Vokalensemble Hammerstein begeisterte beim Konzert
Mitreißende Musik und unvergessliche Momente
Kreis Neuwied. Das hatte die altehrwürdige evangelische Kirche in Rengsdorf auch noch nicht erlebt: Jochen Hillesheim stand auf der Kanzel und spielte auf seinem Saxophon zum Einzug des vielstimmig singenden Vokalensembles Hammerstein „Evening Rise“, basierend auf einem schamanischen Lied der Hopi-Indianer. Er führte dann weiter mit viel Witz und interessanten Geschichten durch das Programm.
Kaum jemand hätte 1994 gedacht, dass aus einem spontan gebildeten Hochzeitschor unter der Leitung von Chorleiter Norbert Wierschem einmal eine so große und leidenschaftliche Gemeinschaft aus vielen unterschiedlichen Sängerinnen und Sängern werden sollte. Das Vokalensemble hat sich zu einem Zuhause für Menschen entwickelt, die Spaß am Singen und an der Musik haben. Und was kann es Schöneres geben, als diese Freude an andere Menschen weiterzugeben?
Zur Überraschung der Sängerinnen und Sänger, die üblicherweise eher auf der Mittelrhein-Schiene unterwegs sind, war am 4. April die Kirche gut gefüllt mit einem erwartungsvollen Publikum.
Und das kam voll auf seine Kosten. Das Vokalensemble bot ihm einen bunten Strauß aus Melodien, von Rock und Pop bis Swing, Folk und Romantik. Auf spritzige Titel wie „Happy Together„ und „Lollipop“ folgte das besinnliche „Ist da jemand?“ von Adel Tawil.
Thomas Hohn, dem Publikum eher bekannt als Udo-Jürgens-Interpret Tom Alaska, brillierte bei „Breaking up is hard to do“ auf dem Triangel und als Tim Beckmann „You can count on me“ von Bruno Mars auf der Ukulele begleitete, wippten die Zuhörer im Takt mit. Bei „Bohemian Rhapsody“ von „Queen“ wollte dann der Applaus nicht abreißen.
Nach der Pause ging es weiter mit dem doppelten Herbert, Herbert Grönemeyers „Mambo“, begleitet auf der Conga von Herbert Scharrenbach. Ein Ausflug der romantischen Abteilung des Chors zu dem tieftraurigen „In einem kühlen Grunde“ und „Ännchen von Tharau“, dem Lieblingsstück von Chorleiter Norbert Wierschem, kam beim Publikum erstaunlich gut an.
Ganz oben auf der Beliebtheitsskala landete „Bring me little water, Sylvie” des amerikanischen Blues-und Folksängers „Leadbelly“. Hier brillierten die Sängerinnen mit Body Percussion, wobei der eigene Körper zur Klangerzeugung genutzt wird, um Rhythmen zu kreieren.
Mit John Farnhams Hymne „You’re the voice”, einem Lied darüber, dass man den Mund aufmachen soll, wenn Unrecht geschieht und Gewalt herrscht, sollte ein fantastisches Konzert enden, aber das Publikum forderte eine Zugabe und bekam sie mit dem Abschiedslied „There’s one more Song“.
Es ist immer wieder ein Phänomen, wie schnell doch ein langes Konzert zu Ende geht. Der Chor war geschafft - aber glücklich. Nicht umsonst wird ja gesagt, dass Singen eine positive Wirkung auf die Gesundheit hat. Dies konnte der Chor voll und ganz bestätigen – und das Publikum sicher auch!
Danach wurden Kabel eingerollt, aufgeräumt, Sachen vergessen - und sich auf den Weg gemacht. Das Vokalensemble bedankt sich bei der Ev. Kirchengemeinde Rengsdorf und Pfarrer Jan-Hendrik Otto für die Überlassung der Kirche und die Hilfe bei der Organisation.
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