Sprachförderkräfte zum Schuljahresende in Dohr verabschiedet
Nach den Sommerferien gut vorbereitet in die Stammklassen
Dohr. Am 14. März 2022 kamen die ersten ukrainischen Flüchtlingskinder an die Grundschule nach Dohr. Die Hilfsbereitschaft seitens der Menschen war groß. Die Bürgermeister bemühten sich um Wohnraum für die Familien. Russisch sprechende Eltern übersetzten bei der Schulanmeldung und der Förderverein der Grundschule organisierte Sachspenden, damit die Kinder die notwendigen Schulmaterialien zum Lernen hatten.
Die drei ukrainischen Flüchtlingskinder an der Grundschule Dohr hatten Glück, dass sie von Anfang an täglich von 7.45 Uhr bis 9.20 Uhr in der deutschen Sprache unterrichtet wurden. Auf Anfrage der Schulleitung erklärten sich die zwei ehemaligen Lehrerinnen der Grundschule Dohr, Agnes Bohlen und Hildegard Dunkel, ehrenamtlich bereit, den Sprachunterricht zu übernehmen. Die Lehrerinnen erarbeiteten gemeinsam ein Konzept. Glücklicherweise kam Renata Hilken, die aus Litauen stammt und wohnhaft in Faid ist, zur Übersetzung dazu. Renata hatte in Litauen Deutsch studiert und ebenfalls Erfahrung mit Sprachkursen. Sie war täglich im Unterricht dabei und ermöglichte durch ihre Übersetzung ins Russische, dass die Kinder sich mitteilen konnten. Alle Arbeitsaufträge wurden erst durch Renata für die Kinder verständlich. So hatten die Kinder ein multiprofessionelles Team, dank dessen sie spielerisch den Wortschatz zu vielen relevanten Bereichen des täglichen Lebens erarbeiten konnten. Teil des Sprachunterrichts waren auch Unterrichtsgänge, zum Beispiel zum Supermarkt. Beim Einkaufen lernten die Kinder die Namen der Lebensmittel kennen. Bildkarten mit ukrainischen und deutschen Untertiteln halfen den Kindern, die wichtigsten Bedürfnisse auszudrücken. Parallel dazu wurde auch das Lesen und Schreiben geübt. Glücklicherweise kannten die Kinder aus dem Englischunterricht in der Heimat die lateinischen Buchstaben. Die Lautzuordnungen mussten allerdings neu gelernt werden. Nachdem die Kinder viele deutsche Wörter verstanden, sprechen und schreiben konnten, wurden gemeinsam Sätze gebildet.
Nach vier Monaten intensivem Sprachtraining sind die Kinder jetzt gut vorbereitet. Nach den Sommerferien starten sie in ihren Stammklassen im zweiten, dritten und vierten Schuljahr.
Die Vorsitzende des Fördervereins, Frau Jasmin Thielen, überreichte jeder Sprachförderkraft einen Gutschein. Der ukrainische Schüler David Kyrylchuk bedankte sich im Namen der ukrainischen Kinder und der Schulgemeinschaft bei seiner „Best Crew Ever“ mit Blumen. Von links nach rechts: Agnes Bohlen, David Kyrylchuk, Hildegard Dunkel, Jasmin Thielen, Renata Hilken. Foto: privat
