Allgemeine Berichte | 05.04.2023

Berufsbildende Schulen hatten den Landtag zu Gast

Mit Workshops und Graffiti-Projekt gegen die Politikverdrossenheit

Die jungen Künstler hatten viel Spaß beim legalen Sprühen.

Neuwied. „Rund 2500 junge Menschen erleben allein in unserer Schule tagtäglich den Alltag in einer sehr heterogenen Gemeinschaft. Ich denke, es gibt kaum einen besseren Ort, um für die Notwendigkeit eines demokratischen Miteianders zu sensibilisieren und die Vielfalt als Bereicherung zu erleben“, lobt Dirk Oswald, Schulleiter der David-Roentgen-Schule Neuwied, das neue Informationsangebot des Landtages Rheinland-Pfalz für berufsbildende Schulen. Offizieller Projektstart mit Landtagspräsident Hendrik Hering war unlängst an der Alice Salomon Schule/David-Roentgen-Schule in Neuwied. An drei Tagen fanden an der Schule Projekte und Aktionen statt.

„Der Landtag Rheinland-Pfalz schließt mit dem neuen Berufsschulprogramm eine Lücke in der politischen Bildungsarbeit. Dabei ist es unser Ziel, das Interesse junger Menschen im berufsbildenden Bereich an Politik und Demokratie zu fördern, ihnen grundlegendes Wissen über die Funktions- und Arbeitsweise des Landtags Rheinland-Pfalz zu vermitteln, für Demokratie zu begeistern und schließlich Partizipations- und Engagementmöglichkeiten aufzuzeigen. Und dies für eine bisher noch in der politischen Bildungsarbeit unterrepräsentierten Zielgruppe“, sagte Landtagspräsident Hendrik Hering. Nicht zuletzt stellten die berufsbildenden Schulen auch die größte weiterführende Schulart in Deutschland und in Rheinland-Pfalz dar. Studien zeigten zudem, dass Lernende an berufsbildenden Schulen im Vergleich zu Lernenden an Gymnasien die Demokratie kritischer sähen, sich von der Politik weniger vertreten fühlten und sich weniger als politisch wirksam erlebten. „Dem wollen wir mit unserem Programm entgegenwirken“, so Hendrik Hering. Bei ASS und DRS stieß man da schnell auf offene Ohren. Nicht zuletzt deshalb sind Alice-Salomon-Schule und David-Roentgen-Schule schließlich Pilotschulen im landesweiten Projekt „Demokratiebildung an berufsbildenden Schulen“.

Das Konzept des Landtages besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Zum einen können sich die Berufsschüler:innen an einem modernen Informationsstand über die Arbeits- und Funktionsweise des Landtags informieren. Des Weiteren können einzelne Schüler:innen an einem Kunst- und Dialogprojekt teilnehmen, das der Landtag gemeinsam mit einem Graffitikünstler entwickelt hat. Hierbei dürfen die jungen Menschen zu Spraydosen greifen und unter Anleitung ihre politischen Botschaften visualisieren. Die Kunstwerke dienen später als Anknüpfungspunkt, um mit dem Landtagspräsidenten ins Gespräch zu kommen. Abgerundet wird das Programm schließlich durch interaktive Workshops, die interessierte Schulklassen während des Aktionszeitraumes buchen können, um sich intensiver mit dem Landtag und der Landespolitik auseinanderzusetzen.

An den drei Tagen in Neuwied fanden insgesamt 28 interaktive Workshops statt. Über 1.000 Schüler:innen wurden damit erreicht. Für Doris Schulte-Schwering, Schulleiterin der Alice-Salomon-Schule, ein großer Erfolg: „Ganz große Klasse, dass die beiden Sprecher:innen der Pilot-AG „Demokratie an BBSen“ – Ulrike Schilk-Steinhaus und Christian Mücke – den Landtag an die Alice-Salomon-Schule und David-Roentgen-Schule geholt haben. Ich habe erlebt, dass unsere Schüler:innen keineswegs politikverdrossen sind. Engagiert und kreativ haben sie sich zu Themen geäußert, die ihnen auf der Seele brennen, und sie haben mit dem Landtagspräsidenten ein offenes Ohr gehabt. Hendrik Hering ist offen und empathisch auf die von unseren Schüler:innen geäußerten Probleme eingegangen. Alles in allem ein äußerst gelungenes Format, bei dem auch noch tolle Kunstwerke entstanden sind. Und eine gelungene gemeinsame Aktion der beiden Schulen.“

Hinterher wurden kreierte Werke ausgestellt. Foto: Christian Mücke/DRS

Hinterher wurden kreierte Werke ausgestellt. Foto: Christian Mücke/DRS

Die jungen Künstler hatten viel Spaß beim legalen Sprühen.

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