Comedian Alain Frei mit grenzenlosem Gaudi Kapuzinerkloster
Menschliche Verhaltensweisen amüsant seziert
Cochem. Man nehme eine große Portion Ralf Schmitz, füge einen kräftigen Schuss Michael Mittermeier hinzu, mische es kräftig, und serviere es mit einem Spritzer Bülent Ceylan. Heraus kommt ein höchst amüsantes Unterhaltungsprogramm von Stand-up-Comedian Alain Frei unter dem Titel „Grenzenlos“, das er aktuell im städtischen Kapuzinerkloster zum Besten gab und sich dabei über ein volles Haus freuen konnte. Bekanntheit erlangte der gebürtige Schweizer und gelernte Schauspieler in Deutschland u. a. durch seine Auftritte beim RTL Comedy Grand Prix, im Quatsch Comedy Club, bei TV-Auftritten mit Gastgeber Dieter Nuhr, sowie den StandUpMigranten und der Kabarettsendung Night Wash. Als ständiger Angehöriger der Comedygruppe Rebell Comedy weiß er sein schauspielerisches Talent mit dem Können als Kabarettist und Stand-up-Comedian trefflich zu vermischen und zunächst alleine mit seiner Körpersprache zu überzeugen. Schnell räumt er bei seinem Auftritt auch mit dem gängigen Klischee auf, dass ein Schweizer eher durch Langsamkeit als Spontanität und Schlagfertigkeit auffällt. Mit schnellem Mundwerk und spitzer Zunge schafft er da tatsächlich annähernd zehn Sätze in fünf Sekunden, was vom Publikum mit Freude registriert wird. Noch amüsanter wird die Geschichte inhaltlich, denn Frei arbeitet sich ohne Vorbehalte quer durch menschliche Verhaltensweisen und weiß diese auf charmante wie scheinheilige Art amüsant zu sezieren. Parallel dazu prangert er aber auch Rassismus und Vorurteile gegenüber Mitmenschen und die oft schädlichen Auswirkungen durch das Internet an: „Schwarz und Weiß passen nur an einem Ort auf der Welt nicht zusammen - in der Waschmaschine“. Oder im Bezug auf das Internet: „Früher gab es in jeder Kommune einen Vollidioten - mit dem Start des Internet haben diese sich explosionsartig vermehrt“. Sportliche Wettkämpfe will Frei interessanter gestalten und bspw. beim 200 m-Freistil einen Nichtschwimmer mit an den Start lassen oder beim 100 m-Sprint der Männer persönlich gegen Usain Bolt antreten. Absolut kein Verständnis kann der Comedian für deutsche Sprichwörter aufbringen: „Das Kind ist in den Brunnen gefallen“ - wie schlimm ist das denn“, oder „der Drops ist gelutscht“. „Sagt man das eigentlich danach“, fragt er böse grinsend. Anschließend berichtet er humorvoll von eigenen Erlebnissen: „Bei einer Bahnfahrt in Bayern hielt plötzlich der Zug an und es erfolgte die Lautsprecherdurchsage des Lokführers - ich glaub`, wir haben uns verfahren!“ Oder: „In dem Hotelzimmer bei meiner letzten Tournee war der Schimmel nur an der Decke - er hat sich wohl vor dem schmutzigen Teppichboden geekelt!“ Mit der Aussage das die Schweizer tatsächlich nicht mit Skiern an den Füßen geboren werden und auch nicht ständig Schokolade mit sich führen, überzeugt Frei sein Publikum ebenso, wie mit dessen Einbindung per Frage und Antwortspiel. Auch hier bleibt er als Sieger wie Zweitplatzierter sehr sympathisch. TE
