Fotoausstellung in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
„Mit anderen Augen“ – Perspektiven geflüchteter Kinder
Fotoprojekt gibt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Lebensalltag aus ihrer ganz eigenen Perspektive zu zeigen
Koblenz. „Mit anderen Augen“ sahen zehn geflüchtete Kinder und Jugendliche aus Syrien ihre neue Heimat in Koblenz. Diese Wahrnehmung aus ihrer eigenen Perspektive präsentierten sie in einer Fotoausstellung in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Die Ausstellung ist ein Fotoprojekt von drei Studentinnen der Hochschule Koblenz, das vom Beirat für Migration und Integration des Landkreises Mayen-Koblenz unterstützt wurde. Die Idee für dieses Projekt ist vor über einem Jahr entstanden, mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihren Lebensalltag aus ihrer ganz eigenen Perspektive zu zeigen und so Anerkennung für ihre Werke zu erfahren. Die Fotos sind im Rahmen mehrerer Workshops entstanden, in denen die jungen Künstler den Umgang mit der Kamera erlernt haben. Gesponsert wurde das Projekt vom Studierendenwerk, dem Beirat für Migration und Integration des Landkreises Mayen-Koblenz, dem Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Hochschule Koblenz sowie dem Fastra (Fachschafsstudierendenrat). Den Rahmen für dieses Projekt boten Prof. Dr. Friesenhahn, Dekan des Fachbereiches Sozialwissenschaften, und Selim Özen, Leiter der Abteilung für Migration und Interkulturelle Öffnung. Der Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz realisiert solche Projekte seit 25 Jahren mit dem Ziel, den Studierenden die Lebensumwelt, mit der sie später in ihrem Berufsleben zu tun haben werden, näher zu bringen. Mit der Organisation solcher Projekte werden die jungen Studierenden berufstauglicher, lebenstauglicher und professioneller in ihrem Tun.
„Nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine gesellschaftspolitische Ausstellung“
„Soziale Arbeit hat die Aufgabe Unterstützung zu leisten. Sie ist nicht nur ein blindes Hilfesystem, sondern sie ermöglicht eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Bedingungen. Das ist wichtig, denn wenn die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen diese Bedingungen ausblenden, dann werden sie mit den Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten, keine Ziele erreichen“, so Prof. Dr. Friesenhahn. Ein solches Fotoprojekt sei deshalb durchaus eine gesellschaftspolitische und nicht nur eine ästhetische Ausstellung. „In einer offenen, multikulturellen und heterogenen Gesellschaft ist es wichtig, dass die Menschen verschiedene Perspektiven einnehmen und das ist es, was die Kinder mit ihren Bildern mitteilen können“, betonte Prof. Dr. Friesenhahn, der in der Fotoausstellung nur Positives gesehen hat. „Die Kinder gehen in ihre Umwelt rein, sie versuchen sich mit diesen Dingen, die sie umgeben, vertraut zu machen, und was wir sehen können, ist ein eher fröhliches, ein eher positives, ein eher zustimmendes Zugehen auf diese neue Welt, die möglicherweise auch die neue Heimat werden wird.“
Die Ausstellung wird noch bis zum 27. Januar 2017 in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz zu sehen sein und kann danach als Wanderausstellung ausgeliehen werden.
Prof. Dr. Friesenhahn, Selim Özem, die drei projektleitenden Studentinnen sowie Zeyneb Begen waren ganz erstaunt von den vielen wunderschönen Bildern der Kinder und Jugendlichen.
