Besuchermassen strömten am Wochenende über den Linzer Handwerkermarkt
Nach der Sonne sorgte „Linz leuchtet“ für ein Farbenmeer in der Bunten Stadt
Linz. Freie Parkplätze waren Mangelware in der Bunten Stadt am Rhein am frühen Sonntagnachmittag eines wahrhaft Goldenen Oktobers. Glücklich wer rechtzeitig angereist war und angesichts des strahlenden Sonnenschein und eines wolkenlos-blauen Himmel bei den Außengastronomien das mediterrane Flair der Stadt genießen konnte, nachdem das abwechslungsreiche und individuelle Sortiment des Fach- und Einzelhandels am verkaufsoffenen Sonntag der Linzer Werbegemeinschaft sowie die Angebote des Kunsthandwerkermarktes auf dem Marktplatz ausgiebig inspiziert worden war.
Schon ab dem frühen Samstagvormittag hatten sich zahlreiche Handwerker und Bastler dort mit ihren Waren präsentiert. „Es ist immer wieder überraschend, was so aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt werden kann“, staunte Familie Thiesen, die mit Kölner Freunden schon am Vormittag aus Bonn angereist war. Vor allem die großen Vogelhäuser am Ratsherren-Brunnen bestaunte sie, zu denen sich uralte Gusseisen-Küchenwölfe gesellten, die schneeweißen Lampenschirmen als -fuß dienten. Durch eine bereite Fußgängerpassage getrennt, stellte gegenüber ein Holzschnitzer Tobias mit Erzengel Raphael, dem Schutzengel der Reisenden, neben Christophorus, dem entsprechenden Schutzheiligen aus. Zu diesen gesellten sich Erzengel Michael mit dem Flammenschwert, der heilige Georg als Drachentöter sowie musizierende Putten neben der Madonna mit dem Christuskind.
Aber auch an die nahe Weihnachtszeit war mit dem Krippen-Händler gedacht. An einen anderen Stand türmten sich hoch aufragende Serpentinenkerzen in drei Farbnuancen neben mehrfarbigen Kerzenkugeln. Kerzen waren neben Windlichter auch in den herbstlichen Kränzen etwa aus dünnen Weidenruten oder Tannenzapfen integriert. An den nahenden Winter mit klirrend kalten Temperaturen erinnerte auch der Stand mit Mützen Hüten und Kappen, Pulswärmern und breiten Schals aus wärmender Wolle, während andere Händler das starke Geschlecht rechtzeitig vor dem Fest daran erinnerten, dass nicht nur diamants, sondern auch Schmuck aus Silber und Gold are the girls best friends.
Tagine oder auch Tawagine genannte Kasserollen der nordafrikanischen Küche bot ein Händler vor dem Rathaus an. Nicht ganz so weit, aber immerhin auch noch in den sonnigen Süden entführten Kochlöffel, Bretter, Schalen und Mörser aus Olivenholz sowie Toskana-Weinsets aus Goldglas mit bläulichem Rand, neben denen Paper-weights und mundgeblasenen Stifthalter das Interesse der Besucher auf sich zogen. Weit zurück in die Vergangenheit, ins Unterdevon vor rund 400 Millionen Jahren bis in die Kreidezeit, die vor rund 70 Millionen Jahren endete, führten die kleinen und großen Ammoniten, die etwa Brunnen und Vogeltränken bevölkerten. Neben diesen Fossilien gab an dem Stand Halbedelsteine von Achaten bis Charoiten über Malachiten und Obsidianen bis zu Pyriten und Tigeraugen alle nur erdenklichen Halbedelsteine zu kaufen.
Natürlich war mit Büffelkäse aus den Abruzzen, sizilianischem Zwiebelkäse, Heublumenkäse und Käse voller Alba-Trüffel auch an die Gourmets gedacht. Die machten auch beim Olivenöl und Essighändler Halt, dessen Produktpalette von Cranberry und Blaubeere sowie Feige-Dattel über Granatapfel und Haselnuss bis zu Traube-Vanille, Waldmeister und Zitrone-Lavendel reichte.
Linz leuchtete noch farbenfroher als sonst
Am Abend dann leuchtete die Bunte Stadt noch farbenfroher als ansonsten. Der Förderverein Sankt Martin hatte 2011 die Idee, die spätromanische Basilika von außen, aber auch den Innenraum im Wechsellicht durch Architekturscheinwerfer mit Farbwechslern in ganz besonderem Licht zu illuminieren und diesen optischen Effekt noch durch musikalische Akzente zu unterstreichen. Das hatte den damaligen Stadtmanager Thomas Herschbach auf die Idee gebracht, mit dem Rathaus, dem Neutor und der Burg von Linz drei weitere Sehenswürdigkeiten zum Ende der Hauptsaison von 18 bis 22 Uhr durch Lichtinstallationen in einem Wechselspiel der Farben erstrahlen zu lassen.
Auch dieses Jahr waren historische Gebäude vom Burgplatz über den Buttermarkt bis hin zur Marienkirche in die von den Licht- und Tontechnikern Marcus Bochert und Martin Kohl geleitete Schau integriert, wobei diese wieder durch kleine Konzerte ergänzt wurde. Während auf dem Burgplatz Drehorgelspieler Jörg Militzer von der Geigerin Simone Litschel begleitet wurde und die Linzer Sängerin Ruth Zimmermann mit Begleitung die Besucher der katholischen Kirche begeisterte, lud die a capella-Gruppe „Die Kellner“ auf dem Buttermarkt zu einer musikalischen Reise mit den besten Pop- und Rocksongs der letzten Jahrzehnte ein. Frei nach dem Motto „pure voices, pure passion. just a cappella“ verleiteten romantische Ballade, deutsche Kulthits und feinster Rock zum rhythmischen Mitschnippen und -wippen.
Dass die Kondition der Besucher an dem lauen Spätsommerabend nicht nachließ, dafür sorgten die Gastronomen nicht nur mit Apfelpunsch und Kölsch sowie leckeren Weinen aus der Region und Federweißem, sondern auch mit leckeren Antipasti, einer Riesen-Paella, Zwiebelkuchen und Uhles.
DL
Tagine, afrikanisches Kochgeschirr mit typisch marokkanischem Dekor entführte die Besucher in den Norden des schwarzen Kontinents.
Der Goldene Oktober lockte schon am Samstag zahlreiche Besucher in die Bunte Stadt.
Auch die „Agnes“ auf dem Buttermarkt erlebte am Samstagabend ihr grünes und blaues Wunder.
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