Allgemeine Berichte | 04.01.2019

Mendiger Kulturreihe „Ars Vulcanica“: „Celtic Folk“ in der St. Genovefa Kirche

Musikalische Reise über die schottische Isle of Arran

Die begnadeten Musiker Christoph Sauniere und Joanne McIver verzauberten ihre Fans mit schottischen und irischen Klängen auf höchstem Niveau und wurden mit Standing Ovations bedacht

Frank Neideck (l.) bedankte sich bei den Künstlern für das außergewöhnliche Konzertund bei Frans Somers (2.v.l.) für die tolle Zusammenarbeit bei der Besetzung der Musikerfür die Mendiger Kulturreihe „Ars Vulcanica“. Fotos: FRE

Mendig. Was die Mendiger Kulturreihe „Ars Vulcanica“ in diesem Jahr zu bieten hatte, konnte sich sehen und hören lassen! Musiker aus Neuseeland, Schottland, Irland, Frankreich und Australien waren zu Gast in der Bierbrauerstadt. In Ihren Heimatländern gehören die Interpreten zu den ganz Großen der jeweiligen Musikszene. Nach Deutschland kommen sie, um das zu erleben, was in ihrer Heimat nicht mehr so oft möglich ist: Kleine Konzerte mit direktem Kontakt zum Publikum.

Ebenso wie im vergangenen Jahr hatten der Mendiger Touristik-Chef Frank Neideck und der Kenner der internationalen Kunst- und Musikszene sowie fachkundige Chef des Kulturvereins Müllenbach, Frans Somers, drei Konzerte der absoluten Spitzenklasse organisiert.

Am Freitag, 21. Dezember 2018, begrüßte Frank Neideck im Namen der Verbandsgemeinde und Stadt Mendig, des Fördervereins St. Genovefa sowie des Verwaltungsrates zahlreiche Freunde der schottischen und irischen Musik in der bis auf den letzten Platz besetzten Obermendiger Pfarrkirche St. Genovefa zum dritten und letzten Konzert der Ars-Vulcanica-Serie.

Unter dem Motto „Celtic Folk“ verzauberten die begnadeten Musiker Christoph Sauniere und Joanne McIver ihre Fans mit schottischen und irischen Klängen auf allerhöchstem Niveau.

Der in Mauretanien geborene Christoph Sauniere studierte in Frankreich Musik und wird inzwischen nicht nur in diesem Land als „Star-Harfenist“ gefeiert. Das Mitglied des „National Symphonic Orchestre de France“ und des „Royal Scottish National Orchestra“ wurde unter anderem für die Filmmusiken von „Titanic“, „Star Wars“, „der englische Patient“ und „Alien IV“ verpflichtet und versah die Soundtracks mit seiner ganz persönlichen Note!

Herzen des Publikums geradezu im Sturm erobert

Seine Ehefrau Joanne McIver hat sich dagegen einen hervorragenden Namen als „Dudelsackspielerin“ gemacht, die neben den Highland Bag- und Smallpipes auch das Spiel auf der Querflöte und verschiedenen Whistleflöten meisterhaft beherrscht. Nicht zuletzt verfügt die auf der schottischen Isle of Arran geborene Künstlerin über eine glockenhelle und ausdrucksstarke Stimme, mit der sie die Herzen ihres Publikums geradezu im Sturm erobert. Auch sie hat bereits bei verschiedenen Soundtracks mitgewirkt, so zum Beispiel für den Oscar-nominierten Film „Vatel“. Nicht zuletzt konzertiert Joanne McIver bei der britischen Botschaft in Paris bei allen offiziellen Anlässen. Das Paar wohnt mit seinen beiden ebenfalls musikalisch engagierten und inzwischen erwachsenen Kindern unweit von Paris.

In Mendig begeisterte die Künstlerin gemeinsam mit ihrem Ehemann bereits 2017 mit einem bemerkenswerten Konzert in der Laacher See-Halle und im Mai 2018 konzertierte sie mit der Band „Boann“ anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Pfarrkirche in Thür.

Wunderschöne Geschichten vom Leben auf der Isle of Arran

In der St. Genovefa Kirche faszinierten Christoph Sauniere und Joanne McIver mit vielen Eigenkompositionen, in denen Joanne McIver wunderschöne Geschichten von ihrer Familie und dem Leben auf der Isle of Arran „erzählte“, welche durch die sensiblen und besonders einfühlsam aufeinander abgestimmten Dudelsack-, Flöten- und Harfen-Klänge zu Leben erweckt wurden.

Während der musikalischen Reise über die schottische Insel Arran lernte das andächtig lauschende Publikum die „Herring Fishers“ beim Angeln ihrer „Silverdarlings“ (Heringe) oder auch „The Weathermen“ kennen, die auf dem höchsten Felsen der Insel das Wetter studierten.

Nicht zuletzt verriet Joanne McIver während ihres zauberhaft intonierten Songs „Shrinking the Cloth“, dass sie beim Stricken viele bunte Farben bevorzugt. In einem besonders geschichtsträchtigen Song ging es um die Ermordung des Highland-Clans McDonalds im Jahre 1692. Bei diesem Clan handelte es sich um die Urahnen von Joanne McIver. Die Highlander waren zu dieser Zeit Jakob II., König von England und Schottland, treu ergeben. Doch Jakob wurde ins Exil vertrieben und durch Wilhelm III. von Oranien ersetzt. Der neue König forderte bald den Treueschwur der Highland-Clans und setzte ihnen dafür eine Frist: Bis zum 1. Januar 1692 sollten alle den Eid geleistet haben. Da die McDonalds diese Frist nicht einhielten, statuierte Wilhelm von Oranien am 13. Februar 1692 ein blutiges Exempel. Pünktlich um fünf Uhr begannen die Soldaten ihr tödliches Werk und schlachteten einen MacDonald nach dem anderen ab – die wenigsten konnten Gegenwehr leisten oder fliehen. So wurde die wunderschöne Landschaft des Hochland-Tals Glen Coe zum Schauplatz des berühmtesten Massenmords Schottlands. McIver lag es übrigens ganz besonders am Herzen, ihre Lieder nicht nur in englischer, sondern zum Teil auch in der schottisch-gälischen Sprache „Gaelic“ zu singen. Sie erläuterte den Inhalt ihrer Songs jedoch sehr ausführlich in englischer Sprache.

Bevor das Publikum sich für die musikalisch und inhaltlich brillanten Darbietungen in Form von Standing Ovations bedankte, begab Joanne McIver sich während ihres mit einer Small Pipe intonierten „Amazing Grace“ vom Altar aus zum Ausgang der Kirche und kehrte mit ihrer Highland-Bag-Pipe zurück, auf der sie das bekannte Weihnachtslied „We Wish You a Merry Christmas“ intonierte. FRE

Christoph Sauniere und Joanne McIver verzauberten ihre Fansmit schottischen und irischen Klängen auf allerhöchstem Niveau.

Christoph Sauniere und Joanne McIver verzauberten ihre Fans mit schottischen und irischen Klängen auf allerhöchstem Niveau.

Musikalische Reise über die schottische Isle of Arran

Frank Neideck (l.) bedankte sich bei den Künstlern für das außergewöhnliche Konzert und bei Frans Somers (2.v.l.) für die tolle Zusammenarbeit bei der Besetzung der Musiker für die Mendiger Kulturreihe „Ars Vulcanica“. Fotos: FRE

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