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Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Grafschaft

Neue Strategien zur dauerhaften Bindung des Wehrnachwuchses finden

Neue Strategien zur dauerhaften
Bindung des Wehrnachwuchses finden

Beim Kameradschaftsabend erhielten Wolfgang Gäb (3.v.l.) und Hans-Willi Mertens (4.v.l.) das Silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen aus den Händen von (v.l.) Bürgermeister Achim Juchem, den stellvertretenden Wehrleitern Dieter Hilberath und Roman Kerzenbach sowie von Wehrleiter Achim Klein. Foto: JOST

01.10.2016 - 12:44

Lantershofen Wenn es in der Grafschaft in ein paar Jahren noch einmal zu einer ähnlichen Wetterkatastrophe wie am 4. Juni kommt, dann ist es alles andere als sicher, dass die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr die Sachlage so schnell und souverän wieder im Griff haben werden. Der demographische Wandel macht nämlich auch vor den Blauröcken nicht halt, wie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Rolf Genn, beim Kameradschaftsabend der Grafschafter Feuerwehr im Saal des Lantershofener Winzervereins deutlich machte.

Ein Drittel der heute Aktiven werde in zehn Jahren bereits feuerwehrmäßig im Ruhestand sein und der Nachwuchs lasse zahlenmäßig zu wünschen übrig. Es müssten neue Strategien gefunden werden, damit das überaus wichtige Ehrenamt im Feuerwehrwesen auf Dauer erhalten bleiben könne. Denn wenn sich einmal nicht mehr genügend Freiwillige in den Löschgruppen zusammentun, sind die Kommunen gezwungen, Berufsfeuerwehren aufzustellen, was die jeweiligen Haushalte mit Millionenbeträgen belaste.

Doch Genn hatte auch eine gute Nachricht im Gepäck, konnte er doch den beiden Kameraden Christian Fuchs und Johannes Jung die bronzene Ehrennadel des Landesfeuerwehrbandes Rheinland-Pfalz überreichen. Sie waren für ihr Engagement ausgezeichnet worden, für einen erkrankten Kameraden aus der Eckendorfer Löschgruppe eine Knochenmark-Typisierungsaktion im Ringener Bürgerhaus durchgeführt zu haben. Dabei sei nicht nur Knochenmarkspender gefunden worden, sondern auch viel für das positive Image der Feuerwehr getan worden.


1.900 Einsatzkräfte leisteten 35.000 Arbeitsstunden


Der Grafschafter Bürgermeister und oberste Feuerwehrmann Achim Juchem hatte seinerseits den Eindruck, dass es gefühlt immer mehr Einsätze für die Löschgruppen gebe. Dazu trügen nicht nur die Naturereignisse wie die Überflutungskatastrophe vom 4. Juni bei, sondern auch kriminelle Machenschaften wie die derzeitige Serie von Brandstiftungen an Strohballen. Da konnte er nur den Kopf schütteln: „Was denken sich diese Spinner eigentlich? Wenn sie Spaß am Feuer haben, dann sollen sie sich doch einen offenen Kamin kaufen.“ Um die Belastung der Wehrleute nicht noch weiter zu erhöhen, werde es in diesem Jahr keine Alarmübung mehr geben, versprach er.

Mit dem Unwetter vom 4. Juni beschäftigte sich auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler in seinem Grußwort. Er rechnete vor, dass damals 1.900 Einsatzkräfte rund 35.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet hätten. Dabei habe es insbesondere in Nierendorf eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft gegeben, wie man sie vorher noch nie gesehen habe. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Gerhard Oelsberg wusste seinerseits, dass es in diesem Jahr kreisweit schon mehr als 1.000 Einsätze gegeben habe - mit steigender Tendenz. Hinzu sei noch, wie in jedem Jahr, jede Menge an Übungen und Lehrgängen gekommen.

Wehrleiter Achim Klein konnte die Einschätzung nur bestätigen, dass es für seine Leute immer mehr Einsätze gebe. Bis zum Tag des Kameradschaftsabends waren die 212 aktiven Grafschafter Feuerwehrleute bereits zu 216 Einsätzen ausgerückt. Die meisten davon entfielen auf das Starkregenereignis im Juni, bei dem die Floriansjünger an insgesamt 130 Stellen im Einsatz waren. Erfreulich sei die jederzeitige Unterstützung vonseiten der Grafschafter Gemeindeverwaltung; allerdings merkte Klein an, dass die neuen Fahrzeuge für die Löschgruppen Eckendorf, Gelsdorf und Vettelhoven noch auf sich wartenlassen würden.

In diesem Jahr konnten die Grafschafter Wehren dem demografischen Wandel noch ein Schnippchen schlagen. Mit Dietmar Ulrich (Lantershofen) wurde nur ein Feuerwehrkamerad in den Altersruhestand verabschiedet, dafür aber zwölf Nachwuchskräfte in die aktive Wehr aufgenommen. Natürlich gab es im Rahmen des Kameradschaftsabends auch einige Ehrungen für verdiente Feuerwehrleute. So erhielten Wolfgang Gäb (Holzweiler) und Hans-Willi Mertens (Bengen) das silberne Feuerwehr-Ehrenabzeichen für 25-jährige Tätigkeit. Die einzige Ernennung betraf Marc Ziegenhals (Birresdorf), der künftig neuer Gerätewart Artenschutz ist.


Zahlreiche Neuverpflichtungen und Beförderungen


Nun standen zahlreiche Neuverpflichtungen und Beförderungen auf dem Programm. Aufgrund der neuen Beförderungsrichtlinien gibt es jetzt deutlich mehr Führungskräfte, außerdem hatten viele Kameraden ihre Ausbildung erfolgreich absolviert.

