Allgemeine Berichte | 26.10.2020

Naturschutzgarten Niederwerth

Neues Projekt

Ein ganzes Pfützensystem und einen großen Schlammtümpel für die selten gewordene Bekassine

Diese Bekassine, hier an einer Vogeltränke, war Anfang Oktober für eine Woche Gast im Naturschutzgarten in Niederwerth. Jetzt soll das Gelände für sie und andere Wattvögel weiter aufgewertet werden, zum Beispiel durch kleine und große Pfützen und einen extra Schlammtümpel. Foto: privat

Niederwerth. Die Bekassine ist eine kleine Schnepfenart. In ganz Rheinland-Pfalz gibt es nur noch ca. 20 Brutpaare. Auch deutschlandweit ist sie akut vom Aussterben bedroht.

Jetzt hatte ein einzelnes Tier eine Woche lang im Naturschutzgarten in Niederwerth Rast eingelegt. „Ganz offensichtlich hat es dieser grazilen Schönheit im Naturschutzgarten gefallen. Und das hat uns einen ordentlichen Energieschub gegeben, das Gelände für diese Kostbarkeit noch weiter aufzuwerten“ freut sich Stefan Krumme, Eigentümer des Naturschutzgartens.

Mit ihrem langen Schnabel und bis an den Bauch im flachen Wasser stehend, stochert sie bei ihrer Nahrungssuche unentwegt im Schlamm oder auch in lockerer Erde nach Regenwürmern, ihrer Hauptnahrung. „Unter der Trockenheit der vergangenen Jahre hat diese Art sehr zu leiden gehabt. Die zuvor aufgestellten Vogeltränken im Gelände hatte sie auch gleich angenommen und der Regen hatte ja glücklicherweise den Boden gut aufgeweicht und die Regenwürmer aus der Tiefe nach oben gelockt. Jetzt wollen wir ein ganzes System aus dauerhaften Pfützen unterschiedlicher Wassertiefe und einen offenen Schlammtümpel bauen, um der Bekassine bei ihrer möglichen Wiederkehr im Frühjahr ein noch besseres Quartier anzubieten. Vielleicht, das ist aber eine Vision, brütet sie auch irgendwann in unserem Naturgelände. Was wir jetzt brauchen, ist eine, wie auch immer geartete Unterstützung. Neuntöter, Eisvogel, Braunkehlchen, imposante Hirschkäfer, alles seltene Arten, die jetzt bei uns ein Refugium gefunden haben, nur alleine ist das bald nicht mehr zu schaffen. Naturschutz ist ja auch keine private Angelegenheit. Einst wuchsen hier Spargel und Kürbisse, jetzt haben wir an dieser Stelle natürlichen Lebensraum geschaffen und wollen das auch zukünftig weiter pflegen und erhalten. Und so viele seltene Arten sind ganz von alleine auf einmal wieder da. Bekassine, Schwalbenschwanz, Segelfalter, das Blaukehlchen, Zwergmäuse, das Mauswiesel, - das ist doch was“, so Stefan Krumme. „Das hat unsere Erwartungen weit übertroffen.“

Diese Bekassine, hier an einer Vogeltränke, war Anfang Oktober für eine Woche Gast im Naturschutzgarten in Niederwerth. Jetzt soll das Gelände für sie und andere Wattvögel weiter aufgewertet werden, zum Beispiel durch kleine und große Pfützen und einen extra Schlammtümpel. Foto: privat

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