Allgemeine Berichte | 15.08.2024

29. Reihe „Musik in alten Dorfkirchen“ im Westerwald ging zu Ende

Musikalische Reise nach Italien begeisterte in der Augst

Die traditionellen Klänge und individuellen Arrangements faszinierten das Publikum.  Foto: Kleinkunstbühne Mons Tabor

Neuhäusel/WW. Die 29. renommierte Weltmusikreihe „Musik in alten Dorfkirchen“ 2024 im Kultursommer Rheinland-Pfalz endete in der Erlöserkirche in Neuhäusel mit einem mehr als stimmungsvollen Konzert: aus Italien waren die vier Musiker der Gruppe „Domo Emigrantes“ zum Ende ihrer Deutschlandtournee in die Augst gekommen und begeisterten die Gäste. Das Gotteshaus war bis auf den allerletzten Platz gefüllt und nicht wenige Musikbegeisterte blieben ohne Ticket. Sie hatten sich zu kurzfristig für einen Konzertbesuch entschieden.

„Wir Boomer sind inzwischen alle mit Musik in alten Dorfkirchen drei Jahrzehnte älter geworden und jüngere Folk- und Weltmusikfans kommen leider nicht zu unseren außergewöhnlichen Sounderlebnissen in unseren besonderen Dorfkirchen“, stelle der Vorsitzende der Kleinkunstbühne Mons Tabor e.V. als Veranstalter, Uli Schmidt, bei der Begrüßung fest. Ein Blick durch die voll besetzten Reihen oder auf die Empore genügte, um festzustellen: Besucher/innen unter 60 Jahren konnte man an einer Hand abzählen. Aber trotzdem versprachen die Veranstalter, die Reihe mit Bands von allen Kontinenten bis 2026 fortzuführen, um diese dann im 31. Jahr mit einem großen Finale zu beschließen. „Aber es gibt ja genug Boomer, um im Westerwald jede Musik-Kirche zu füllen“, gab sich eine Aktive der Kleinkunstbühne optimistisch.

Schon nach wenigen, mit Akkordeon, Geige, Gitarre und Percussion erzeugten Takten, war klar, dass man nicht nach Italien reisen muss, um sich am südländischen Flair zu erfreuen: die aus Süditalien stammenden Musiker des Quartetts Domo Emigrantes nahmen die zahlreichen Gäste immer begeisterter mit in den tiefen Süden Italiens. Seit 2009 widmen sich Stefano Torre, Filippo Renna, Rocco Di Poppa und Andrea Dall’Olio den Musiktraditionen Süditaliens und des Mittelmeerraums. Sie präsentierten sich auch im Westerwald im Grenzraum zu Koblenz mit ihrer lockeren und warmherzigen Art emotional und mitreißend – ihre ansteckende rhythmische und verführerische Klangsprache erfüllte schnell das dadurch noch mehr überhitze Kirchenschiff.

Die traditionellen Klänge und individuellen Arrangements faszinierten immer mehr das Publikum, das sich zum Teil nicht mehr auf den Plätzen halten konnte und einfach versuchte dazu zu tanzen. Da der Platz dazu fehlte, meinte einer der Musiker schmunzelnd: „Dann tanzt doch auf euren Stühlen“ , was jedoch angesichts des schon angesprochenen Durchschnittsalters der Anwesenden keine zielführende Idee war.

Die wunderschöne und stimmig verpackte Rundreise zu den Gestaden des Mittelmeers war überaus vielseitig und energiegeladen. Zu den schon genannten gesellten sich weitere Instrumente wie die Bouzouki, die kurdische Saz oder die sizilianische Flöte Friscalettua. Eine Schlüsselrolle bei Domo Emigrantes spielt nach wie vor die Pizzica, die eher für Sizilien typische Tarantella. Das Repertoire der Gruppe ist aber sehr vielseitig und bedient sich mit Anleihen aus Griechenland und dem Balkan, teilweise meint man auch, Klänge aus Afrika oder der Türkei zu hören. Egal, der Sound atmet immer die salzige Luft des Mittelmeerraumes und ist in seinem Temperament geprägt von den heißen Temperaturen der Region. Meist sind die Lieder, oft vierstimmig vorgetragen, ergreifend und verbreiten das südliche Lebensgefühl, mal schnell und lauter, dann mal leise in Form eines Liebesliedes.

Mit zu dem herausragenden sommerlichen Konzerterlebnis beigetragen hatte auch die Evangelische Erlöser-Kirchengemeinde Neuhäusel, für die Jutta und Ole Pötter die Veranstaltung engagiert mitgestalteten. Diese wurden von Matthias Rösch, der unter den Gästen und bis vor wenigen Monaten noch Landesbehindertenbeauftragter in Rheinland-Pfalz war, für die barrierefreie Sanierung des Gemeindezentrums mit der benachbarten Kirche gelobt: „Wenn alle Gotteshäuser so barrierefrei wären, würde das für uns als Menschen mit einer körperlichen Behinderung vieles erleichtern“, so der Rollifahrer. Alle dankten darüber hinaus der Sparkasse Westerwald-Sieg und dem regionalen Energieversorger EVM für deren Unterstützung, ohne die so ein Programm mit hochrangigen Gruppen aus der ganzen Welt im Kultursommer Rheinland-Pfalz nicht möglich wäre.

Am Ende wollte das Publikum die Gruppe gar nicht mehr von der Bühne lassen, mit stehenden Ovationen wurde die eine oder andere Zugabe gefordert. Wie immer bei der Kleinkunstbühne Mons Tabor üblich, wurden an einem heißen Sommerabend die musikalischen Gäste aus Italien mit einem gemeinsamen Abendessen bei einem kühlen Wein oder Bier ins Hotel verabschiedet.

Pressemitteilung

Kleinkunstbühne Mons Tabor

Die traditionellen Klänge und individuellen Arrangements faszinierten das Publikum. Foto: Kleinkunstbühne Mons Tabor

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