Kleinkunstbühne Mons Tabor schließt nach fast 4 Jahrzehnten
Nachwuchs zum Überleben auf professionellem Niveau fehlt
Montabaur.Bei der Kleinkunstbühne Mons Tabor im Westerwald, einem gemeinnützigen Kulturveranstalter mit fast vier Jahrzehnten Geschichte, droht das Ende der kulturellen Beiträge aufgrund von Nachwuchsmangel. Trotz der künstlerischen und organisatorischen Erfolge von Veranstaltungen wie „Musik in alten Dorfkirchen“, „Westerwälder Kabarettnacht“ und dem „Folk & Fools“ Kleinkunstfestival, sieht sich die Bühne ohne neue Interessierte außer Stande, diese Traditionen weiterzuführen. Im November 2026 könnte mit der 37. Ausgabe des „Folk & Fools“ das letzte Event in der Stadthalle Montabaur über die Bühne gehen.
Die Entwicklung der freien Kultur in Montabaur verlief bisher aufsteigend, mit Unterstützung von städtischer und Landesebene. Es formten sich neben der Kleinkunstbühne neue Kulturveranstalter wie das „b-05“ und „Kultur im Keller“. Für Jugendliche entstanden Angebote wie das „Subwood Festival“. Doch gegenwärtige Sorgen um die Zukunft mancher Veranstaltungen führten zu einem Treffen der Beteiligten vor der Jahreshauptversammlung zum Thema „Wird der Aufschwung der freien Kultur in Montabaur gebremst?“
Die Leiterin der „Kellerkinder“, Jutta Linden-Quirmbach, äußerte Sorgen um den Fortbestand ihres Projekts im Falle eines Verkaufs ihres historischen Veranstaltungsorts. Brigitte Hübinger und Mirko Meurer von der „Kellerbühne“ hoben die Bedeutung des Ambientes für den Erfolg hervor. Die Kulturschaffenden teilen die Hoffnung, dass es für die betroffenen Projekte weitergehen wird.
Beim Jahresauftakt der Kleinkunstbühne Mons Tabor im „Kulturkeller“ zeigte sich Vorsitzender Uli Schmidt (Horbach) zufrieden mit dem letzten Veranstaltungsjahr und bedauerte das bevorstehende Ende der Bühne mangels ehrenamtlichem Nachwuchs. Die Veranstalter möchten alle Formate bis zum Schluss professionell fortsetzen, was nach Aussage des technischen Leiters Torsten Schmitz (Ransbach-Baumbach) angesichts hoher professioneller Standards in der Technik, Künstlerbetreuung, Werbung und Programmierung machbar scheint.
Finanziell steht die Bühne trotz Pandemie gut da, wie Kassenführer Carsten Frenzel (Westerburg) und Volker Kram (Montabaur) berichten. Die Digitalisierung des Kartenvorverkaufs sei ein weiterer positiver Aspekt. Aktuelle Informationen zu Veranstaltungen finden Interessierte auf der Webseite der Kleinkunstbühne.
Für 2024 ist das Programm bereits gesichert, mit der Eröffnung durch „Kabarett am Gelbach“. Die Bühne endet das Jahr 2023 mit dem 33. „Folk & Fools“. Es bleibt ein Funken Hoffnung: Sollten sich neue Freiwillige finden und einarbeiten lassen, könnte die Kleinkunstbühne über 2026 hinaus fortbestehen. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Mitarbeit stehen per E-Mail bereit.BA
