Allgemeine Berichte | 26.04.2021

Naturschutzprojekt des Westerwaldkreises zum Fledermausschutz

Neues Zuhause für die Jäger der Nacht

Wer einen Flachkasten an seine Haus- bzw. Gebäudefassage anbringen möchte, kann sich Hilde Umlauf melden

Dipl. Biol. Philipp Schiefenhöven (v.li.n.re.), Hilde Umlauf und Peter Bill.Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

Montabaur. Im Rahmen einer Naturschutzaktion stellt die Untere Naturschutzbehörde des Westerwaldkreises 60 Fledermausflachkästen für interessierte Bürger zur Anbringung an ihren Gebäuden zur Verfügung. Bei der Aktion wird der Westerwaldkreis von der Will und Liselott Masgeik-Stiftung und dem Bildungswerk Hessische Wirtschaft e.V. in Montabaur unterstützt. Im Rahmen eines Praxisprojektes des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft e.V. in Montabaur, fertigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Lehrgänge für berufliche Rehabilitation – gefördert von der Deutschen Rentenversicherung und Berufsgenossenschaften durch die „Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben“ im SGB IX – mehrere Fledermauskästen. In diesen Kursen können sich Menschen mit Beeinträchtigung auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben erproben und ihre Integration zielführend beeinflussen Unter fachgerechter Anleitung des Lehrgangsverantwortlichen Peter Bill wurden die Fledermauskästen nach Vorgaben des NABU erstellt. Im Vordergrund stand die Langlebigkeit und tiergerechte Ausführung der Kästen. „Die Kästen sollen den geschützten Fledermäusen im Siedlungsraum Unterschlupf bieten. Dieser ist vielerorts rar geworden. Außerdem bieten die Fledermauskästen die Möglichkeit, die ansonsten eher verborgen lebenden Fledermäuse, aus unmittelbarer Nähe beobachten zu können. Hierbei muss darauf geachtet werden, die Tiere nicht zu beinträchtigen.“, so Dipl. Biologe Philipp Schiefenhövel von der Will und Liselott Masgeik-Stiftung in Molsberg. Von den 21 in Rheinland-Pfalz vorkommenden Fledermausarten leben die meisten Arten den Sommer über im Wald und angrenzenden Vorwaldbiotopen. Die zweitgrößte Gruppe verbringt den Sommer in unmittelbarer Nähe zu uns Menschen im Siedlungsraum. Hier suchen sie nach dem Winterschlaf Verstecke und Quartiere an und in Gebäuden auf. Zu den klassischen „Hausfledermäusen“ zählen Arten, wie das Große Mausohr, das Graue und das Braune Langohr sowie die häufigste heimische Fledermaus – die Zwergfledermaus. Die kleineren Arten suchen schmale Spaltenverstecke meist an Außenfassaden. Spalten hinter Holzvertäfelungen, unter Dachziegeln oder hinter Schlagläden sowie kleine Hohlräume in Dachüberständen oder Rollladenkästen werden am häufigsten von der Zwergfledermaus besiedelt.

Heimische Fledermausarten sind in ihren Beständen bedroht

Fast alle heimischen Fledermausarten sind in ihren Beständen bedroht. Neben der Futterverknappung durch den Rückgang der Insekten spielen Lebensraumzerstörungen und dessen Zerschneidungen sowie direkte Tötungen die wichtigsten Faktoren. Durch die moderne und energetische Bauweise fehlen besonders an Neubauten aber auch an sanierten Altbauten meist die für die Hausfledermäuse lebensnotwendigen Spalten und Verstecke. Dabei gibt es durchaus die Möglichkeit solche Verstecke zu erhalten oder sogar durch entsprechende Hohlblockbausteine bewusst in der Fassade und dem Mauerwerk zu integrieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, nachträglich Fledermauskästen an der Außenfassade anzubringen.

Kostenlose Flachkästen

Wer Interesse daran hat, bei der kreisweiten Aktion der Unteren Naturschutzbehörde mitzuwirken und einen kostenlosen Flachkasten an seiner Haus- bzw. Gebäudefassade anzubringen, meldet sich bitte bei Hilde Umlauf, Tel. (0 26 02) 124-213; hilde.umlauf@westerwaldkreis.de.

Fachliche Unterstützung zu der Aktion gibt der Naturschutzreferent Philipp Schiefenhövel von der Will und Liselott Masgeik-Stiftung, der eine Installationsanleitung für die Flachkästen erarbeitet hat und für weitere fachliche Fragen gerne auch per Mail an ps@masgeik-stiftung.de oder per Tel. (0 64 53) 13 68 zur Verfügung steht. Pressemitteilung der

Kreisverwaltung des

Westerwaldkreises

Dipl. Biol. Philipp Schiefenhöven (v.li.n.re.), Hilde Umlauf und Peter Bill. Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

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