Auch im April wurde es im rheinischen Fastnachtsmuseum in Koblenz richtig karnevalistisch
Nachwuchsstar Clara Hähn gewinnt den Ulles-Pokal!
Kowelenzer-Ulles-Pokal verliehen und Prinzenecke eingeweiht
Koblenz. Die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) hatte am 4. April gleich zu drei bedeutsamen Ereignissen ins rheinische Fastnachtsmuseum ins Fort Konstantin an der Koblenzer Karthause eingeladen.
Die Museumssession ist eröffnet
Mit der feierlichen Einweihung der aktualisierten Prinzenecke wurde ganz nebenbei auch die diesjährige Museumssession in der 2001 eröffneten Ausstellung gestartet. An jenem Abend war aber nicht nur das noch amtierende Prinzenpaar der Stadt Koblenz anwesend, sondern auch zahlreiche Vertreter der in der AKK angeschlossenen Vereine. Diese nutzten traditionell den Anlass, ihre diesjährigen Sessionsorden dem Museum zeremoniell zu übergeben.
Nachdem AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich, dessen Ornat als erstes in der prägnanten Prinzenecke ausgestellt worden ist, die anwesenden Gäste begrüßte, übernahm der neue Direktor des Museums, AKK-Vorstandsmitglied Andreas Heering, das Wort. Er skizzierte unter anderem seine Vorstellungen bezüglich Veränderungen des im Kehlturm, der in den 1820er Jahren erbauten preußischen Festungsanlage, befindlichen Museum. Beispielsweise wünscht er sich für die Prinzenecke hochwertige Trägerpuppen mit Gesichtern und Haaren, verbesserte Licht- und Informationsinstallationen so wie die eine oder andere farbliche Neugestaltung. Auch äußerte er seine Vision, bei entsprechender Mithilfe der angeschlossenen Vereine, das Museum auf eine weitere Etage zu erweitern.
Ferner verwies er darauf, dass die AKK auch bei der „langen Nacht der Koblenzer Museen“ am 07.09.2019 mit ganz besonderen Aktionen teilnehmen würde.
Zum Ende seiner Rede bedankte er sich bei insgesamt schon acht Vereinen, welche sich bereit erklärt haben, in diesem Jahr einen sogenannten „Museumsdienst“ zu übernehmen. Sprich mit Mitgliedern an den Öffnungstagen als Experten, Führungen und Ansprechpartnern den Besuchern zur Verfügung zu stehen.
Die Stars des Kowelenzer Karnevals hinter Glas!
Worte des Dankes gab es auch von Prinz Hubertus (Kleppel) von Rhenus und Mosella und seiner Lieblichkeit Confluentia Sabine (Helmes) vom Rheinisch-Venezianischen Karneval. Diese bedankten sich abermals bei all den Helfern für eine gelungene Session. Die sympathischen Erzkarnevalisten empfanden es zudem „als komisch
und unglaublich“, nun ihre Kleidung und die nun zu Exponaten gewordenen, zeremoniellen Gegenstände ihrer Kampagne hinter Glas in einem Ausstellungsraum zu erblicken. Daran anschließend eröffnete das Prinzenpaar der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft gemeinsam mit den Vertretern der AKK ihre Prinzenecke im ersten Stock der 350 m² großen Ausstellung.
Bei Sekt und Häppchen konnten sich die rund 50 Gäste sodann im Museum ein wenig umschauen, bevor Präsident Möhlich die zahlreichen anwesenden „Stars des Kowelenzer Karnevals“ in den Keller bat, um dort den beiden Auftritten
der nominierten des Kowelenzer-Ulles Pokales zu lauschen.
Nachwuchsstars gesucht!
