SV Müden „alte Alte-Herren“
Müdener Hungerkreuz restauriert
Das Mahnmal wurde von der Gruppe des SV „alte Alte-Herren“ restauriert und in einer kleinen Feier eingewiehen.
Müden. Bei goldenem Oktober-Wetter waren über 100 Personen zum Hungerkreuz gewandert.
Das vom Einsturz bedrohte Basaltlavakreuz aus dem 17. Jahrhundert wurde mit einem Kranwagen abgebaut, mit Unterstützung von Fachleuten im Ort restauriert und anschließend wieder an alter Stelle aufgebaut. Sockel und Fundament wurden neu hergerichtet.
Der Müdener Heimatforscher Rudolf Bertgen erläuterte die Geschichte des Hungerkreuzes, das seinen Ursprung in Hungersnöten hat, die nach kriegerischen Auseinandersetzungen in den Jahren 1638 und 1689 entstanden.
Das Hungerkreuz liegt am früheren Bergweg, auf dem früher die Bauern mit Ochsen, Kühen und Pferden zu ihren Feldern auf dem Müdener Berg gezogen sind. Der alte Bergweg wurde freigeschnitten und wieder begehbar gemacht. Eine neue Ausschilderung mit Wegweisern und Informationstafeln wurde vorgenommen.
Aufgrund der höchstmöglichen finanziellen Förderung für ehrenamtliche Projekte des Leader-Programms und eines Zuschusses der Müdener Jagdgenossenschaft „linke Moselseite“ konnten die Maßnahmen zügig durchgeführt werden.
Ortsbürgermeister Franz-Josef Thönnes dankte den ehemaligen Fußballern im Alter zwischen 60 und 70 Jahren für die im letzten halben Jahr geleistete Arbeit. Die Einsegnung des historischen Kreuzes wurde von Pater Leo Wiszniewsky, geboren und aufgewachsen auf dem Müdener Berg, würdevoll vorgenommen.
Nach der Einsegnung lud die veranstaltende Sportvereinsgruppe zu einem Umtrunk mit Müdener Wein ein, der von der Weinkönigin Rebecca und der Weinprinzessin Mira ausgeschenkt wurde.
Nach der Einweihungsfeier konnten die Besucher anhand von Bildern und Videos die Arbeiten am Kreuz und am alten Bergweg nachverfolgen. Insbesondere spektakuläre Aufnahmen vom Ab- und Aufbau mit dem Kranwagen des ortsansässigen Dachdeckerbetriebes fanden großen Anklang. Mit dem Vortrag von Franz Oberhausen „Moydten im 17. Jahrhundert“ wurden die Gäste vierhundert Jahre zurückversetzt und konnten sich so eine Vorstellung machen, welche Dorfstruktur damals in Müden bestand und wie die kriegerischen Ereignisse die Entwicklung des Ortes bestimmten.
Das Projekt wurde kürzlich mit einer weiteren Auszeichnung gewürdigt. Der Deutsche Sportbund führt in Kooperation mit den Raiffeisen- und Volksbanken jährlich den Wettbewerb „Sterne des Sports“ durch, bei dem gesellschaftliches Engagement in Sportvereinen belohnt wird. Der SV Müden hat beim Kreisentscheid den dritten Platz mit einem Geldpreis von 500 EURO belegt. Außerdem ist dieses Projekt mit dem Titel „Alt-Fußballer auf Spuren des Dreißigjährigen Krieges“ von einer Jury auf Landesebene Rheinland-Pfalz für eine Auszeichnung ausgewählt worden. Die Preisverleihung findet am 21. November in Mainz statt.
