Suchhunde Adenau am Nürburgring
Molly das kleine Gespenst
Adenau. Diesmal waren wir und unsere hündischen Spürnasen in der schönen Burg Kreuzberg im Ahrtal gefragt.
Der Hilferuf von Molly’s Besitzern erreichte uns: Molly, die einjährige, sechs Kilo leichte Cavalier King Charles-Dame, war wie vom Erdboden verschluckt. Ausgelassen hatte sie noch kurz zuvor mit einem ihrer Hundekumpel auf der Wiese getollt. Sie war von einer Sekunde auf die andere verschwunden.
Kurzer Hand verlagerten wir unser, für Sonntag geplantes, Suchtraining nach Kreuzberg. Das Training wurde zum Realeinsatz. Am Entlaufort angekommen, schilderte uns der Besitzer sodann den Geschehensablauf: An dem besagten Tag wurde Molly wie gewohnt aus dem Spiel zurück ins Haus gerufen und kam auch umgehend. Für einen Moment abgelenkt, achtete Molly’s Mensch nicht mehr auf die Hündin. Er schloss die Haustür in dem festen Glauben, Molly sei sicher im Gebäude und begab sich sodann wieder an seine noch zu erledigende Büroarbeit. Nach ca. einer halben Stunde rief er nach Molly, doch sie kam nicht. Er rief ein zweites, drittes und auch viertes Mal, es kam keine Reaktion von seinem Hund.
Schlimme Gedanken schossen Molly’s Besitzer sofort durch den Kopf. Hatte er vielleicht in dem kurzen Augenblick der Unachtsamkeit nicht bemerkt, dass die Hündin wieder nach draußen entwischt war? Hatte er nicht gehört, dass Molly an der Tür gekratzt hatte, und war sie dann, in ihrer Verlassensangst, vom Grundstück gelaufen? Hatte jemand dann die zutrauliche Hündin mit sich genommen? Solche quälenden Fragen suchten jetzt dringend nach Antworten.
Wir setzten insgesamt vier unserer Suchhunde auf und außerhalb des Grundstückes, von dem Molly verschwunden war, an. Keiner der Hunde machte Anstalten eine „heiße Spur“ aufzunehmen. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass die Cavalier King Charles-Hündin das Grundstück nicht verlassen hatte.
Aber wo war der Hund mit den süßen Knopfaugen? Befand sich Molly doch noch im Haus?
So schnell geben wir nicht auf. Nachdem Susanne Lehmann mit ihrer Elsa eine Runde über das weitläufige Grundstück gedreht hatte, wurde die Hundespürnase auch noch, um alle Varianten auszuschließen, im Hausinnern auf Suche geschickt. Sie arbeitete sich von Raum zu Raum durch, und blieb wie angewurzelt vor einem mannshohen Aktenschrank stehen. Plötzlich konnten alle Anwesenden ein leises Kratzen aus dem Innern des Schrankes vernehmen. Der Schrank wurde sofort geöffnet und was kam zum Vorschein? Eine mit dem ganzen Körper wedelnde, freudestrahlende Molly. Die Freude war riesengroß auf beiden Seiten.
Sie hatte sich vermutlich klammheimlich und unbemerkt aus lauter Neugierde (Frauen eben), in den Schrank geschlichen und wurde darin gefangen, als die Türen zufielen.
Das ganze Haus wurde auf den Kopf gestellt, aber die süße Molly hatte sich mit keinem Muckser bemerkbar gemacht. Sie hat brav abgewartet, bis sich die Schranktüren wie von Geisterhand wieder öffnen sollten.
Auf der Suche nach Molly - wo könnte sie nur sein?
Molly und ihr erleichtertes Herrchen.
Elsa hilft fleißig mit bei der Suche nach Molly.
