Erfolg für Nachwuchsmusiker aus dem Westerwald
Mit Improvisationen am Schlagzeug die Jury überzeugt
Carina Zimmert und Nico Mille erringen erste Plätze bei Regionalentscheid von „Jugend musiziert“
Ebernhahn/Höhr-Grenzhausen. Carina Zimmert, 15 Jahre aus Hundsdorf, und Nico Mille, neun Jahre, aus Salz haben jeweils den ersten Preis beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ in der Kategorie Drum Set Pop in ihrer Altersgruppe gewonnen, dieser Wettbewerb findet lediglich in einem Turnus von drei Jahren statt. Ende März wird Carina beim Landesentscheid in Mainz antreten, in Nicos Altersklasse ist noch keine Weiterleitung zum Landesentscheid vorgesehen.
Die Nervosität konnte man am vergangenen Samstag beiden deutlich anmerken.
Natürlich ist man nervös, wenn man sich bei „Jugend musiziert“, einem der renommiertesten Wettbewerbe für junge Musiker in Europa, einer Jurybewertung stellt. Der Raum im Schloss Engers in Neuwied ist zwar klein und die Zuschauerzahl war überschaubar, dennoch oder genau deshalb war die Anspannung in der Luft förmlich greifbar. Gemeistert haben die beiden Nachwuchstalente diesen Auftritt dennoch mit viel Souveränität. Ihre Performances führten beide zu einem ersten Preis. Nico Mille konnte sich 23 Punkte erspielen, Carina Zimmert ging sogar mit der Höchstwertung von 25 Punkten nach Hause, mehr geht nicht.
Da Nico mit seinen neun Jahren noch zu jung für den Landesentscheid ist, wird nur Carina am 28. März nach Mainz fahren um dort in der nächste Runde, dem Landeswettbewerb zu spielen.
Ihr Instrumentallehrer Timo Ickenroth von der Musikschule Tonfabrik in Höhr-Grenzhausen und Ebernhahn kennt die Stärken seiner Schüler genau und wusste daher, worauf im Vorfeld geachtet werden muss.
Die Songs und Soli wurden aufs Gewissenhafteste ausgesucht. Das Besondere an beiden Auftritten war, dass sowohl Nico als auch Carina ihre eigenen komponierten Soli vorgetragen haben und beide keine Notenblätter auf der Bühne verwendeten.
„Mir war es wichtig, dass die Kategorie Drum Set Pop sich so gut wie möglich in den Auftritten widerspiegelt. Es ist mehr als unüblich, sich als Pop-, Rock- oder Jazzdrummer an einem ausnotierten Notenblatt festzuhalten. Die Improvisation ist in diesen Genres gang und gäbe“, so Timo Ickenroth zu der Vorbereitung seiner Schützlinge.
Carina ist, anders als Nico, bei „Jugend musiziert“ auch keine Debütantin. Seit der erstmaligen Einführung der Kategorie Drum Set Pop im Jahr 2011 ist Carina mit dabei und hat ein ums andere Mal einen ersten Preis erzielen können, 2017 holte sie sich sogar im Bundeswettbewerb die Höchstpunktzahl ab. Wie sie selbst sagt, macht es ihr immer wieder aufs Neue Spaß, an „Jugend musiziert“ teilzunehmen, weil der Nervenkitzel vor dem Wertungsspiel unbeschreiblich ist und ein Interessen- und Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern stattfindet. „Der Reiz an ‚Jugend musiziert‘ ist für mich, dass ich mein Talent vor Jury und Publikum zeigen darf, eigene Ideen einbringen und so meinen Traum leben kann“, so Carina.
Nico ist ebenfalls von dem Wettbewerb sehr angetan. Er hat schon angekündigt, in drei Jahren wieder mit dabei sein zu wollen. Nico über sein Mitwirken: „Das war eine ganz tolle Erfahrung für mich.“
Der krönende Abschluss des Regionalwettbewerbs am 1. Februar war dann noch für beide, dass Carina und Nico ihre Soli auf dem Preisträgerkonzert im wunderschönen Dianasaal des Schlosses in Engers spielen durften. Eine Ehre, die nicht allen Preisträgern zuteilwird. Die Zuschauer zeigten große Emotionen und dankten es mit lang anhaltendem Applaus.
Im besonderen Ambiente des Engerser Schlosses beeindruckte Carina Zimmerts Leistung ganz besonders.
Auch Nico Mille überzeugte bei seinem Auftritt, kann aber aus Altersgründen noch nicht am Landesentscheid teilnehmen.
