Cochemer feierten wieder den Knipp-Montag
Mit Kind, Kegel und „Bummes“
Cochem. Seinen Ursprung fand der Knipp-Montag im 17. Jahrhundert, als ein Burgknecht am ersten Sonntag nach Ostern per pedes zu seiner Angebeteten nach Faid wollte. Der Weg nach dort führte ihn vorbei an einer Waldwiese, auf welcher er feindliche Soldaten erkannte, die es offensichtlich auf die Burg abgesehen hatten. Schnellen Schrittes eilte er nach hier zurück und warnte den Burgherrn, der sich umgehend auf Verteidigung einstellte. Als tags darauf jener feindlich gesinnte Trupp Soldaten zum Angriff blies, konnte man diesen erfolgreich abwehren. Der Burgherr zeigte sich ob dieser Tatsache gegenüber seinen Mannen dankbar und erkenntlich, in dem er diesen und der gesamten Bevölkerung, anlässlich dieses denkwürdigen Tages, an diesem für immer dienstfrei gewährte. Analog dessen finden sich die Cochemer alljährlich mit Kind und Kegel auf der Knipp-Wiese oberhalb der Burg ein und begehen gemeinsam diesen traditionsreichen und für sie, laut eigenen Aussagen, höchsten Feiertag im Jahr. Zwölf krachende Böllerschüsse von der Burg kündigen am frühen Nachmittag den Anstieg zur Knipp-Wiese an, an dem sich heuer nach pandemiebedingter Pause, wieder zahlreiche Einheimische beteiligten. Gut ausgerüstet mit dem „Bummes“ (Weinkrug), der in der Regel mit einer Mohrrübe verkorkt ist, sowie reichlich Wurst, Käse, Eier und Brot, ging es dann auch wieder rustikal und gemütlich zur Sache. Auch Wettergott Petrus meinte es gut mit den traditionsbewussten Städtern, die ab dem Mittagsläuten bis zum späten Nachmittag entspannt die Sonne genießen konnten. TE
