Katholischer Kirchenchor St. Clemens Dierdorf und „Junges Blech“ aus Oberdreis gestalteten ökumenischen Konzertabend
„Musik an der Krippe“ füllte die Kirche
Dierdorf. Blumengestecke und brennenden Kerzen am Kirchenportal zeugten davon, dass dies ein besonderer Abend in der katholischen Kirche St. Clemens in Dierdorf werden würde. Drinnen, im Kirchenschiff, saßen von der ersten bis zur letzten Reihe Menschen auf den Bänken und erwarteten ein besonderes musikalisches Erlebnis: „Musik an der Krippe“ lautete der Titel des Abends, eingeladen hatte der Kirchenchor St. Clemens Dierdorf zu einem Weihnachtskonzert am zweiten Sonntag des neuen Jahres.
In der Einladung hatte Kirchenchor-Mitglied Hajo Jordan geschrieben: „Wir vom Kirchenchor St. Clemens proben schon seit geraumer Zeit für das bevorstehende Weihnachtskonzert Musik an der Krippe am 12. Januar 2020 in unserer Pfarrkirche. Wir möchten Ihnen (und uns) mit schöner weihnachtlicher Musik eine Freude machen. In diesem Jahr steht unser Konzert von der musikalischen Besetzung her ganz im Zeichen der Ökumene: Wir haben uns zur Mitgestaltung unseres Konzertes das „Junge Blech“, die Jungbläser des Posaunenchors Oberdreis, eingeladen.“ Eine musikalische Mischung aus katholischem Chor und Blasmusik von jungen protestantischen Erwachsenen hatte Hajo Jordan dann bei der Begrüßung der Gäste in der stimmungsvoll dunklen katholischen Kirche angekündigt. Lediglich der Altarraum mit den Musikern und die schön gestaltete, fast lebensgroße Krippe im Seitenschiff waren beleuchtet.
Im Zentrum des Konzerts stehe ein „vollständiges Werk für Chor und Blechbläser“, hatte Hajo Jordan den Ablauf erklärt. Man bekomme Stücke aus dem 19. bis 21. Jahrhundert zu hören. Die musikalische Leitung war dem Kirchenmusiker Bernhard Bätzing übertragen worden. Das „Junge Blech“ des Posaunenchors Oberdreis leitete Jannik Schneider.
Aufhorchen ließ schon das in Variationen von Bernhard Bätzing auf der Orgel dargebotene Stück „Tochter Zion“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Judas Maccabaeus“. Ein erweckender und einstimmender Einstieg in das facettenreiche Konzert. Mächtig, froh und positiv brachte darauf der aus Männern und Frauen gemischte Kirchenchor das „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saens zu Gehör. Abwechselnd präsentierten Chor, Blech und Bernhard Bätzing an der Orgel ihre Stücke, die „Missa antiqua“ von Wolfram Menschik wurde gemeinsam aufgeführt. Zwischendurch trug Petra Schiller tiefgründige Texte vor, zum Beispiel „Abnabeln“ von Manfred Henkes. Am Ende stand die Frage im Raum: Müssen wir uns nach der mütterlichen Geburt ein zweites Mal abnabeln, von den heimlichen Beeinflussungen einer immer komplizierter werdenden Welt?
Der Geist der weihnachtlichen Besinnung erfasste die Besucher in der voll besetzten Kirche. Das gemeinsam mit dem Chor und den Blechbläsern gesungene Weihnachtslied krönte den schönen musikalischen Abend. Von hier aus ohne Umschweife den Weg nach Hause anzutreten, empfanden viele doch als allzu abruptes Ende und kamen gern der Einladung des Kirchenchors auf einen Glühwein oder Tee im Anschluss an das Konzert im Pfarrheim nach.
Bernhard Bätzing (vorne) leitet den Kirchenchor und hatte die musikalische Gesamtleitung für das Konzert. Sein auf der Orgel vorgetragenes Stück „Tochter Zion“ war eine gelungene Einstimmung auf einen facettenreichen musikalischen Abend.
Die fast lebensgroße, detailreiche Krippe in der Kirche, die dem jährlich stattfindenden Konzert seinen Namen gibt.
Das „Junge Blech“ aus Oberdreis gehört zum dortigen Posaunenchor. In Dierdorf spielten die jungen Musiker unter anderem „Maria durch ein Dornwald ging“.
