Ausstellung in Bad Breisig im Stadtmuseum
Macht betroffen und ruft auf zum Nachdenken
„Kriegsende und dann …? Der Kreis Ahrweiler 1944 bis 1946“ wird vom 24. Juni bis 21. August gezeigt
Bad Breisig. Die viel beachtete Ausstellung um Ereignisse und Hintergründe zum Kriegsende 1945 und dem Neubeginn in der hiesigen Region macht jetzt auch in der Quellenstadt Station. Ab Freitag, 24. Juni, wird sie zu sehen sein im Museum der Stadt Bad Breisig. 71 Jahre nach Kriegsende eine Dokumentation weit zurückliegender Begebenheiten? Muss das sein? In einer Zeit, in der politische Bewegungen mit auffallend nationalen Interessen wieder von sich reden machen, ist diese bemerkenswerte Ausstellung gerade für die Bürger, die das Dritte Reich und seine Folgen nur noch aus Erzählungen kennen, mehr als eine wertvolle Geschichtsstunde. „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, hat Wilhelm von Humboldt (1767 bis 1835) gesagt. Die Ausstellung „Kriegsende und dann? Der Kreis Ahrweiler 1944 bis 1946“ steht sicherlich unter dem Eindruck der weitsichtigen Äußerung dieses Weltgelehrten. Sie bleibt zeitlos aktuell – genauso wie die Ausstellung im Schultheißenhaus in der Biergasse. Zu den Machern der Bilder- und Dokumentenschau gehört der Bad Breisiger Heimat- und Militärhistoriker Wolfgang Gückelhorn. Sein Buch über die Ereignisse kurz vor Kriegsende und danach bildet die Grundlage. „In unserer Ausstellung … verdeutlichen wir, dass unser Heimatkreis im nationalsozialistischen Deutschland keine idyllische Enklave war, sondern Bestandteil dieses Unrechtssystems. Wir zeichnen den unheilvollen und äußerst verlustreichen Zusammenbruch in Grundzügen nach, ohne zu verleugnen, dass auch die militärischen Gegner große Verluste erlitten“, sagt Gückelhorn. Das leidvolle Ende 1944 und 1945 sei letztlich die Ursache dafür gewesen, dass Eltern und Großeltern mit Hilfe und unter Anleitung der Sieger einen beispiellosen Neuanfang schafften. Durch „unverblümte Wahrheiten“ solle die Fähigkeit geweckt werden, Vergangenheit und Gegenwart mit kritischer Distanz zu betrachten.
Es sind auch die Erinnerungen von Zeitzeugen, die diese Ausstellung so nachhaltig bemerkenswert erscheinen lassen. Oft Vergessenes wird zurückgeholt in die Gegenwart, ruft auf zu einer aktuellen Standortbestimmung. Die Ausstellung ist auch besonders geeignet für den Besuch von Schulklassen. Die Ausstellung „Kriegsende und dann – Der Kreis Ahrweiler 1944 bis 1946“ ist vom 24. Juni bis 21. August zu betrachten im Museum der Stadt Bad Breisig (Schultheißenhaus, Biergasse 28). Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Eintritt frei. Gruppenführung nach Vereinbarung – Anmeldung unter Tel. (0 26 33) 9 66 20.
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