwerbenden Arbeiten variiert zwischen 60 und 1.200 Euro.
Das Jahrhunderte alte Gemäuer des Dierdorfer Uhrturms bildet immer wieder einen spannenden Hintergrund für die Ausstellungen hier, besonders die diesmal sehr farbenfrohe Schau „Lichtblicke“.
Stadtbürgermeister Thomas Vis begrüßte nach der Künstlerin Helmi Tischler-Venter (Mitte) die ersten Besucher der aktuellen Ausstellung.
