Anton-Raaff-Konzert mit dem Wachtberger Jugendorchester und dem Kammerorchester
Musikalische Reise in aller Herren Länder
Nach 33 Jahren als Leiter des Jugendorchesters übergab Hans Werner Meurer den Dirigentenstab an Leo Zimmer – Das Kammerorchester will er weiter dirigieren
Berkum. Es war eine spannende Reise in „aller Herren Länder“, auf die das Wachtberger Kammerorchester und das Wachtberger Jugendorchester das Publikum bei der 22. Auflage des Anton-Raaff-Konzertes musikalisch gemeinsam mitnahmen. Für das Jugendorchester war es zugleich die letzte Ausfahrt mit Hans Werner Meurer am Steuer, denn am Ende des gut besuchten Konzerts in der Aula des Schulzentrums Berkum verkündete der Mitbegründer und langjährige Dirigent seinen Abschied nach 33 Jahren an der Spitze des Klangkörpers. Seine Nachfolge tritt Leo Zimmer an, der derzeit sein Lehramtsstudium zum Musiklehrer absolviert und auch an diesem Abend schon als „Aushilfshornist“ die Reihen der Wachtberger Kammermusiker verstärkte.
Übergabe der Verantwortung zum richtigen Zeitpunkt
„Das Jugendorchester ist in bester Verfassung, deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Leitung in jüngere Hände zu geben“, war Meurer überzeugt. Die Arbeit mit dem Jugendorchester habe ihm über all die Jahre eine unglaubliche Freude bereitet – vor allem wenn man sehe, wie hervorragend sich das Ensemble entwickelt habe. Er dankte auch der Gemeinde Wachtberg, die das Nachwuchsorchester „grandios unterstützt mit sehr viel Geld und phänomenalen Proberäumen“, erst kürzlich habe der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen für 2019 den Zuschuss für das Jugendorchester deutlich erhöht. „Eine bessere Unterstützung kann man sich überhaupt nicht wünschen“, sagte er und zeigte seinen Stolz auf das Erreichte und auf die nicht selbst verständliche Rückendeckung aus der Politik. Auch den jungen Musikern zollte er ein großes Lob: „Ihr habt euch ein ganz hervorragendes Hobby ausgesucht, und es ist wirklich toll, was ihr hier leistet.“ Nach zahlreichen Abschiedsgeschenken und Dankesreden stellte Meurer zum Schluss noch einmal fest: „Es war eine wahnsinnige Zeit mit Euch!“
Meurer gehörte 1985 zusammen mit Altbürgermeister Hans-Jürgen Döring zu den Mitbegründern des Wachtberger Jugendorchesters und übernahm gleich zu Beginn die musikalische Leitung, die er mittlerweile 33 Jahre lang innehat. Acht Jahre später war er auch eine der treibenden Kräfte bei der Gründung des Wachtberg Kammerorchesters, bei dem er ebenfalls von Anfang an und nun mittlerweile seit genau 25 Jahren den Taktstock schwingt. Dieses Ensemble will er auch „noch einige Jahre weiter“ dirigieren, stellte Meurer klar.
Starkes Engagement für den musikalischen Nachwuchs
Das Wachtberg Jugendorchester engagiert sich sehr für den musikalischen Nachwuchs in der Gemeinde und hat im Verlauf der vergangenen Jahre einen eigenen Ausbildungsgang für Instrumentalschüler aufgebaut sowie zwei Spielkreise gegründet, die auf die Mitwirkung im eigentlichen Jugendorchester vorbereiten sollen. Im „Ersten Ensemble“ können die jüngsten Instrumentalisten erste Erfahrungen sammeln, wenn sie ihr Streichinstrument seit mindestens einem halben Jahr spielen. Wer dies erfolgreich absolviert hat, kann sich im 2009 aus der Taufe gehobenen Vororchester weiterentwickeln. Hier sind die Ansprüche insgesamt etwas höher und sicheres Noten- und Rhythmuslesen Grundvoraussetzung. Die jungen Streicher im Alter von etwa acht bis zwölf Jahren müssen ihr Instrument – es handelt sich um Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass – einschließlich aller Griffe beherrschen. Auch die Anfänge im Lagenspiel sollten schon zum Repertoire gehören.
Im Rahmen der Nachwuchsförderung bietet das Wachtberger Jugendorchester auch noch Instrumentalunterricht für Geige, Bratsche, Violoncello, Kontrabass und Horn an. Der Unterricht wird von ausgebildeten und erfahrenen Instrumentallehrern durchgeführt, denn das große Ziel ist es natürlich, irgendwann die nächste Stufe zu erklimmen und in das eigentliche Jugendorchester einzutreten. Dessen Repertoire umfasst kammermusikalische und symphonische Musik von der Renaissance bis zur Moderne, aber auch Filmmusik sowie Evergreens aus dem Rock- und Jazz-Bereich. Doch den Höhepunkt jedes Jahres bildet das schon traditionelle Anton-Raaff-Konzert am letzten Wochenende vor den Sommerferien, denn hier spielt das Jugendorchester gemeinsam mit dem Wachtberger Kammerorchester. Hier wird große Symphonik geboten, denn die 30 Jugendlichen des Jugendorchesters und die 30 Erwachsene des Kammerorchesters bilden gemeinsam einen durchaus hochklassigen Klangkörper, zumal er an diesem Abend auch noch von einigen Gastmusikern verstärkt wurde.
Von Portugal bis nach Norwegen und New York
In diesem Jahr ging es unter dem Motto „Aus aller Herren Länder“ ausgesprochen „klassisch“ zu, und zwar quer durch Europa, selbst den Sprung über den Großen Teich wagten die beiden Wachtberger Orchester. So erklangen Melodien aus dem Süden Portugals und aus Osteuropa, Puccini bot italienisches Opernfeeling pur, wenn auch rein instrumental, und mit Sibelius, Gade und Grieg waren auch Finnland, Dänemark und Norwegen präsent. Zuletzt ging es nach New York und zu den Indianern. JOST
Stabwechsel beim Jugendorchester Wachtberg: Hans Werner Meurer (Dritter von links) übergab am Ende des Anton-Raaff-Konzertes den Taktstock an seinen Nachfolger Leo Zimmer (Zweiter von rechts). Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
Jugendorchester und Kammerorchesters bildeten einen perfekten Klangkörper. Foto: Photographer: Volker Jost Auf de
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