Geschichtsverein Unkel e.V.
Literarischer Abend: Katastrophale Weihnachten
Unkel. Zum 100. Geburtstags von Leonard Reinirkens hatte der Geschichtsverein Unkel zu einem literarischen Abend in den Saal der Verbandsgemeinde eingeladen. Das Programm unter dem Motto „Katastrophale Weihnachten“ war inspiriert von dem gleichnamigen Buch Reinirkens': witzige, humorvolle und skurrile Weihnachtsgeschichten fernab der üblichen Romantik.
Eingeleitet wurde der Abend mit Mozarts Variationen zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, gespielt von Marc Unkel. Anschließend umriss der Unkeler Stadtarchivar Wilfried Meitzner in einem kurzen Vortrag die Persönlichkeit Reinirkens, die zeitlebens mit Unkel verbunden war. Er zog schon als Kind von sechs Jahren mit seinen Eltern an den Rhein, studierte nach dem Krieg Geschichte, Germanistik und Psychologie in Bonn und und war danach als Schriftsteller und als Autor für den Rundfunk tätig.
Die Mauskripte von rund 400 Hörspielen und Schulfunksendungen stammen aus seiner Feder. Vielen bekannten Sendeformaten wie „Zeitzeichen“ oder „Das Kalenderblatt“ hat Reinirkens seinen Stempel aufgedrückt. Daneben schrieb er Bücher, Theaterstücke und skurrile Geschichten, die sich bis ins Absurde steigern konnten. Beliebt waren die heiteren Kurzgeschichten, in denen er seiner Phantasie freien Lauf lassen konnte. 1980 ließ er das mittelalterliche Köln in der Fernsehreihe „Die Leute vom Domplatz“ aufleben. Origal-Tonaufnahmen von Reinirkens rundeten das Bild dieses leidenschaftlichen Rheinländers ab.
Die Theatergruppe des GVU erfreute die mehr als 60 Zuschauer im ausverkauften Gemeindesaal dann mit der Darbietung von zwei Episoden aus Reinirekens Buch „Katastrophale Weihnachten“ im Rahmen einer szenischen Lesung. Im „Wunder der heiligen Nacht“ erlebten die Zuschauer den Weihnachtsabend der Familie Hüsemann, der gar nicht friedlich und besinnlich verläuft. Statt einer Bescherung müssen die Hüsemanns ihren Kanarienvogel beerdigen und Handwerker verköstigen. Die Oma kommt ins Krankenhaus und die Teenager der Familie haben keinen Bock mehr auf das alljährliche Ritual.
Im zweiten Stück des Abends „Von drauß' vom Walde komm ich her....“ konnte das Publikum das Weihnachten der Bonner Republik nachempfinden. Ein Oberstleutnant aus dem Verteidigungsministerium und ein Oberregierungsrat aus dem Wirtschaftsministerium versuchen, gemeinsam Weihnachtsbäume zu stehlen. Statt im Schoße ihrer Familie landen sie erst bei der Heilsarmee und zum Schluss im Polizeipräsidium. Das Publikum war begeistert und dankte der Theatergruppe mit großem Applaus.
Mitglieder der Theatergruppe bei der Lesung.
