-Anzeige- Die Musikschule Remagen stellt sich vor
Musizieren kennt kein Alter
Remagen. Um das Spielen eines Instrumentes zu erlernen, sei man nie zu alt, versichert Frank von Häfen. Dementsprechend breit ist das Alter der Musikschüler: Im Moment reicht es von 2 ½ Jahren bis Ende 60, berichtet der engagierte Schulleiter. Seine älteste Schülerin sei 90 Jahre alt gewesen. Sie habe mit 75 Jahren mit dem Spielen der Blockflöte begonnen und auch bei Konzerten mitgespielt.
Frank von Häfen leitet die von ihm 1998 gegründete Musikschule in Remagen, Alte Straße12. In Kripp, Mittelstraße 164 befindet sich eine Filiale, mit kleinem Musiksaal und angegliedertem Tonstudio. Von Häfen ist Diplom-Musiker (Klavier, Querflöte, Dirigat, zusätzliches Fach: Konzertgitarre) und Pädagoge. Nach seiner Ausbildung zum Instrumentalpädagogen hat er zusätzlich Heilpädagogik mit Schwerpunkt Sprachheilkunde absolviert. Er ist Dirigent des Stadtorchesters Remagen und musikalischer Forschungsleiter des OpenEarConcepts (Forschungsprojekt mit dem Ziel, das emotionale Hören, wie beispielsweise den Musikgenuss von Menschen mit Hörhilfen, wie Cochlea Implantate oder Hörgeräte zu verbessern).
Aufbauender Unterricht
Die musikalische Früherziehung beginnt bei den Kleinen mit 2 ½ bis 3 Jahren. Neben ersten Erfahrungen mit Instrumenten profitieren die Kinder zusätzlich vom Unterricht, weil Wahrnehmung und Sprache ebenfalls gefördert werden. Ab 5 bis 6 Jahren kann mit dem Blockflöte spielen begonnen werden. Neben dem Beherrschen des Instrumentes, lernen die Kinder Noten lesen, Rhytmik und das Musizieren in Gruppen. Außerdem wird die Sensorik, die zum späteren Erlernen von höheren Instrumenten benötigt wird, gefördert. Ab dem 2. Unterrichtsjahr nehmen die Flötenschüler an Konzerten teil. Mit dieser Grundlage können später andere Instrumente erlernt werden. Der Unterricht in der Remagener Musikschule folgt neuesten musikpädagogischen Erkenntnissen, bei denen die individuelle Entwicklung im Mittelpunkt steht. Alle Lehrkräfte, derzeit sind es acht, sind ausgebildete, bzw. studierte Musiker und haben die Lehrbefähigung erworben. Zwar sei es wünschenswert, ein Instrument so früh wie möglich zu erlernen, aber die Entwicklung des Kindes muss so weit sein, das es auch möglich ist, auch die Herausforderungen der Gegenwart spielen hierbei eine Rolle. Konzentrationsfähigkeit und Sensomotorik müssen entsprechend ausgeprägt sein. Unterricht in der musikalischen Früherziehung und Flötengruppen findet einmal wöchentlich in Gruppen mit bis zu acht Schülern statt. Alle anderen Instrumente werden mit Einzelschülern oder je nach Instrument maximal mit zwei Schülern unterrichtet. „Wir kümmern uns um jeden unserer Schüler individuell. Außerdem legen wir Wert auf einen aufbauenden Unterricht, der nicht nach zwei Jahren endet,“ betont Frank von Häfen.
Wichtig ist den Lehrern der soziale Aspekt ihrer Arbeit. Neben Integration ist die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben wichtig. Über Musik gelänge das sehr schnell, ist Frank von Häfen überzeugt. Seit der Gründung der Musikschule besteht ein Kooperationsabkommen mit der Seniorenresidenz Curanum. Die Musikschüler geben dort jährlich vier Konzerte: das Frühjahrskonzert, zu St. Martin, das Herbstkonzert und natürlich ein Weihnachtskonzert. „Bei dem St.- Martins-Konzert in diesem Jahr waren wir mit 51 Musikschülern im Curanum,“ berichtet er. Das Herbstkonzert ist das niveauvollste der Reihe, daran nehmen nur die besten Schüler der Instrumentalklassen teil. Insgesamt können die Musikschüler bei rund 30 Konzerten im Jahr auftreten, bei den meisten Konzerten spielt der soziale Aspekt eine große Rolle.
Beratung bei der Auswahl des richtigen Instruments
Auch Personen, die Schwierigkeiten haben, den Unterricht oder die Anschaffung eines Instruments zu finanzieren, werden unterstützt. Dazu wurde eigens eine Stiftung gegründet. Die Stifter, dazu gehören die Musikschule, das Stadtorchester Remagen, die Lehrer sowie Geschäftsleute der Region, unterstützen bei Bedarf Personen beim Kauf eines Instruments oder bei der Finanzierung von Unterricht, teilweise bis zum Studium. Insgesamt stehen bis zu 25 Stipendiaten-Plätze zur Verfügung, die derzeit nicht komplett belegt sind.
Besteht Interesse an einem Instrument, kann dies zunächst in manchen Fächern von der Musikschule geliehen werden. Ziel ist jedoch, dass die Musikschüler ein eigenes Instrument erwerben. Die Lehrer der Musikschule beraten bei der Auswahl des richtigen Instruments. Die Musikschule arbeitet beispielsweise mit dem Koblenzer Bläserstudio zusammen, das Mietkauf für Blasinstrumente anbietet. Regelmäßig in den Ferien findet zudem das von der Musikschule organisierte Instrumentenkarussell statt, dort können Musikinstrumente ausprobiert werden. „Außerdem haben wir von den Nonnen auf Nonnenwerth nach der Auflösung des Klosters eine größere Anzahl von Instrumenten bekommen, mit der Maßgabe, diese für caritative Zwecke zur Verfügung zu stellen,“ berichtet Frank von Häfen. Diese Instrumente würden jetzt nach und nach aufgearbeitet und könnten dann ausgewählten SchülerInnen ebenfalls zur Verfügung gestellt werden.
„Musik und musizieren kennt kein Alter,“ ist die Erfahrung von Frank von Häfen. Während Kinder oft noch Grundfertigkeiten der Motorik und Konzentrationsfähigkeit erlernen müssten, seien diese bei erwachsenen Schülern bereits vorhanden. Aber die erwachsenen Schüler würden häufig mit den eigenen Ansprüchen kämpfen, so seine Erfahrung. Erwachsene kämen häufig im Alter von rund 30 Jahren in die Musikschule, um an Erfahrungen, die sie in der Jugend gemacht haben, anzuknüpfen. Die Sechzigjährigen sei die zweite größere Gruppe der Erwachsenen, die sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen und das Spielen eines Instruments erlernen.
Eine Übersicht über das Angebot der Musikschule Remagen und weitere Informationen findet man auf der Homepage (www.musikschule-remagen.de). KS
Frank von Häfen leitet die von ihm 1998 gegründete Musikschule in Remagen. Foto: KS
Die Weihnachtsgala ist ein Highlight in der Vorweihnachtszeit. Foto: privat
Frank von Häfen (l.) beherrscht verschiedene Instrumente. Foto: privat
Wichtig ist Frank von Häfen der soziale Aspekt der Arbeit. Foto: privat
Die Musikschüler geben regelmäßige Konzerte. Foto: privat
