Allgemeine Berichte | 17.03.2020

Ehrenamtsbörse Wachtberg geht an den Start

Nachbarschaftshilfe in der Corona-Krise

Hilfe über das Telefon. Das versuchen die ehrenamtlichen Helfer von der Ehrenamtsbörse Wachtberg zu koordinieren, die eigens eine eigene Servicenummer geschaltet haben. Foto: pixabay

Wachtberg. „Wachtberg hilft“ - nach diesem Motto haben sich alle Wachtberger Facebook-Gruppen zusammengeschossen und über die Auswirkungen der Corona-Krise in Wachtberg zu informieren und Hilfsangebote zu koordinieren.

Auch die Wachtberger-Ehrenamtsbörse ging nun unter dem Eindruck der Corona-Krise an den Start. Nicht als Konkurrenz zu den Facebook-Gruppen, sondern als „praktikable Ergänzung“, erklärt Theo Hüffel. Er hatte bereits in 2018 einen Bürgerantrag zur Einrichtung einer Ehrenamtsbörse bei der Gemeinde gestellt. „Jetzt geht es um schnelle Hilfe und nicht um bürokratische Hindernisse“, so Hüffel. Unterstützt wird die Planung und Organisation der Ehrenamtsbörse von Michael Turley, der bereits vor Jahren die Einführung der Ehrenamtskarte bei der Gemeinde Wachtberg veranlasst hatte. Damit können ehrenamtlich Tätige bei zahlreichen Geschäften in ganz Nordrhein-Westfalen und der Gemeinde Wachtberg selbst Rabatte und Vergünstigungen erhalten.

Nach intensiver Vorarbeit wurde in Rekordzeit „praktisch über Nacht“, so Hüffel , die Homepage: www.ehrenamtsboerse-wachtberg.de einschließlich einer Datenbank aufgebaut.

Bereits wenige Stunden nach Online-Stellung der Homepage registrierten sich auf diesem System über dreißig Wachtbergerinnen und Wachtberger, die sich aktiv einbringen werden.

„Zurzeit hält Corona die ganze Welt in Atem. Schulen und Kindergärten werden geschlossen.

Ganz viele Menschen sind betroffen, die jetzt unsere Aufmerksamkeit benötigen,“ so Hüffel in der Presseerklärung.

„Gerade ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen benötigen nun unsere besondere Aufmerksamkeit. Aber auch Familien und Alleinerziehende brauchen während der schul- und kindergartenfreien Zeit Hilfe bei der Kinderbetreuung“ heißt es weiter. Unter der zentralen Rufnummer 0160 – 95 45 55 54 können sich Hilfesuchende und Helfer melden,

wenn sie Unterstützung benötigen oder ihre Hilfe anbieten möchten. Der Dienst ist kostenlos, weil er von vielen engagierten Wachtbergerinnen und Wachtbergern ehrenamtlich getragen wird.

Wie kann die Hilfe aussehen? Beispielsweise für Einkaufsdienste, für die Unterstützung von Kinderbetreuung, kurzfristige Versorgung von Haustieren, Hilfe bei Behördengängen, Abholung von Medikamenten bei der Apotheke etc. können Hilfesuchende und Helfer koordiniert werden.

Die Ehrenamtsbörse Wachtberg sieht sich als eine Einrichtung, die auf Dauer angelegt ist.

„Natürlich können wir keine langfristigen, gewerblichen Arbeiten ausführen, weil wir alles nur ehrenamtlich machen. Wir sind aber da, wenn es mal eng wird und wirklich spontane Hilfe erforderlich ist. Betroffene Menschen sollen wissen, dass sie nicht alleine sind,“ so die Initiatoren der Ehrenamtsbörse.

Was ist, wenn hilfesuchende Bürger kein Internet haben?

Auch hierfür ist vorgesorgt. Neben einem zentralen Flyer, der ab Mitte März in den Wachtberger Geschäften ausliegen soll, ist auch auf der Homepage eine spezielle Seite zum Ausdrucken eingestellt. „Jeder, der eine Person oder Familie kennt, die in Schwierigkeiten geraten könnte, kann diesen Zettel ausdrucken und dort abgeben“ erklärt Hüffel, der sich zusammen mit dem Ehrenamtsteam über die große Solidarität der Wachtberger Bürgerinnen und Bürger freut.

„Bereits bei den Wachtberger Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre hat sich die übergroße Hilfsbereitschaft und Solidarität der Wachtbergerinnen und Wachtberger gezeigt“, ergänzt Turley, der seinerzeit in Zusammenarbeit mit der Universität Bonn federführend bei der wissenschaftlichen und soziologischen Aufarbeitung der Sturzfluten involviert war.

Die Ehrenamtsbörse ist über die Hotline und die E-Mail: info@ehrenamtsboersewachtberg.de rund um die Uhr erreichbar.

Hilfe über das Telefon. Das versuchen die ehrenamtlichen Helfer von der Ehrenamtsbörse Wachtberg zu koordinieren, die eigens eine eigene Servicenummer geschaltet haben. Foto: pixabay

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