Gemeinschaft und Leidenschaft im Mendiger Karneval
Mir säin Ääns!
Mendiger Karnevalisten produzieren mitreißendes jeckes Tanzvideo
Mendig. Die Mendiger Karnevalisten tanzen. Das tun sie seit vielen Jahren, und das tun sie sehr gut.
Diese Session allerdings werden sie ihr Können nicht auf den Bühnen und in den Säälen der Region zeigen künnen. Doch die Mendiger können ihre aktiven Jecken dennoch in Bewegung sehen: Gemeinsam haben die Vereine ein Video produziert, das in den Sozialen Medien besten Anklang findet.
Geschnitten wurde dieses Video von Anne Hennemann, die berichtet: „Wir sind natürlich total überwältigt von der Resonanz, die wir durch das Video erfahren haben. Es war wirklich für uns alle eine spannende Aktion, bei der wir alle bis zur letzten Sekunde mitgefiebert und gehofft haben, dass sie auch wirklich gut ankommt und zum einen ein wenig Karnevalsstimmung vermitteln kann, aber auch nach Außen zeigt, dass wir allen Umständen getrotzt haben und dennoch gemeinsam eine so tolle Sache auf die Beine gestellt haben.“
Mit ihrem Gemeinschaftswerk haben die Karnevalisten sich selbst überrascht, erzählt Anne Hennemann: „Ich habe das Video ja zusammengeschnitten und von den meisten die erste Reaktion ungefiltert mitbekommen, als ich die erste Version den einzelnen Vertretern der Vereine geschickt hatte. Und alle waren ausnahmslos überwältigt. Ich glaube, dass zu Beginn der Aktion nicht jedem klar war, wie stark das Ergebnis am Ende wirken wird und wie deutlich rüber kommt, dass wir dort alle irgendwie ein kleines Einzelstück einer großen Sache werden.“
Trost trotztrauriger Erkenntnis
„Natürlich sind wir alle Herzblut-Karnevalisten und durch das Video wurde uns allen auch irgendwie klar: Es wird tatsächlich keinen Karneval geben in der Session 2020/2021. Das hat man vorher immer ein wenig verdrängt. Schon beim Schnitt sind mir ehrlich gesagt die ersten Tränchen gekullert... und das ging den Anderen beim Anschauen ganz genauso. Von Gänsehaut, über Tränen bis Beifall war eigentlich alles dabei.
Für uns hatte sich die Sache schon gelohnt, als wir noch nicht wussten, wie gut es ankommen wird. Und es hat uns auch gezeigt, dass wir immer irgendeinen Weg finden werden für den Mendiger Karneval, offensichtlich sind wir kreativ genug - und das ist doch toll!“, so Anne Hennemann.
Der positive Effekt des Videos soll möglichst lange anhalten., hofft sie.
„Sicher hat uns dieses Projekt auch zusammengeschweißt, der Zusammenhalt ist gerade riesig, weil wir nun mal eben alle dieselbe Leidenschaft für den Karneval teilen.
Deshalb war uns auch die Botschaft ‚Mir säin Ääns‘ so wichtig. Diese hatte uns ja schon durch eine fantastische Session mit Prinz Simon, Prinzessin Susi und deren tollen Hofstaat begleitet.“
Bei Anne Hennemann zu Hause herrschte am Tag der Veröffentlichung ein jeckes Treiben: „Auch wenn uns das Video nur teilweise über den Ausfall des Sessionsstarts hinweg trösten konnte, so hat es uns einen unvergesslich spannenden Tag bereitet.
Wir haben permanent so viel Feedback bekommen, alle Kommentare bei Social Media verfolgt, gebannt beobachtet wie viele Aufrufe noch dazu kommen... gefühlt hatte ich telefonisch eine Standleitung zu so vielen Leuten an dem Tag... das war fast schon, als hätte man doch gemeinsam gefeiert.“
Ein positiver Nebeneffekt dieser Aktion, die die Karnevalisten begeisterte und miteinander ins Gespräch brachte: Es sind schon ganz viele neue Ideen entstanden, die gemeinsam auch noch umgesetzt werden sollen.
Mir säin Ääns
Fidele Möhnen: „Es ist ein komisches Gefühl, Karneval nicht richtig ausleben zu können. Aber wir fühlen uns mit allen Jecken im Herzen nahe. Das Video zeigt als Gemeinschaftsprojekt aller Vereine ohne Grenzen, dass Karneval eine Lebenseinstellung ist, die kein Virus abstellen kann. Sie existiert einfach. Wir halten Abstand und sind im Geiste doch beieinander. Dass so viele unser Video schauen, zeigt auch sehr deutlich, wie Karneval Freude verbreitet! Möhnen Obermendig: Die Vorbereitungen für das Video haben uns ein Stück Normalität zurückgegeben. Wir hatten ein Ziel, auf das wir hingearbeitet haben.
Das Video hat die Sehnsucht nach dem Karneval auf der einen Seite angefacht, aber auch ein wenig beruhigt. Alle, auch wir selbst haben durch das Video gesehen: Wir sind noch da und Mendig hält zusammen. Auch wenn in der kommenden Session nichts so sein wird wie es war, bleibt für uns so doch die Gewissheit, dass Karneval nicht ausfällt. Wir halten ihn am Leben und feiern einfach anders.“
Prinzenpaar, von denen auch die Idee stammt: „Wir durften in unserer Session ganz viele tolle Menschen kennenlernen, die mit uns die Vielfalt und die Freude am Karneval geteilt haben.
Umso schöner war es zu sehen, wie aus einer spontanen Idee und der Mitwirkung aller Mendiger Tanzgruppen eine Freude für alle Karnevalsbegeisterten geworden ist.
Dank des „Mendig tanzt“-Videos fühlten wir uns noch einmal hautnah in unsere Session zurückversetzt. Mennijer Mädchen: Alleine - Gemeinsam - Zusammen. Für uns war es selbstverständlich dem Publikum etwas zurückzugeben und magisch Teil einer tollen Gemeinschaft in unserer Heimat Mendig zu sein.
Die Resonanz war atemberaubend und rührend zugleich. So viele haben sich danach gemeldet und sich dafür bedankt.
Jecke Füüßje: Bis zuletzt hatten wir immer einen Weg gefunden das Training irgendwie den Umständen anzupassen und weiterzuführen. Wenn dann plötzlich der Punkt kommt an dem man realisiert, es wird kein Karneval geben und wir dürfen das Training nicht fortsetzen, dann ist das richtig hart und tut dem Tänzer- und Karnevalsherz so richtig weh!
Dass wir jetzt durch diese wunderbare Aktion als ein Teil der Mendiger Karnevalsfamilie doch noch ein wenig tanzen konnten und damit auch noch die wichtige Message ‚wir sind noch da‘ und ‚wir halten zusammen‘, das hat uns auf jeden Fall ein wenig mit der schweren Situation versöhnt!“
