Tourist-Information, Naturschutzbund, Bürgerverein, Garten-Börse & Bienen-AG bringen Frühlingsstimmung vor das Rathaus
Natur-Tag lässt Montabaur erblühen
Montabaur. Bunt bemalte Ostereier sind an einem Kranz am Brunnen vor dem Rathaus aufgereiht. Ein österlicher Brauch, übernommen aus dem süddeutschen Raum. Passanten bestaunen die Attraktion, knipsen ein Foto, und bleiben an den Ständen des Natur-Tags vor dem Rathaus stehen. Die Frühlingssonne trägt ihren Teil zur frohen Stimmung am Samstagnachmittag bei.
Idee des neuen City-Managers
„Wir freuen uns darüber, dass sehr viele Leute den Brunnen bestaunen und fotografieren, und es gab heute schon sehr interessante Gespräche hier an den Ständen“, freuen sich Karin Maas und Monika Decker von der Tourist-Information.
„Wir haben seit diesem Jahr einen neuen City-Manager, Josef Schüller, der mit ganz vielen neuen Ideen hier in die Stadt gekommen ist, der vor allen Dingen einen tollen Blick von außen hat. Und der hat als eine der ersten Ideen diesen Osterbrunnen mitgebracht.“ Am Vortag wurden die bunten Eier bereits am Brunnen aufgehängt, die an einem Samstag davor von Kindern bemalt worden waren.
Insektenschutz
„Das ist ein schöner Brauch, gerade weil er Familien mit Kindern anspricht“, findet auch Roger Best, der Vorsitzende des Naturschutzbundes Montabaur.
Das Motto „Blühendes Montabaur“ habe sich auch der NABU auf die Fahnen geschrieben: naturnahe Gärten, mehr Natur in der Stadt.
„Gerade das Thema Bienen interessiert uns sehr. Deshalb haben wir auch die Wildbienen-Ausstellung aufgebaut. Wir hoffen, dass die Natur hier wieder neu erwacht. Insbesondere die Grünanlagen sollen auf Vordermann gebracht werden“, wünscht sich Best.
„Wir informieren am Stand, was man im Garten machen kann, besonders für Bienen und andere Insekten, die ja überall deutlich abnehmen, etwas zu machen und die zu fördern. Wie man naturnahe Ecken anlegen kann mit heimischen Pflanzen, die auch wiederum Insekten, Vögel und Schmetterlinge anlocken.“
Ein außergewöhnliches Angebot war auch das Kinderschminken am NABU-Stand, mit Natur-Materialien, das heißt Blüten, Blättern und Pflanzenteilen.
Bienen begeistern
Grundschullehrerin Pia Burth von der Joseph Kehrein-Schule ist mit ihrer Bienen-AG beim Naturtag präsent.
Sie ist seit fünf Jahren selbst Imkerin. „Bienen sind Lebewesen, um die man sich kümmern muss. Es gibt das Problem der Varroamilbe seit einigen Jahrzehnten. Ohne den Imker können die Bienen nicht mehr überleben.“
Die Beschäftigung mit der Imkerei bringe die Kinder immer wieder zum Staunen und sei für alle faszinierend. Wenn sie davon erzähle, dass die Bienen alle zusammenarbeiteten, spüre sie bei den Kindern eine wahnsinnige Begeisterung.
„Die sind mucksmäuschenstill, hören zu.“ Sowas erlebe sie im regulären Unterricht nicht. Trotz des großen Aufwands mache auch ihr die Arbeitsgemeinschaft sehr viel Freude. Die große Aufmerksamkeit und das Interesse bestätige sie. „Ich sehe den Sinn des Ganzen dahinter.“
Samen teilen
Christine Czmok von der Gartenbörse findet es „schade, dass das Meer an Früchten so oft im Komposter oder im Abfalleimer“ lande.
„Die kann man doch teilen, teilen an Interessierte, die offen für naturbelassene Lebensmittel sind“, wirbt sie für die seit knapp einem Jahr bestehende Initiative.
Die 25 bis 40 Interessierten seien über Email und Telefon vernetzt und verteilten dadurch das, was gerade im eigenen Garten überschüssig sei. „Unser nächstes Treffen findet am 5. Mai am Quendelberg von 11 bis 13 Uhr statt“, lädt sie gemeinsam mit Sylvia Rohweder ein.
Wieland für Naturschutz
Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland zog schon ein vorzeitiges positives Resümee. „Es gibt zum einen sehr viel Ehrenamt in Montabaur, und wir wollen auch das Ehrenamt rund um den Naturschutz vorantreiben.“ Allen werde klar, dass Naturschutz immer wichtiger werde.
„Wir wollen in einer intakten Umwelt leben, und das kann man nicht nur über Gesetze machen. Da müssen die Leute auch überzeugt sein. Umso wichtiger ist es, wenn Vereine und solche Initiativen das vorantreiben.“
Bis Weißen Sonntag
Am darauffolgenden Palmsonntag fand die feierliche Eröffnung und Segnung des Osterbrunnens unter Anwesenheit der Stadtbürgermeisterin durch den katholischen Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier und den evangelischen Pfarrer Dekan Wolfgang Weik statt.
Der Eier-Schmuck am Brunnen wird stehenbleiben bis zum Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Osterbrunnen eingeweiht.
