Allgemeine Berichte | 06.07.2023

„Meckenheim hilft“ feiert zweijähriges Jubiläum

Feuerwehr-Fahrzeugübergabe an den Vorsitzenden von „Meckenheim hilft“ Stefan Pohl (Mitte). Foto: privat

Meckenheim. Am 14. Juli 2023 jährt sich die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz zum zweiten Mal. Die schrecklichen Ereignisse haben zu viel Trauer und Leid geführt, die Schäden der Flut sind teilweise immer noch nicht behoben.

Bereits am 15. Juli 2021 gründeten Brigitte Kuchta und Stefan Pohl die Initiative „Meckenheim hilft“. In den Räumen Am Hambuch 18 entstand innerhalb weniger Stunden auf einer Fläche von rund 500qm ein Warenlager sowie eine Einsatzzentrale zur Koordination ehrenamtlicher Hilfe in Meckenheim und der Region. Unterstützt von rund 50 Freiwilligen dienten die Räume als Zentrale für die Hilfe aus der Region für die Region. Es wurden Hilfsgüter angeliefert, diese wurden sortiert und verpackt - das ganze 16 Stunden am Tag! Es wurden Hilfsanfragen angenommen und ausgeführt.

Freiwillige aus ganz Deutschland waren am Standort um zu helfen, täglich wurden Hilfstransporte mit Lebensmitteln und technischem Gerät in die Schadensregion geschickt, es wurden viele Freiwillige koordiniert, die in Meckenheim dabei halfen, Keller auszupumpen, Keller leer zu räumen und Schäden zu beheben.

Nach rund 3 intensiven Wochen der Hilfe wurden die Kapazitäten, trotz Aufbau eines zusätzlichen Zeltes mit rund 100 qm Fläche in den Räumen Am Hambuch knapp. Dank der Hilfe von Norbert Kesternich entstand der Kontakt zur Firma Meckenheimer Bio-Energie. Diese ist Eigentümerin eines Logistikzentrums in der Buschstr. 13 in Meckenheim. Die Eigentümerin der Flächen stellte das Logistikzentrum kurzerhand „Meckenheim hilft“ zur Verfügung - kostenlos! Von Mitte August 2021 wurden die Hilfsgüter von dort aus sortiert, verpackt und ausgeliefert. Zusätzlich konnten Hilfsbedürftige zu den Öffnungszeiten Artikel des täglichen Bedarfs direkt dort abholen. Unter der Leitung von Friedel Groß wurde ein Team mit rund 40 Freiwilligen koordiniert, welches im Depot alle Hilfsgüter im Griff hatte.

Die Nachfrage sank bis zum Ende des Jahres 2021 massiv ab, so dass der Entschluss gefasst worden war, das Depot zu Ende Februar 2022 zu schließen. In den Monaten von Juli 2021 bis Januar 2022 konnten die Freiwilligen von „Meckenheim hilft“ vielen Hundert Menschen, die von der Flut betroffen waren, helfen – dafür danken wir allen, die uns dabei unterstützt haben!

Mit dem Krieg Russlands auf die Ukraine am 24.02.2023 änderte sich von einem Tag auf den Anderen alles! Bereits am 27.02.2022 fassten Brigitte Kuchta, Friedel Groß und Stefan Pohl den Entschluss, einen Hilfstransport auf den Weg zu bringen. Gut vorbereitet durch das Ukrainische Generalkonsulat mit ihrer Generalkonsulin Iryna Shum, wussten die Freiwilligen sehr genau wo welche Hilfsgüter benötigt worden. Aber auch im Bereich der Sicherheit wurde sich bestens vorbereitet und nichts dem Zufall überlassen.

Bereits Anfang März machten sich 8 Fahrzeuge auf den Weg ins Grenzgebiet Nahe der polnischen Stadt Korzcowa. Ein Teil des Hilfstransportes entlud seine Hilfsgüter auf polnischer Seite in einem Flüchtlingszentrum. Der andere fuhr seine Hilfsgüter, unter Polizeischutz, in eine Halle die als Spendenlager genutzt wurde. Auf dem Weg zurück konnte die Gruppe dabei noch eine Mutter und ihre zwei Kinder in Lviv evakuieren und diese mit nach Deutschland bringen.

Aber auch das Logistikzentrum bekam eine neue Verwendung, von März 2022 an wurden dort bis zu 300 Flüchtlinge in der Woche mit dem Nötigsten zum Leben versorgt - hier konnte Friedel Groß und das Team die Erfahrungen aus der Flut nutzen, um den Menschen zu helfen, diese kamen oft nur mit der Bekleidung am Leib in Deutschland an und wurden hier mit Hygieneartikeln, Bekleidung und anderen Sachen versorgt.

Seit dem ersten Hilfstransport waren die Freiwilligen von „Meckenheim hilft“ bereits mehr als 20-mal mit Hilfsgütern in der Ukraine. Es wurde eine Kooperation mit der Stadt Boryslav geschlossen. Dem ukrainischen Zivilschutz, dem DSNS, wurden bereits mehr als 20 Fahrzeuge der Feuerwehren oder des Rettungsdienstes in der Ukraine übergeben. Diese Fahrzeuge helfen dort, den immer noch intensiven Auswirkungen der Angriffe des russischen Militärs zu lindern. Dazu muss man wissen, nach dem Abzug der Russen aus der Region Kyiv wurden mehr als 150 Feuerwachen zerstört und rund 600 Fahrzeuge wurden zerstört oder sind verlustig.

Die Zusammenarbeit mit dem DSNS ist für uns mittlerweile eine der Hauptaufgaben in der Ukraine. Durch unser Netzwerk in Deutschland bekommen wir immer wieder Fahrzeuge und Technik der Feuerwehren. Diese Hilfe ist enorm wichtig für die Menschen in der Ukraine. Wir sind auch weiterhin auf der Suche nach Feuerwehrfahrzeugen, Rettungs- und Krankenwagen. so Stefan Pohl, Vorsitzender von Meckenheim hilft e.V.

In Deutschland wird „Meckenheim hilft“ von vielen Kommunen, z.B. der Stadt Stolberg, dem Kreis Euskirchen oder der Stadt Hamm unterstützt, aber auch Unternehmen wie RWE oder das Möbelhaus Porta unterstützen den Verein.

Brigitte Kuchta, Schatzmeisterin des Vereins freut sich immer noch über Spenden, denn die Überführung der Fahrzeuge und die Hilfstransporte verschlingen große Summen an Geld, Spenden sind herzlich Willkommen und es kann eine Spendenquittung dazu ausgestellt werden.

Der gemeinnützige Verein „Meckenheim hilft e.V.“ benötigt weiterhin finanzielle Unterstützung zur Durchführung der Hilfstransporte. Wenn Sie die Arbeit des Vereins unterstützen möchten, kontaktieren Sie „Meckenheim hilft“ gerne per Nachricht an mail@meckenheim-hilft.org oder unterstützen Sie mit einer Zuwendung auf das Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins: DE05 3705 0299 0072 0053 63.

Feuerwehr-Fahrzeugübergabe an den Vorsitzenden von „Meckenheim hilft“ Stefan Pohl (Mitte). Foto: privat

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