Richtfest in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach
Millionenschwerer Neubau des C-Flügels schafft Platz für 220 neue Insassen
Justizminister Thomas Kutschaty sieht in dem 34 Millionen Euro teuren Neubau eine Investition in die Infrastruktur der Region
Rheinbach. Als Polier Klaus Schlossarek seinen Richtspruch verkündet, das in einem Zug geleerte Schnapsglas in die Ecke einer künftigen Gefängniszelle gefeuert und Kranführer Silvio Theisen den Richtkranz hochgezogen hatte, war es vollbracht: Das Richtfest für den Neubau des Hafthauses C der Justizvollzugsanstalt Rheinbach wurde gefeiert. „Sicherheit braucht Substanz“, bemerkte der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) dazu. „Jeder, der in Nordrhein-Westfalen einen Haftplatz braucht, kriegt auch einen – auch wenn er ihn gar nicht möchte“, schmunzelte er.
Kutschaty sah in dem 34 Millionen Euro teuren Neubau nicht nur eine Investition in die Infrastruktur der Region, sondern vor allem auch in die 250 direkten und indirekten Arbeitsplätze an diesem Standort. „Rheinbach ist seit über 100 Jahren ein zentraler Justizvollzugstandort, der auch in Zukunft eine wichtige Stellung innerhalb der nordrhein-westfälischen Justiz einnehmen wird“, betonte er. Mit dem Neubau würden auch die Rahmenbedingungen geschaffen für einen modernen, behandlungsorientierten Strafvollzug, der besonderen Wert auf die Resozialisierung der Straftäter lege. Allerdings verlange das Bemühen um Resozialisierung auch den Gefangenen einige Anstrengungen ab. Denn nur, wenn diese zur Mitwirkung bereit seien, könne die Zeit in der Haftanstalt sinnvoll genutzt werden, um am Ende ein für die Gesellschaft wünschenswertes Ergebnis zu erhalten.
Wiedereingliederung in die Gesellschaft als Ziel
JVA-Leiter Hans-Jürgen Binnendruck betonte, in der seit 1914 bestehenden Haftanstalt Rheinbach finde schon seit langem ein fortschrittlicher, auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft gerichteter Behandlungsvollzug statt. „Wir arbeiten stetig an unseren guten Ruf und haben viel bewegt, nicht nur Steine.“ Die Fortentwicklung werde durch die Grunderneuerung in den vergangenen 20 Jahren und insbesondere durch das neue Unterkunftsgebäude mit seinen modernen Räumlichkeiten und durchdachten Grundrissen weiter gefördert und begünstigt. „Der neue C-Flügel bietet allen Beteiligten beste Rahmenbedingungen für eine engagierte und erfolgreiche Resozialisierungsarbeit“, war er überzeugt.
Bürgermeister Stefan Raetz sah die JVA „als integralen Bestandteil und wichtigen Arbeitgeber in der Stadt.“ Mit dem Neubau des C-Flügels bekämen die Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen, und auch die Insassen profitierten von den um drei auf elf Quadratmeter vergrößerten Haftzellen. Um die Zukunft der Arbeitsplätze mache er sich keine Sorgen, „denn die Fehlbarkeit des Menschen ist der Garant dafür, dass wir die JVA auch in 100 Jahren noch benötigen werden.“
Endspurt bei der Modernisierung der JVA Rheinbach
„Wir gehen mit dem Bau des C-Flügels in den Endspurt bei der Modernisierung der JVA Rheinbach“, ergänzte Gabriele Willems, die Geschäftsführerin des Bau- und Liegenschaftsbetriebes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW), der als Bauherr auftritt. Gleich danach geht es weiter mit einer neuen Küche, einer Wäscherei sowie der Erweiterung der Werkhallen. Rheinbach werde in gewisser Hinsicht Vorbild für viele andere JVA-Standorte in NRW, denen in den kommenden Jahren Bau-und Sanierungsmaßnahmen bevorstünden. Die Verbindung zwischen innen und außen werde immer wichtiger im Hinblick auf eine gelingende Resozialisierung, war sie überzeugt.
Der neue C-Flügel ist ein viergeschossiger Neubau mit zwei Schenkeln und soll rund 34 Millionen Euro kosten. Hier entstehen 220 neue Haftplätze auf einer Fläche von 6300 Quadratmetern, die wohl Anfang 2019 an die „Nutzer“ übergeben werden. Der Flügel C ist als reines Hafthaus geplant und soll etwa 14,40 Meter hoch und 15,40 Meter breit sein. Die beiden Schenkel sind 80 und 65 Meter lang. Die Zellen der Inhaftierten liegen nahezu deckungsgleich übereinander. Ergänzt werden diese durch Peripherieräume und die Aufsichtsräume für das Personal. Das Erdgeschoss ist ausschließlich einigen „dienenden“ Funktionen vorbehalten, wie etwa der „Kammer“ für den Zu- und Abgang mit Registrierung der Gefangenen. Nach der Fertigstellung beherbergt die JVA Rheinbach etwa 600 Insassen. JOST
Foto: Volker Jost
Justizminister Thomas Kutschaty sieht in dem 34 Millionen Euro teuren Neubau eine Investition in die Infrastruktur der Region. Foto: Volker Jost
Am Richtkranz des Neubaus freuen sich (von links) BLB-Geschäftsführerin Gabriele Willems, Justizminister Thomas Kutschaty, Gefängnisdirektor Hans-Jürgen Binnendruck, Bürgermeister Stefan Raetz und Heike Blum-Schröder vom BLB auf den neuen C-Flügel. Fotos: -JOST- Foto: Volker Jost
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