Allgemeine Berichte | 11.07.2019

Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V. (HWNG)

„Mehr Power bei der Umsetzung der Rückhalteräume“

Forderung nach einer deutlichen Benennung der Defizite und klarer Ziele

In Sachen Hochwasser besteht dringender Handlungsbedarf. Foto: privat

Mainz. Nach wie vor hält die „Hochwasserdemenz“ bei vielen Akteuren im Rheineinzugsgebiet an. Bislang sei nur knapp die Hälfte des bis 2020 geplanten Rückhaltevolumens geschaffen. Neue Zielvorgabe für die restlichen geplanten Retentionsräume ist 2030. Dafür müsse aber erheblich mehr Tempo bei der Umsetzung gemacht werden. Alle Bundesländer müssten endlich ihren Verpflichtungen nachkommen, forderte das Ehrenvorstandsmitglied der Hochwassernotgemeinschaft Rhein (HWNG), „Hochwasserpapst“ Reinhard Vogt, bei der Plenarsitzung der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) am 5. Juli in Liechtenstein. Die erheblichen Defizite und deren Lösungsmöglichkeiten müssten klar benannt werden, um mehr öffentlichen Druck zu erzeugen. Das Ziel des Aktionsplans Hochwasser „Senkung des Rheinwasserstandes um 70 Zentimeter mittels Schaffung von Rückhalteräumen bis 2020“ sei, mit einer Senkung um meist nur zehn bis 20 Zentimeter, größtenteils nicht erreicht worden.

Beim bisherigen Tempo der Umsetzung von Rückhalteräumen könne erst 2060 (!) damit gerechnet werden. Bedingt durch die Klimawandelfolgen sei aber auch dieses noch fraglich. „Um einen größeren Impuls zu geben, müssen die Ziele und Maßnahmen im Programm „Rhein 20440“, das unter anderem dem Aktionsplan Hochwasser ab 2020 folgen wird, ambitioniert und konkret formuliert werden“, so Reinhard Vogt. Es sei unumgänglich, wie schon in der Rheinministerkonferenz 2013 beschlossen, weitere Retentionsräume zu planen. Die HWNG habe die Bundesländer aufgefordert, nach konkreten Möglichkeiten neue Rückhalteräume zu suchen und diese im Rahmen der Hochwasserrisikomanagementplanung umzusetzen. „Es ist fünf nach zwölf hinsichtlich der notwendigen Schaffung naturnaher, effektiver Rückhalteräume,“ mahnte Reinhard Vogt. „Bei einem Extremhochwasser können zu erwartende Milliardenschäden am Rhein derzeit kaum vermindert werden!“

Zur Umsetzung der Maßnahmen schlägt die HWNG neue Wege des Oberlieger-Unterlieger-Ausgleichs, wie die finanzielle Beteiligung der Nutznießer von überregionalen Rückhalteräumen, vor.

Zudem müsse die Risikokommunikation auf allen Ebenen deutlich mit finanzieller und personeller Unterstützung verbessert werden, um den wachsenden Widerständen zu begegnen.

Vor allem im Hinblick auf mögliche Extremereignisse seien technische Maßnahmen jedoch auch begrenzt.

Hochwasseraudits und örtliche Hochwasservorsorgekonzepte

Schnelle und effektive Schadensminderungspotentiale sehe die HWNG in der Weiterentwicklung der öffentlichen und privaten Vorsorge. Dazu gehörten geförderte Hochwasseraudits und örtliche Hochwasservorsorgekonzepte, einheitlich im gesamten Rheineinzugsgebiet, sowie Steuererleichterungen oder direkte Beihilfen zur Eigenvorsorge. Insbesondere der Zugang zur Elementarversicherung müsse für die Betroffenen, die kaum auf staatlichen Schadensersatz hoffen können, erleichtert werden.

Eine wichtige Grundlage der Vorsorge sei die Präsentation der Gefahren- und Risikokarten vor Ort und die intensive Risikokommunikation, auch von Extremereignissen. Bislang würden die Schadenspotentiale weiter steigen, weil immer noch zu viel in Flussnähe gebaut werde.

