Allgemeine Berichte | 06.09.2016

Lange Museumsnacht 2016 in Koblenz

Nachtschwärmer entdeckten Kunst

25 Museen, Galerien und Ateliers hatten ihre Türen bis ein Uhr nachts geöffnet

Kurz vor Mitternacht zeigte Claudia Heitmann, wie „Highlighthopping“ durch die Dauerausstellung des Mittelrhein-Museums funktioniert.

Koblenz. Mit neuem Logo hat sich die im Jahr 2000 installierte „Lange Nacht der Museen“ zur Museumsnacht gemausert. Mit 25 teilnehmenden Museen, Ateliers und Galerien war sie auch dieses Jahr wieder als ein kultureller Höhepunkt in der Stadt zu erleben. Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig eröffnete die Veranstaltung dieses Mal in der Langen Linie der Festung Ehrenbreitstein. Es gab viel anerkennende Worte, vor allem in Richtung Thomas Metz, Leiter der Generaldirektion Kulturelles Erbe, über die mit der BUGA 2011 erreichte positive Wandlung der Festung. Die gelungene Verbindung von Gastronomie und Kultur sei ein starker Besuchermagnet. Brigitte Schmutzler, Direktorin des Landesmuseums, das seit sechzig Jahren sein Zuhause auf der Festung hat, machte den „Flaneuren“ der Museumsnacht Appetit auf die Veranstaltungs-Highlights in den vier Ausstellungshäusern. Dem Ausstellungsthema „Der blaue Dunst. Zur Kulturgeschichte des Rauchens“ im „Haus des Genusses“ wurde mit der Darbietung einer kubanischen Zigarrenrollerin, mit kubanischen Cocktails, Salsamusik und Showtanz Leben eingehaucht.

Licht und Landschaft

In der Festungskirche stellte der Koblenzer Maler Andreas Bruchhäuser im Interview mit Kalle Grundmann seine von Lichtstimmungen beherrschten Landschaftsbilder vor. Andernorts konnte sich der Besucher von den skurrilen Welten in Frank Kunerts „Wunderland“ überraschen oder sich im Fotoprojekt „Westfront“ von Markus Redert an Orte der Zerstörung und Veränderung entlang der ehemaligen Frontlinie führen lassen. Noch weiter in der Zeit zurück ging es in der faszinierenden Ausstellung „Eiszeitsafari“. Bei dem Rundgang beeindruckten besonders die riesigen, lebensecht rekonstruierten Tiere, wie Mammuts und Elche. Um in den Ort Ehrenbreitstein zu gelangen, war der Schrägaufzug eine gute Wahl. Im dortigen Rhein-Museum lief innerhalb des vielseitigen Programms die alte Dampfmaschine, oder Museumsleiter Dr. Rainer Doetsch zeigte den Gästen mit viel Herzblut besonders interessante Exponate. Tiefer in den Gassen Ehrenbreitsteins luden etliche Ateliers und Galerien zu einem Besuch ein. Wie der Kunstverein Mittelrhein -KM570-. Hier überraschten die Effekte der Leuchtfarben-Installation des Künstlers Franziskus Wendels. In der Galerie Gudrun Lüpke stellten drei Künstlerinnen in einer gemeinsamen Aktion ihre fotografischen, malerischen und porzellanenen Positionen vor. Mit Pendelbus oder Rheinfähre gelangten die Gäste bequem an das andere Rheinufer, wo es noch weitere Kunst-Erlebnisse zu entdecken gab. Beispielsweise im Atelier Barbara Gröbl. Dort wurden mit der Ausstellungseröffnung „Paradies“ Einblicke in das grafische Werk von Markus Pfaff und in seine Sicht auf mehr oder weniger Heile-Welt-Orte gewährt. Im „Atelier am Schloss“ von Sandra Hundelshausen vereinten sich Skulpturen von Peter Vater mit ihren Bildern. Musik und ein meditatives Bewegungsangebot von Anne Damm gab es als Beilage. Wer sich als Loreleylied-Sänger, Burgen-Bauer oder Echo-Rufer betätigten wollte, ging ins Romanticum, die interaktive Erlebnisausstellung rund um den Mythos Rhein. Direkt nebenan, im Mittelrhein-Museum, erwartete die Besucher bis nach Mitternacht ein enorm vielseitiges und umfangreiches Programm-Angebot. Selbst zum Highlight-Hopping am Schluss fand sich noch eine große Gruppe von Kunstinteressierten zusammen, die sich von Claudia Heitmann gerne auf sehr besondere Weise durch die Dauerausstellung führen ließen. Wirklich schade, dass es einfach nicht zu schaffen ist, jedes teilnehmende Haus und sein Engagement für die Museumsnacht mit einem Besuch zu würdigen. Dabei wäre es doch so reizvoll gewesen, auch das Angebot von Ludwig Museum, AKM im Haus Metternich, DB Museum und den vielen kleineren Ausstellungsorten kennenzulernen. Der einzige Trost ist der Blick auf die Museumsnacht 2017, in der eine neue Auswahl getroffen werden kann.

BSB

Oberbürgermeister Hofmann-Göttig eröffnete die Museumsnacht in der Langen Linie der Festung Ehrenbreitstein. BSB

Oberbürgermeister Hofmann-Göttig eröffnete die Museumsnacht in der Langen Linie der Festung Ehrenbreitstein. Fotos: BSB

Rhein-Museumsleiter Rainer Doetsch (2. v. li.) zeigte Bilder, die Geschichten erzählen.

Rhein-Museumsleiter Rainer Doetsch (2. v. li.) zeigte Bilder, die Geschichten erzählen.

Kurz vor Mitternacht zeigte Claudia Heitmann, wie „Highlighthopping“ durch die Dauerausstellung des Mittelrhein-Museums funktioniert.

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