Die Zukunft des Bürgervereins Sankt Joseph Scheuren ist vorerst gesichert
Neuer Vorstand um „Lala“ Braun gewählt
Unkel. Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung hatte der „Notvorstand“ des Sankt Joseph Bürgervereins Scheuren um die beiden Vorsitzenden, Uli Koch und Michael Braun, am Freitagabend in den Scheurener Hof eingeladen. Notwendig geworden war diese, weil es dem Verein auf der Jahreshauptversammlung im März nicht gelungen war, einen neuen Vorsitzenden zu wählen und demzufolge auch keinen Vorstand. Von daher hing schon das Damoklesschwert hinsichtlich einer drohenden Auflösung über dem Traditionsverein, falls sich auch dieses Mal niemand zur Wahl stellen sollte.
„Das war kein schöner Abend heute!“ hatte Uli Koch sechs Monate zuvor die Versammlung kommentiert, auf der er sich zusammen mit Michael Braun, Kassenwart Reinhard Wolf und Schriftführer Alfons Mußhoff, mit Kirchenfähnrich Manfred Mönch sowie den Beisitzern Sigrid Braun, Christoph Rechmann und Patrick Schröder bereit erklärt hatte, die Geschäfte als „Notvorstand“ maximal bis zur Jahreshauptversammlung am 22. März 2020 weiterzuführen. Falls bis dahin kein neuer Vorstand gewählt worden sein sollte, würde dem Verein die Auflösung drohen. Eine erste Chance, diese Gefahr abzuwenden, hatten die Mitglieder auf der Versammlung vorige Woche. Möglicherweise aus Angst „zwangsrekrutiert“ zu werden, waren die meisten gar nicht erst erschienen. Begrüßen konnte Uli Koch rund 30 Mitglieder, unter diesen namentlich Alt-Bürgermeister und Ex-VG-Chef Werner Zimmermann, Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und Ehrenmitglied Heribert Selzer. Nach seinem Bericht und dem des Kassenwarts sowie der Entlastung des Notvorstands, stellte Uli Koch die wesentlichen Punkte einer geplanten Satzungsänderung zur Diskussion. Abgesehen vor einer möglichen Beitragsbefreiung aufgrund einer finanziellen Notlage bestand diese vor allem in die Splittung des Vorstandes in ein geschäftsführendes und ein erweitertes Gremium. „Dem geschäftsführenden Vorstand gehören die beiden Vorsitzenden, die beiden Kassenwarte und die beiden Schriftführer an sowie ein Geschäftsführer, ein Posten, dessen Arbeit bislang der Vorsitzende geleistet hat. Dieser würde damit von vielen organisatorischen Aufgaben entbunden, die ja nicht jedem liegen“, führte Uli Koch aus. Dieser seiner Argumentation konnten sich alle Mitglieder anschließen, so dass diese Änderung unisono, die Beitragsbefreiung einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen wurde.
Dann oblag es dem ältesten anwesenden Mitglied, Robert Bieding, die Wahl des 1. Vorsitzenden zu leiten. Für dieses Amt schlug Uli Koch seinen bisherigen Stellvertreter Michael „Lala“ Braun vor, der einstimmig gewählt wurde. Auch hinsichtlich der übrigen Vorstandsposten bestens vorbereitet, wurden auf Vorschlag des langjährigen Vorsitzenden, der bisherige Schriftführer Alfons Mußhoff ebenfalls einstimmig zum 2. Vorsitzenden gewählt, während das neue Amt der Geschäftsführung Katja Lorenzini anvertraut wurde. Alter und neuer Kassenwart ist Reinhold Wolf, dem, in Abwesenheit, Lothar Winzen als Stellvertreter an die Seite gesteppt wurde. Ebenfalls verhindert waren Volker Thomalla und Markus Patterer, die aufgrund ihres schriftlichen Einverständnisses zum 1. und 2. Schriftführer gewählt wurden. In den erweiterten Vorstand wurden Gregor Dung als 1.Kirchenfähnrich sowie Thomas Leven als sein Stellvertreter und die Beisitzer, Marco Birkenbeil sowie Michael und Uli Koch gewählt.
Noch im März hatte dieser befürchtet, dass dem Verein das Aus drohen könnte, wenn es nicht möglich sein würde, einen Vorsitzenden zu finden. Dass dies dann nach dem wenig schönen Abend der Jahreshauptversammlung auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung doch gelungen war, hatte de Verein vor allem der Satzungsänderung zu verdanken. „Ohne die hätte ich mich nicht zur Wahl als Vorsitzender zu Verfügung gestellt. Ich bin schließlich Handwerker und habe weder ein Händchen fürs Repräsentieren oder für all den Schriftkram“, so Michael Braun. Vor allem seinen jüngeren Vorstandskollegen dankte er für das Engagement, in vorderster Front mitzuarbeiten. „Das entbindet jedoch die übrigen Mitglieder keinesfalls, den Vorstand zu unterstützen und in Teilbereichen mitzuarbeiten. Der Vorstand sind wir doch alle zusammen“, hob er hervor, um abschließend Uli Koch zu danken. Der habe jahrelang Vorstandsarbeit übernommen und sei sich nicht zu schade gewesen, nach dem unerwarteten Tod von Schröder im September 2015 erneut die Leitung des Vereins zu übernehmen, erinnerte, bevor er die außerordentliche Mitgliederversammlung aufhob.
DL
