Die Jecken der KG Freundschaftbund Dünstekoven feierten letztmalig im Saal Habbig
Mer fleje op Fastelovend
Swisttal-Dünstekoven. Ein Hauch von Wehmut schwappte durch den wieder mit viel Liebe geschmückten alten Dorfsaal Habbig. „Leider zum letzten Mal können wir hier in dem historischen Saal, dem ‚Gürzenich von Dünstekoven‘, unsere Prunksitzung feiern“, hatte der Präsident der rund 180 Mitglieder starken KG Freundschaftsbund Dünstekoven, Thomas Nöthen, schon vor dem Start des Programms festgestellt. Aber unter dem Motto „Mer fleje op Fastelovend“ schoben die Jecken in der „Helau-Enklave“ alles beiseite, was eine ausgelassene Prunksitzung stören könnte. Schon der Einmarsch des Vorstandes mit den Tanzgarden wurde zu einem wahren Triumphzug mit „Standing Ovations“.
Gute Stimmung war bei dem Programm garantiert
Gleich der erste Programmpunkt brachte den Saal förmlich zum Kochen. Die Kölsche Mundartband „Sibbeschuss“ mit Klassikern wie „Uns jeiht et joot“ von den Paveiern oder „Komm loss mer fiere“ von den Höhnern sowie eigenen Texten begeisterten die Karnevalisten. Ohne einige Zugaben konnte die Band den Saal gar nicht verlassen. Auch der Comedian und Kabarettist Wolfgang Trepper eroberte „sein“ Publikum in Sekunden. Mit seinem Auftritt mit rot-brauner Damenhandtasche ließ er insbesondere die Männerwelt an seinem Schicksal teilhaben. „Hier halt mal eben“, kommt es doch stets von der weiblichen Begleitung, wenn die unverzichtbare Tasche beim Shoppen stört. So verbringe der Mann Stunden oder gar Jahre damit, diese blöde Handtasche zu halten, da hofft „Mann“ nur, dass gerade kein Bekannter vorbeikommt. Aber auch einen vergnüglichen Rückblick in die Vergangenheit bot Trepper: Wie war das doch schön, als bei der ZDF-Hitparade Dieter Thomas Heck sagte, „dieser Titel war dreimal dabei, bitte nicht wiederwählen.“ Ja, das würde uns heute so manches ersparen, ist sich der Kabarettist sicher.
Gardetänze begeisterten das Publikum
Mit der Kölschen Show- und Party-BigBand „De Bajaasch“, Achnes Kasulke, die letzte deutschsprachige Putzfrau vor der Autobahn und der Kölsch Fraktion folgten weitere Highlights. Zwischen den Programmpunkten zeigten die Tanzgruppen der KG ihre schönen Gardetänze. Dabei trat die neu formierte Mittlere Tanzgruppe mit Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren erstmals bei einer Sitzung auf. Trainerin Tanja Braun und Betreuerin Anika Nöthen hatten mit den Mädchen den Gardetanz zu David Garetts „Smooth Criminal“ einstudiert. Später boten sie einen neuen Showtanz zu dem Lied „Ein verdammt guter Tag“ von Feuerherz.
Die Große Tanzgruppe präsentierte zu der Musik von Brings ihren diesjährigen Showtanz unter dem Motto „Rock – Let’s Rock“ sowie Tänze zu „Highway to hell“ von AC/DC und „I was made for loving you“ von Kiss. Die zehn Tänzerinnen im Alter von 18 bis 28 Jahren werden in diesem Jahr zum ersten Mal von Angelika Rippen trainiert, Betreuerin ist Elly Wagner.
Immer für Lachsalven gut war auch wieder das Männerballett „Dachkalle Meusche“. In einem bunten Outfit tanzten sie zu dem Motto „Kölsche Fiesta“. Trainiert werden die elf Männlichkeiten von Angelika Hennes und Katja Blindert mit Unterstützung von Karin Blindert.
Auch wenn es die letzte Prunksitzung im Saal Habbig war, „unser Karneval geht weiter“, so Präsident Thomas Nöthen. Im nächsten Jahr soll ein Festzelt hinter der Alten Schule aufgebaut werden, Ziel der Ortsvereine ist jedoch der Neubau eines Dorfhauses.
Mit Kölschen Liedern begeisterte die Mundartband „Sibbeschuss“.
