Allgemeine Berichte | 10.01.2020

Silvesterkonzert des Ensembles „Musici di Sayn“ in der Abteikirche Sayn

Musikalische Einstimmung auf das Neue Jahr

Ein feinsinniges musikalisches Feuerwerk bot das Ensemble „Musici di Sayn“ in der Abteikirche Sayn. Foto: E.T. Müller

Sayn. Ein feinstaubfreies, dafür aber umso feinsinnigeres Feuerwerk bot das Ensemble „Musici di Sayn“ in der Abteikirche Sayn, krönender Abschluss ihres zehnten Jubiläums. Weihnachtlich-silvestrich wurde es gleich zu Beginn mit dem Trompeten-Concerto in D-Dur von Georg Philipp Telemann und dem Largo. Rhythmisch das Vivace, melancholisch – so als gehe man durch tiefen Schnee – das Siciliano.

Bei diesem Satz war der warme Klang der Violinen – Veronika Stickel und Olga Piskorz, Violine I, und Maria Lojek und Birgitta Winnen, Violine II – ein wahrer Genuss. Heiter wieder das Vivace mit Andreas Stickel. Das Ensemble spielt auf originalen Nachbauten, so auch Andreas Stickel auf einer Barocktrompete aus jener Zeit, als Trompeten noch keine Ventile hatten. Auch für einen Profi eine echte Herausforderung.

Und man erahnt, dass diese Musik im Barock nicht immer so lupenrein gespielt wurde, wie es uns die makellosen, dafür manchmal auch sterilen Einspielungen der Schallplattenindustrie glauben machen wollen.

Nein, beim Ensemble „Musici di Sayn“ lebt alles, und man sieht den Musici die Spielfreude an, so auch beim Concerto grosso in B-Dur, Op. 3,2 von Georg Friedrich Händel mit allen Streichern, neben den ersten und zweiten Violinen auch mit Christoph Mayer – Viola, Mizuki Idue und Matthias Hofmann – Violoncelli und Martina Binnig – Kontrabaß. Wunderschön wetteiferten die Violinen von Veronika Stickel und Maria Lojek miteinander, zart klang das Cembalo von Johannes Geffert, dem künstlerischen Leiter des Ensembles, verträumt die Flöte von Ulrike Friedrich. Danach war noch einmal Georg Philipp Telemann angesagt. Dargeboten wurde das Konzert für Flöte und Streicher in D-Dur mit einer meisterlich leitenden Ulrike Friedrich, die mit ihrer Flöte wunderschöne Klangfiguren in die Abteikirche zauberte und mit den Streichern in einen heiteren Dialog trat. Eine rechte Abendmusik boten Violinen und Violoncello, Mizuki Ideue, mit der Romance aus dem Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 von Carl Stamitz, um im Allegro assai aus Stamitz Orchesterquartett in C-Dur wieder Fahrt aufzunehmen.

Dann war das berühmte Concerto in D-Dur von Johann Friedrich Fasch zu hören, endlich mal nicht von Platte, endlich mal live mit der strahlenden Barocktrompete von Andrea Stickel.Die Zuhörer hielt es nicht auf den Bänken. Glücklicherweise hatten die Musici noch die Noten des Allegro aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel im Gepäck, ein festlicher Abschied vom alten Jahr. Und ein paar gute Vorsätze sollten sich Musikfreunde mit ins neue Jahr nehmen, nämlich die Konzerte am 17. Juni und am 27. September in der Abteikirche Bendorf-Sayn zu besuchen, wenn das Ensemble „Musici di Sayn“ wieder ab 17 Uhr den Klang des Barock in die Abteikirche zaubert. Und da wäre ja noch der Jahresabschluss am Silvestertag. Aber das hat noch ein paar Tage Zeit.

Weitere Infos: www.musici-di-sayn.de

Ein feinsinniges musikalisches Feuerwerk bot das Ensemble „Musici di Sayn“ in der Abteikirche Sayn. Foto: E.T. Müller

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