Große Rheinbacher Karnevalsgesellschaft Narrenzunft von 1895 Prinzengarde Rheinbach
Neues Prinzenpaar übernahm das Zepter
Rheinbach. Rheinbach hat ab sofort neue Tollitäten: Prinz Dieter III. und Prinzessin Andrea II. (Schmidt) wurden in einer überaus stimmungsvollen Proklamationssitzung von Bürgermeister Stefan Raetz zum neuen Prinzenpaar der Kernstadt ausgerufen. Alle fünf Karnevalsvereine der Kernstadt sowie der „Landsturm“ unterstützen die beiden nach Kräften und sorgten schon am Proklamationsabend dafür, dass die „Lachende Stadthalle“ ihren Namen voll und ganz verdiente. Das noch immer frischgebackene Ehepaar hatte sich unmittelbar nach Aschermittwoch bei den fünf Kernstadt-Karnevalsvereinen um diese ehrenvolle Position beworben – und mit großer Begeisterung den Zuschlag bekommen.
Närrische Jubiläen
Schon lange habe der Wunsch, an der Spitze der Rheinbacher Narren zu stehen, im Innersten geschlummert. Doch da die kommende Session für das Prinzenpaar gleich mehrere närrische Jubiläen umfasst, hieß es: „Jetzt oder nie!“ Prinzessin Andrea II. lebt dann nämlich elf Jahre in Rheinbach, und Prinz Dieter III. feierte unmittelbar vor der Proklamation seinen 55. Geburtstag. Das Prinzenpaar will die Türen zum Rheinischen Brauchtum öffnen und alle Jecken zu einem ausgelassenen Karnevalsfest einladen. So lautet denn auch das Motto: „Immer ein bisschen jeck – Willkommen im Rheinbacher Karneval!“
Elf Paragrafen
Sein Chefadjutant Manfred Böttcher verlas anschließend die elf Paragrafen der frischgebackenen Tollitäten. So müssen sämtliche Ratsmitglieder zur Sanierung des städtischen Haushalts mindestens einmal bis zum Aschermittwoch Lotto spielen und sämtliche Gewinne daraus an die Stadtkasse abführen. Außerdem verdonnerte das Prinzenpaar den Rat dazu, in seiner ersten Sitzung 2015 samt und sonders in Karnevalskostümen zu erscheinen. Die fünf städtischen Karnevalsvereine sowie der Landsturm müssen eine gemeinsame Fußballmannschaft zusammenstellen, die beim Hallenturnier am 17. Januar 2015 gegen die Fusionsträger des FC Rheinbach antreten müssen, wobei der Erlös des Spiels der Jugendabteilung des FC zugute kommen soll. Von der Stadtverwaltung wünscht sich das Prinzenpaar bis Aschermittwoch die Monopoly-Ereigniskarte „Frei Parken“.
Großer Einmarsch
Zu Beginn der Proklamationssitzung waren sämtliche Karnevalsvereine der Kernstadt zu Ehren des Prinzenpaares auf der Bühne aufmarschiert. Dort führte Sitzungspräsident und Ehrenschultheis Reiner Fassbender durch das unterhaltsame Programm, das die Große Rheinbacher Karnevalsgesellschaft Narrenzunft von 1895 Prinzengarde Rheinbach (GroRheiKa) vorbereitet hatte. Natürlich zeigten dabei die Tanzgarden der GroRheiKa ihre neuesten Gardetänze, angeführt von der Vorsitzenden Astrid Fassbender. Auch die Rheinbacher Stadtsoldaten unter der Leitung von Kommandant Willi Hohn ließen sich nicht lumpen und sorgte für tolle Stimmung mit ihren Gardetänzen, sie hatten sogar das designierte Kinderprinzenpaar Bernhard I. (Bois) und Chantal I. (Kaczmarek) im Schlepptau. Einer der Höhepunkte des Programms war der Auftritt des „Fussisch Julchen“, alias Marita Köllner, mit ihren zahlreichen bekannten Karnevalshits, unter anderem: „Denn mir sin kölsche Mädcher“. Als neue, aufstrebende Band im rheinischen Karneval und Gewinner zahlreicher Preise stellte die Musikgruppe „Schäng“ anschließend ihr Talent unter Beweis, bevor die „Altreucher“ den Saal mit Kölschen Tönen, Reggae und Balladen zum Mitschunkeln animierte. Die beiden Rentner aus Leidenschaft „Ernst und Willi“ erzählten von ihren haarsträubenden Problemen und entpuppten sich als lustigstes Seniorenduo seit Inge Meisel und Jopi Heesters. Mit bekannten Liedern im Big Band Sound warteten die „Rheinland-Fanfaren“ aus Hersel auf, bevor zum krönenden Abschluss das beste und bekannteste Tanzkorps in Köln, „Ihre Tollität Luftflotte 1926“, mit ihrer akrobatischen Show für mehr Flugverkehr auf der Bühne sorgte als auf dem Köln-Bonner Flughafen. Nach dem Ende des offiziellen Programms ging es im Foyer der Stadthalle hoch her bei der Kanevalsparty zur Musik von „Siggi Sahne“.
„Sieht der Pajas nicht genau so aus wie Ehrenschultheiß Rainer Faßbender?“, scherzte Bürgermeister Stefan Raetz bei der Proklamationssitzung in der „Närrischen Stadthalle“. Der Pajas verwahrte sich gegen diesen Vergleich.
