Remagen feierte mit der Übergabe der Urkunde die Aufnahme in das Unesco-Welterbe „Niedergermanischer Limes“
Malu Dreyer nahm die Urkunde entgegen und gab sie an Björn Ingendahl weiter
Remagen. Groß prangte das Schild am Sonntag im Saal des katholischen Pfarrzentrum: „Wir sind Welterbe! Niedergermanischer Limes: Kastell Remagen“.
Unter diesem Schild übergab während des Festaktes die Leiterin der Koordinierungsstelle Welterbe im Auswärtigen Amt, Birgitta Ringbeck, die Urkunde zur offiziellen Ernennung an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Malu Dreyer gab die Urkunde direkt weiter an den Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl. Somit war alles perfekt: Remagen wurde mit der Urkunde offiziell ein Teil des rund 400 Kilometer langen Niedergermanischen Limes und mit seinem römischen Kastell in die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen.
Vor gut zwei Jahren hatte Frank Wiesenberg, der Geschäftsführer des Limes-Informationszentrum Römer-Welt, den 1022-seitigen Antrag zur Aufnahme des Niedergermanischen Limes in das Unesco-Weltkulturerbe in den Räumlichkeiten der Kulturwerkstatt erläutert. Das Gebiet des Niedergermanischen Limes erstreckt sich von Remagen knapp 20 Kilometer durch Rheinland-Pfalz, 220 Kilometer durch Nordrhein-Westfalen und 160 Kilometer durch die Niederlande. Der Antrag für die Aufnahme wurde von den Niederlanden gestellt. Beginn des Niedergermanischen Limes ist genau in Remagen und führt über Utrecht bis zur Nordsee. Bereits seit 2005 liefen die Planungen in Deutschland und den Niederlanden, seit 2017 wurde der Antrag vorbereitet und 2019 war ein erster Entwurf für den Antrag erstellt worden. Im Januar 2020 war der Antrag eingereicht worden und im Sommer hatte eine Experten-Kommission die Strecke bereist. Im Juli vergangenen Jahres hatte das Welterbekomitee der Unesco beschlossen, den Niedergermanischen Limes in die Liste des Welterbes aufzunehmen. Das ehemalige Kastell Rigomagus in Remagen ist der Beitrag von Rheinland-Pfalz zur Welterbestätte.
Zum Auftakt des Festaktes hatte Bürgermeister Björn Ingendahl neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Landrätin Cornelia Weigand die Vertreter aller Beteiligten Kommissionen und Komitees begrüßt. Sein besonderer Gruß galt natürlich Birgitta Ringbeck, die die Urkunde überreichte. Remagen sei der südlichste und zugleich einzige rheinland-pfälzische Beitrag zu dieser transnationalen, seriellen Welterbestätte vom niederländischen Katwijk an der Nordsee bis zur Mündung des Vinxtbaches in der heutigen Gemeinde Bad Breisig in den Rhein.
Ingendahl lud die Festgäste im Anschluss ein auf eine Reise in die Zeit vor etwa 1800 Jahren, in die Hochzeit des römischen Kastells „Rigomagus“. Ingendahl begleitete dabei einen Tag im Leben von Petronius Athenodorus, dem Präfekten, also dem Kommandeur des Auxiliarkastells in Remagen. Im Anschluss betonte der Bürgermeister: „Es ist unser Ziel, dass künftige Besucher der Welterbestätte hier in Remagen ebenso in die römische Geschichte eintauchen können, wie wir es eben für einige Minuten getan haben. Glücklicherweise sind hier in Remagen noch viele Spuren des römischen Kastells an ihren ursprünglichen Standorte zu bestaunen. Um eine adäquate Vermittlung des gesamten niedergermanischen Limes im Allgemeinen, der Ausgrabungen und Funde hier in Remagen im Speziellen ebenso wie die Verknüpfung zum obergermanischen-raetischen Limes leisten zu können, plant die Stadt Remagen unter anderem den Bau eines Vermittlungszentrum unmittelbar an den Resten der ehemaligen Befestigungsmauer des Kastells“, so Ingendahl.
Hierfür und für die Aufarbeitung der römischen Funde und des Umfeldes des Kastells habe das Land in den letzten Monaten schon sehr intensiv unterstützt und begleitet. Der Dank von Ingendahl galt dafür den VertreterInnen des Landesinnnenministeriums und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Sein Dank galt ebenso der katholischen Kirchengemeinde für die Bereitstellung des Pfarrheims und der Bäckerei Müller, speziell René Müller, für die Rigomagus-Torte zum heutigen Anlass.
Malu Dreyer dankte in ihrer Rede den Partnern aus den Niederlanden, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die das Projekt betreut hätten. Die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure habe mit der Aufnahme zum Welterbe nun ihren Höhepunkt erreicht. Herzliche Gratulationen galten der Stadt Remagen für eine weitere Attraktivität als Tourismusstandort. Gleichermaßen betonte die Ministerpräsidentin aber auch die Verpflichtungen, die mit einer solchen Ernennung einhergehen.
Den langen Weg hin zum Welterbe ließ die Generaldirektorin des rheinland-pfälzischen Denkmalschutzes, Heike Otto, Revue passieren. Ziel sei es, die gesamte Grenze des römischen Reiches, das im zweiten Jahrhundert seine größte Ausdehnung erreicht habe, zu Welterbe werden zu lassen. Im Jahr 1987 sei ein erstes Teilstück des Limes in die Unesco-Liste aufgenommen worden. Otto verdeutlichte die zeitlichen Abläufe des Kastells Rigomagus mit Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau. Die erste Militäranlage habe es in Remagen zu Zeiten der Zeitenwende, etwa Mitte des 1. Jahrhunderts, gegeben. In den Jahren 69/70 sei diese Anlagen zerstört und direkt danach auf einer Fläche von 110 mal 140 Metern neu aufgebaut worden. Otto betonte zudem, dass mit der Aufnahme des Niedergermanische Limes ins Weltkulturerbe die Arbeit noch nicht beendet sei. Die Erforschung des Limes werde noch Jahrzehnte des Forschens benötigen.
Landrätin Cornelia Weigand hob hervor, dass Remagen mit seiner 2000-jährigen Geschichte einer der ältesten Orte im Kreis sei. Neben der Besonderheit der Brücke von Remagen komme nun das römische Kastell und seine Aufnahme in das Weltkulturerbe hinzu. Im Anschluss an die informativen Reden und Dankesworte, wurde die tolle Torte angeschnitten und mit einem Gläschen Schampus die Aufnahme des Niedergermanischen Limes und damit auch des Kastells Rigomagus ins Unesco-Welterbe gefeiert. AB
Ministerpräsidentin Dreyer gibt die Urkunde zur Aufnahme ins Weltkulturerbe direkt an Bürgermeister Björn Ingendahl weiter.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Remagen.
Die römische Torte kreiert von René Müller (2.v.r.).
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