Karnevalsmesse in Dünstekoven war gut besucht
„Met Jesus künne mer janz narmal schwade“
Dünstekoven. Die Karnevalsmesse in Dünstekoven war wie normal, denn alljährlich wird diese in rheinischer Mundart von Pfarrer Michael Eschweiler zelebriert.
Die Karnevalsgesellschaft um ihren Präsidenten Thomas Nöthen ist an diesem Tag vollständig angetreten, denn für sie gehört diese Festmesse wie Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Aschermittwoch selbstverständlich dazu. „Kumm loss mer fiere und bedde.“
Diese Frühmesse war für den kleinen Ort sehr gut besucht. Pfarrer Eschweiler nahm sich dem Thema an, dass Jesus immer und überall für jeden da sei, dass er sich zum Beispiel der Schwiegermutter angenommen hat, obwohl diese Frauen zu jeder Zeit unberechtigt ein negatives Image hatten.
Ihm steht dabei das Lied von Willi Ostermann zur Seite, der bereits 1928 die böse Schwiegermutter besingt und dabei zum Schluss kommt: ’Wir brauchen sie, denn wo kämen sonst all die Mädchen her.‘ „Mit Jesus“, so Eschweiler, „kannst Du ganz normal reden.“ Eine Schwiegermutter war krank und das reichte Jesus schon, ihr zur Seite zu stehen. In dem er Mensch wurde, hat er auch sie in den Mittelpunkt gestellt.
Das solle auch der Schwerpunkt der heutigen Seelsorge sein, so Eschweiler.
Der Pfarrer appellierte an alle, die in der Kirche Verantwortung tragen:
Zu den Menschen gehen, in die Kneipe, zum Sportplatz, zum Frauentreff, im Seniorenheim und auch zum Fastelovend, dorthin, wo sich das Leben abspielt. Den Menschen zuhören und sie motivieren, ihre Fähigkeiten anzuwenden. Im Krankenhaus, wo er als Seelsorger tätig ist, sei es oft so, dass er einem Patienten nur die Möglichkeit geben muss, seine Sorgen auszusprechen. Seine Toleranz wurde dann geprüft, als Thomas Nöthen am Ende seines Grußwortes den karnevalistischen Ruf „Dünstekoven Helau“ ausrief. Und zum Schluss sangen alle zusammen das Lied „On wenn de Kirchejlock do schläät ...“.