Als neue Feuerwehrleute verpflichtet: Christopher Reineri und Patrick Bröcker (beide Birresdorf), Alina Lus und Stefan Bahn (beide Eckendorf), Gerd Marschall (Karweiler), Christoph Weiler (Lantershofen), Sebastian Zilch (Leimersdorf), Christoph Eggerichs (Nierendorf), Michael Kastenholz (Ringen), Niklas Bauer, Michael Bennerscheid und Anna-Lena Schlich (alle Vettelhoven).

Zu Feuerwehrmann oder -frau befördert: Kenneth Friese, Klaus Schlug und Steffen Winandy (alle Birresdorf), Christian Fuchs, Steffen Heiler und Andreas Pfeffer (alle Eckendorf), Stefan Jöntgen, Julian Leeser und Robert Pollok (alle Gelsdorf), Patrick Heinzen und Stefan Schopp (beide Holzweiler), Simon Etten und Georg Jöntgen (beide Karweiler), Axel Hergarten (Lantershofen), Kevin Baltes und Sebastian Moog (beide Nierendorf), Felipe Maldonado und Nils Ramershoven (beide Ringen). Neue Oberfeuerwehrmänner: Matthias Grut (Bengen), Jan Hoffmann (Holzweiler), Andre Moog (Nierendorf) und Dennis Rink (Vettelhoven).

Zu Hauptfeuerwehrmann oder -frau befördert: Alexander Raditzky (Birresdorf), Maximilian Schäfer (Eckendorf), Stefan Demary (Gelsdorf), Thomas Bitzen, Thomas Breuer und Karl-Josef Jöntgen (alle Karweiler), Rainer Dünker, Matthias Schäfer und Kevin Ulrich (alle Lantershofen), Joachim Sontag und Norbert Weber (beide Leimersdorf), Christian Kniel und Stefan Saager (beide Nierendorf), Joachim Vogt (Ringen), Wolfgang Finette und Rebecca Rink (beide Vettelhoven). Löschmeister sind nun Marc Ziegenhals (Birresdorf), Guido Jöntgen und Christoph Prange (beide Gelsdorf), Horst Heinzen, Wolfgang Hoffmann und Alfred Schopp (alle Holzweiler), Franz-Josef Hammes und Florian Hecker (beide Karweiler), Werner Fabritius, Rainer Hergarten, Karlheinz Schweinheim und Robert Simons (alle Lantershofen), Sascha Becker, Markus Corzelius, Yvonne Assenmacher und Klaus Assenmacher (alle Nierendorf), Oliver Ahrend, Martin Krämer, Michael Larscheid und Thomas Ohlenhard (alle Ringen), Martin Raths und Tatjana Schlich (beide Vettelhoven). Oberlöschmeister ist jetzt Winfried Flohe (Lantershofen).

Brandmeister sind nun Michael Münch (Bengen), Patrick Bröcker (Birresdorf), Nicolai Bonnet (Gelsdorf), Martin Göddertz und Sebastian Röhn (beide Holzweiler), Gert Marschall (Karweiler), Christian Ohlenhard, Christopher Krause und Carsten Schmitt (alle Ringen). Schließlich wurde noch Walter Dombrowski (Gelsdorf) zum Oberbrandmeister und Roman Kernenbach (Gelsdorf) zum Hauptbrandmeister befördert.

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Kommentare
Uwe Klasen:
Angeblich werden in Deutschland 869 Millionen t/a CO² erzeugt, wovon die Atmung der 83 Millionen Einwohner bereits über 80 Prozent (747 t/a CO²) dieser Emissionen ausmacht! Um die selbstgesetzten Einsparungsziele umsetzen müsste das Land also Entvölkert werden, hierin ist die Fauna noch nicht eingerechnet!
Uwe Klasen:
Wenn die, bewusst geschürte, Klimahysterie eines geschafft hat, dann ist das die vollständige Destruktion der Lern- und Denkfähigkeit bei denen, die sich als Aktivisten bezeichnen oder deren Mitläufer sind. Sie sind nicht willens oder in der Lage, vermeintliche Studien, die jenseits des wissenschaftlich Diskutablen sind und nur zur Lenkung der auf diese Weise beeinflussten benötigt werden, zu hinterfragen!
K. Schmidt:
Und wieder eine Meldung zur AfD, mit Leserkommentaren zur AfD, bei der mir dutzende Beispiele der anderen Parteien einfallen die es keinen Deut anders, geschweige denn besser machen. Und das ist dann auch der Grund, wieso die AfD überhaupt noch gewählt wird. Ein Bollinger kann sich so doof anstellen und darstellen wie er will, solange genug andere Politiker schlicht nicht mehr gewählt und angesehen werden (können) weil sie sich auch nur doof anstellen und darstellen werden sie weiterhin zu viele Wähler zu Bollinger und Co. verjagen.
Karsten Kocher:
Den Worten im Leserkommentar von Frau Schulz ist zuzustimmen: Der Hang zur immer wiederkehrenden eitlen Selbstdarstellung bei Jan Bollinger ist an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten.
Uwe Klasen:
„Das Betreiben von Parteiausschlußverfahren …. Ein äußerst seltsames Demokratieverständnis“ --- So wie in der SPD gegen Herrn Sarrazin oder in der CDU gegen Frau Schirdewahn oder die Forderungen bei den Grünen bezüglich Herrn Palmer. Einem liberalen Demokraten wird dabei Angst und Bange!
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