Allgemeine Berichte | 08.08.2026

Gefahr, nach einem Mücken- oder Zeckenstich krank zu werden, ist in Rheinland-Pfalz angestiegen

Mücken, Zecken & Co.: Gesundheitsrisiken in Folge des Klimawandels

Symbolbild. Foto: pixabay.com

Rheinland-Pfalz. Die Gefahr, nach einem Mücken- oder Zeckenstich krank zu werden, ist in Rheinland-Pfalz angestiegen. Zu diesem Schluss kommt das Landesuntersuchungsamt (LUA) in seiner Bilanz zur Infektionsprävention für das Jahr 2025. Angetrieben wird diese Entwicklung durch die spürbaren Veränderungen des Klimas und die zunehmende Mobilität der Menschen. Dadurch steigt auch das Vorkommen von Krankheitserregern und Überträgerorganismen.

„Die Erkennung und Behandlung mückenübertragener Viruserkrankungen könnten hierzulande bald zur hausärztlichen Routine gehören“, prognostiziert Prof. Dr. Philipp Zanger, Leiter der Abteilung Humanmedizin im LUA. „Ihre zunehmende Ausbreitung ist spürbar“, warnt der Tropenmediziner und Epidemiologe und verweist auf die erst kürzlich erstmals in Rheinland-Pfalz erworbene Infektion mit dem West-Nil-Virus. Der 58-jährige Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis hatte das Bundesland in den Wochen davor nicht verlassen.

West-Nil-Virus

Ursprünglich stammt das West-Nil-Virus aus dem südlichen Afrika – hatte sich aber Anfang der 2000er Jahre in Zugvögeln zunächst über Südosteuropa bis zu einem Erstnachweis im Osten Deutschlands 2018 ausgebreitet. Übertragen wird das West-Nil-Virus von Culex-Mücken, die zu den häufigsten Mückenarten in Deutschland zählen.

Die meisten Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Etwa 20 Prozent der infizierten Personen entwickeln grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Hautausschlag. Nur selten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen mit Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen. Hiervon betroffen sind insbesondere ältere und anderweitig immunschwache Menschen.

Überwachung

Mit Hilfe von Daten aus der gesetzlichen Meldepflicht von Infektionskrankheiten und -erregern überwacht das LUA Infektionen, die durch blutsaugende Insekten (sogenannte Vektoren) auf den Menschen übertragen werden. Einige vektorübertragene Erkrankungen sind in Rheinland-Pfalz bereits seit längerem etabliert, etwa die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Ein Vektor für tropische Viruskrankheiten wie Denguefieber, Chikungunya und Zika, der in unseren Breiten gerade heimisch wird, ist die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). In Deutschland wurde sie erstmals 2007 in der Oberrheinregion nachgewiesen und hat sich seitdem entlang des Rheins auch in Rheinland-Pfalz ausgebreitet. Hier kommt sie mittlerweile im Landkreis Germersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis, in Ludwigshafen, Speyer und Mainz vor.

Denguefieber

Denguefieber ist weltweit eine der häufigsten durch Mücken übertragenen Virusinfektionen und wird in Deutschland gelegentlich bei Reiserückkehrenden aus Asien sowie Süd- und Mittelamerika nachgewiesen. „Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz haben uns in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 270 Fälle von Dengue-Erkrankungen übermittelt“, so Prof. Dr. Philip Zanger. „Alle Betroffenen hatten sich im Ausland infiziert.“

Übertragungen des Dengue-Virus innerhalb Deutschlands gab es bisher noch nicht. Anders sieht es etwa in Frankreich und Italien aus: Dort wurden im Jahr 2025 nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) insgesamt über 30 Personen durch den Stich einer Aedes-Mücke mit dem Dengue-Virus infiziert.

Typische Symptome einer Dengue-Infektion sind hohes Fieber, sehr starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen sowie eine diffuse Rötung der Haut. Selten birgt ein virusbedingter Kapillarschaden die Gefahr eines Schocks und eine stationäre Überwachung und Behandlung wird notwendig.

Tigermücke

Im Gegensatz zu vielen heimischen Stechmückenarten, die größere, dauerhaft feuchte Gewässer benötigen, reichen der Asiatischen Tigermücke bereits kleinste Wasseransammlungen wie Regentonnen, Gießkannen, Blumenuntersetzer, Dachrinnen, Gullys, alte Autoreifen oder im Freien liegendes Kinderspielzeug zur Entwicklung aus. „Für den Erfolg der Eindämmungsmaßnahmen ist die Mitarbeit der Bevölkerung von zentraler Bedeutung“, betont Prof. Dr. Zanger. Grundstücke und Gärten sollten regelmäßig auf kleine Wasseransammlungen überprüft und diese möglichst entfernt oder abgedeckt werden. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen ist außerdem der Schutz vor Mückenstichen durch lange Kleidung und hautverträgliche Insektenschutzmittel. Pressemitteilung Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz

Weitere Themen

Symbolbild. Foto: pixabay.com

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Sinziger Kirmes
Sinziger Kirmes
Sinziger Kirmes
Sinziger Kirmes
Heimersheimer Weinzeit, 14. – 15.08.26
Heimersheimer Weinzeit, 14. – 15.08.26
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild
2433

Die Bergungs- und Reinigungsmaßnahmen dauern bis ca. 14:30 Uhr an

07.08.: Bad Neuenahr: 11 Verletzte nach Kollision auf der A 61

Am 7. August 2026 ereignete sich gegen 11:16 Uhr auf der Autobahn A61 in Fahrtrichtung Nord bei Kilometer 185 ein Verkehrsunfall, in den vier Pkw involviert waren. Nach bisherigen Ermittlungen musste der erste Pkw verkehrsbedingt abbremsen, woraufhin die drei folgenden Fahrzeuge nacheinander auffuhren.

Weiterlesen