Angesichts des Klimawandels müsse auch die Frage der Resilienz verstärkt diskutiert werden, erläuterte Reinhard Vogt. Schäden ließen sich, insbesondere bei einem Extremhochwasser, nur begrenzt vermeiden. Wichtig sei es Strategien zu entwickeln, wie man „Kritische Infrastrukturen (KRITIS)“, zum Beispiel die Strom- und Wasserversorgung, wieder schnell aktivieren kann.

„Alle Akteure im Hochwasserschutz - wir sitzen alle in einem Boot - müssen gemeinsam und sehr schnell die genannten, dringend notwendigen Maßnahmen umsetzen, damit die Rheinanlieger beim nächsten großen oder auch extremen Hochwasser am Rhein besser geschützt und mögliche Schäden durch Vorsorge minimiert werden!“, so das Resümee der HWNG.

Wann, wo genau und wie hoch es kommen wird, kann niemand sagen, aber: Das nächste Hochwasser kommt bestimmt und die Wahrscheinlichkeit hierfür wird immer größer.

Pressemitteilung der

Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V.

In Sachen Hochwasser besteht dringender Handlungsbedarf. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
  • Oliver Burggraf: Sehr schöne Vorabinfo vor dem Festival. Freuen uns schon drauf

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
Dauerauftrag 2025
Imageanzeige Werbeplan 2026
Werbeplan 2026
Kooperationsgeschäft
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Servicemitarbeiterin
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Nico Luo (rechts) und Julian Luo.  Foto: Fei Luo
33

Bendorf. Beim Landeswettbewerb Jugend musiziert in Mainz am 19./20. März haben die beiden Brüder Nico und Julian Luo aus Bendorf in der Wertung „Klavier solo“ große Erfolge erzielt. Die beiden hatten sich beim Regionalwettbewerb Ende Januar in Neuwied durch erste Preise für den Landeswettbewerb qualifiziert und ihr Programm in monatelanger Arbeit mit ihrem Lehrer, dem Pianisten Thomas Mombaur aus Ettringen, einstudiert und immer weiter verfeinert.

Weiterlesen

Mara Hermes ist überzeugt von der Bedeutung des Ehrenamts.  Foto: privat
29

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Blutspenden, Karnevalsumzüge oder auch Großveranstaltungen wie Rock am Ring wären ohne sie kaum denkbar: die Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit, helfen Menschen in Not und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. In der Reihe „HeimatHelden“ stellt BLICK aktuell Menschen vor, die diesem Engagement ein Gesicht geben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
17

Blaulichtmeile Koblenz am 09.05.2026

Thementag Kriminalprävention und Karriere in Koblenz

Koblenz. Die Polizei Koblenz lädt gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt, der Berufsfeuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz am Samstag, den 09.Mai 2026, ab 10:00 Uhr zu einem abwechslungsreichen Thementag am Löhrrondell in Koblenz ein.

Weiterlesen

Symbolbild.
75

Flucht trotz ausgelöstem Airback: Polizei stoppt Autofahrer unter erheblichem Alkoholeinfluss

22.04.: Kontrollverlust auf der B260: Alkoholisierter Fahrer flieht nach Unfall

Nievern. Am Abend des 22. April 2026, etwa um 20:15 Uhr, ereignete sich auf der B260 in Fahrtrichtung Bad Ems ein Unfall. Ein Fahrzeug geriet auf Höhe des Überfliegers im Nievern-Bereich außer Kontrolle, begann zu schleudern und stieß schließlich an den Bordstein. Der Schaden an der Felge war beträchtlich, und die Airbags des Autos wurden ausgelöst. Trotz dieser Umstände entfernte sich der Fahrer zunächst unerlaubt von der Unfallstelle.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Gesundheit im Blick
Anlagenmechaniker
Heizölanzeige
Floristik Meyer
Blumen Meyer Neueröffnung
Anzeige Uhren Vintage
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim
Maifest in Gönnersdorf
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Maifest Gönnersdorf
Gesundheit im Blick // Anzeige Kinder
Gesundheit im Blick
Innovatives rund um Andernach
Verwaltung Immobilien