Allgemeine Berichte | 16.10.2019

Stadt Meckenheim dankte Grünpaten

Martin Herbst gab viele praktische Tipps für Hobbygärtner

Der technischer Beigeordnete Heinz-Peter Witt konnte sich über ein volles Haus im Bauhof freuen.Fotos: StF

Meckenheim. Über ein volles Haus am Bauhof konnte sich in der vergangenen Woche der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt freuen. Gemeinsam mit Susanne Reven vom Fachbereich Verkehr und Grünflächen hatte man alle aktiven Paten einer Grünfläche in Meckenheim zu einer Party eingeladen. Heinz-Peter Witt nutzte die Gelegenheit, sich bei den Paten für die geleistete Arbeit zu bedanken.

Bereits seit Jahrzehnten gibt es in Meckenheim Grünpaten. Verstärkt durch einen Aufruf im Jahre 2009 erhöhte sich die Zahl der „Hobbygärtner im Dienst der Stadt“ erheblich. Hinter diesem Engagement der Bürger steht die ehrenamtliche Pflege von städtischen Grünflächen im Straßenraum und auf Spielplätzen. Insgesamt verfügt die Stadt Meckenheim über ca. 8.500 Bäume sowie 42 ha Grünflächen, welche auf rund 5.000 Einzelflächen verteilt sind. Aus dieser Kleinteiligkeit resultiert ein sehr großer Pflegeaufwand.

Zu Recht ging die Stadt bei der Konzeption ihrer Party davon aus, dass die Paten auch sonst über den berühmten „Grünen Daumen“ verfügen und verband dies mit einem spannenden Fachvortrag. In diesem Jahr hatte man Martin Herbst aus Köln eingeladen, der einen Vortrag mit dem Titel „Bedrohte Insekten - was wir in unseren Gärten für die Artenvielfalt tun können“ hielt. Dieses Thema ist auch in Meckenheim hochaktuell, so musste sich die Politik auch in diesem Jahr mit dem Thema der Gestaltung von Gärten befassen, werden diese doch immer stärker in Steingärten verwandelt. Und es ist noch immer der Traum manches Grundstückbesitzers einen Rasen wie auf einem Golfplatz zu haben, der militärisch korrekt auf die richtige Länge gemäht ist und jedes Kraut sofort die Flucht ergreift. Inzwischen hat sich jedoch bei vielen die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Insektensterben auch für den Menschen problematisch sein wird. Wer jedoch auf Artenvielfalt setzt, der benötigt eine stabile Nahrungspyramide. Diese war früher durch die reich strukturierte bäuerliche Agrarwirtschaft gegeben. Die heutige industrielle Landwirtschaft sorgt jedoch für Monotonie. Wie dramatisch das Ganze ist, machte Martin Herbst in Zahlen deutlich. So beträgt das Insektensterben derzeit selbst in Naturschutzgebieten rund 80%. Wer dies auf den Nenner bringt, die Bauern sind schuld, der macht es sich jedoch viel zu einfach. Denn die Landwirte handeln aus ökonomischen Motiven, und der Verbraucher schaut am Ende doch fast immer auf den Preis und dies bedingt die Notwendigkeit, immer mehr und günstiger produzieren zu müssen. Aber auch jeder einzelne kann etwas beitragen, so gibt es heutzutage in den Gärten zahlreiche exotische Sträucher und Pflanzen, welche die Tierwelt jedoch nicht nutzen kann. Herbst machte dies an zahlreichen Beispielen deutlich und erläuterte die Eigenarten von Insekten und deren Möglichkeiten, an den Pflanzennektar zu kommen. Dabei appellierte er auch, unbequeme Insekten zuzulassen. So gibt es mehr als 700 Wespenarten, aber nur zwei davon gehen auch an den Kuchen auf dem Balkon. „Der tote Baum ist für das Leben so wertvoll wie der lebende Baum“, so eines der Schlagworte, mit dem er dafür warb, auch totes Holz im Garten liegen zu lassen. Der tote Baum oder das tote Holz bietet Lebensraum für mehr als 1300 verschiedene Käferarten.

Auch die von Gärtnern nicht besonders beliebten Blattläuse nahm er in Schutz, diese sollte man zwar eine gewisse Zeit ertragen, aber danach freut sich nicht nur der Marienkäfer über einen reich gedeckten Tisch, auch diverse Schmetterlingsarten sind glücklich über dieses Nahrungsangebot.

Der mit viel Beifall bedachte Vortrag löste im Anschluss eine ganze Reihe von fachlichen Fragen aus dem Publikum aus, wie man das denn im eigenen Garten am besten lösen kann. Diese wurden alle beantwortet und bei Würstchen vom Grill und einem Glas Bier kam man schnell in einen Dialog, wobei auch die Möglichkeit bestand, einmal den Maschinenpark des Bauhofs in Augenschein zu nehmen und mit den Mitarbeitern zu fachsimpeln. Heinz-Peter Witt bedankte sich gemeinsam mit Susanne Reven mit einem Präsentkorb mit Meckenheimer Spezialitäten beim Referenten. STF

Würstchen vom großen Grill bereiteten die Mitarbeiter des Bauhofes für die Grünpaten vor.

Würstchen vom großen Grill bereiteten die Mitarbeiter des Bauhofes für die Grünpaten vor.

Heinz-Peter Witt, Martin Herbst und Susanne Reven sorgten für einen informativen Abend für die Grünpaten der Stadt.

Heinz-Peter Witt, Martin Herbst und Susanne Reven sorgten für einen informativen Abend für die Grünpaten der Stadt.

Der technischer Beigeordnete Heinz-Peter Witt konnte sich über ein volles Haus im Bauhof freuen.Fotos: StF

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