Denn es galt nun noch, den Gewinner des erstmalig ausgelobten Wanderpokals zu ermitteln. Gestiftet wurde die 11,11 kg schwere und mit 222 Euro dotierte Auszeichnung von der Karnevalsgesellschaft der Rheinfreunden von 1845 aus Koblenz-Neuendorf. Der ruhmreiche Verein will damit den besten Vortrag oder die eindrucksvollste Gesangsdarbietung im Sitzungskarneval eines Künstlers bis zum 21. Lebensjahres ehren und würdigen. Zunächst ging mit Clara Hähn „DER“ Shootingstar der stolzen Gülser Seemöwen, bewaffnet mit einem Eimer voller Blumen in Ihrer Latzhose auf die kleine Bühne. Die achtjährige Schülerin, welche bereits in der Session 2017 / 2018 ihr Bühnendebüt gab, war auch in diesem Jahr mit Auftritten bei der Seniorensitzung, der Prinzensitzung und der Damenprunksitzung des eigenen Möhnenvereins in der Rhein-Mosel-Halle die mit Abstand jüngste Akteurin im Karneval in der Stadt an Rhein und Mosel. Trotz des jungen Alters legte sie auch im rheinischen Fastnachtsmuseum, wie ein alter Bühnenhase, einen souveränen und fehlerfreien Auftritt hin. Sie berichtete mit gekonntem Mienenspiel in einem rund 15 minütigen Vortrag im perfekt gereimten kölschen Dialekt von den Schwierigkeiten beim Tapezieren und über Probleme mit einem undichten Dach.
Ihr folgte das ebenfalls talentierte, nur um wenige Jahre ältere Geschwisterpaar Lia & Nic Alsbach. Die jungen Künstler aus Lay erzählten auf Hochdeutsch mit starken Kowelenzer Einschlag so manche Geschichte von zu Hause. Keck, frech und untermalt mit so manchem Tanz auf bekannte Schlagersongs, erzählten sie mit schauspielerischen Einlagen unter dem Motto „wenn die Eltern komisch werden“ Anekdoten von Oma, Opa und der ganzen Familie.
Knappe Entscheidung
Nach den beiden mit starkem Applaus quittierten, launischen und gelungenen Auftritten der Nachwuchskünstler, zog sich der als Jury fungierende Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval zu einer schwierigen Besprechung zurück.
Nach über 15 Minuten langer Diskussion wurde schließlich ein Sieger, genauer gesagt eine verdiente Siegerin gefunden. Vizepräsident Christian Johann und AKK Präsident Franz-Josef Möhlich riefen schließlich die junge Gülser Möhne Clara Hähn als Siegerin aus. Nicht aber, ohne mehrfach zu betonen, wie kompliziert, schwierig und undankbar diese Entscheidung gewesen wäre. Beide Auftritte hätten eine sehr hohe Qualität und Kurzweiligkeit besessen. Trotzdem konnte es am Ende nur einen Sieger geben.
Die glückliche Siegerin konnte ihren Erfolg kaum in Worte fassen, erklärte aber gegenüber BLICK aktuell nach einem Fotoshooting mit dem großen Pokal schlagfertig, ganz modern vom Gewinn sich „eines dieser coolen Mini-Elektroautos für Kinder im Stil echter Autos“ kaufen zu wollen. Sollte ihr Autotraum jedoch „zu teuer werden“, würde sie sich aber auch über eine „besonders große Murmelbahn“ sehr freuen.
Tipp für alle interessierten am Brauchtum Karneval:
Das rheinische Fastnachtsmuseum im Kehlturm des Fort Konstantin ist zwischen April und Oktober jedes erste und dritte Wochenende an Samstagen und Sonntagen zwischen 14:00 und 17:00 Uhr für einen Eintritt von 2,00 Euro (Kinder 1,00 Euro) geöffnet.
Roland Schäfges
- www.myfoto24.eu
Die drei Nominierten posierten vor der Verkündung des Ergebnisses mit dem Objekt der Begierde. Foto: Roland Schaefges
Clara Hähn begeisterte das Publikum im vollen Veranstaltungsraum des Museums. Foto: Roland Schaefges
Foto: Roland Schaefges
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