Jubiläums-Frühjahrskonzert des Stadtorchesters Andernach
Nostalgie, große Emotionen und eine Beförderung
Andernach. Besser konnte der Auftakt zum 50. Jubiläumsjahr kaum sein. Draußen strahlendes Frühlingswetter, drinnen die Halle gefüllt mit gut aufgelegten Musikfreunden, für die die Frühjahrskonzerte des Stadtorchesters schon zu den festen Frühlingsritualen zählen. Dennoch war es dieses Mal ein denkwürdiger Abend, insbesondere für Stadtkapellmeister Bertram Kleis.
Helmut Jäger, der sich an diesem Abend eher als Chronist denn als Moderator verstand, versprach unter dem Titel „Forever young – Ewig jung“ ein Programm mit Musik, die „ewig jung“ sei und heute noch genauso frisch und spritzig klinge, wie zu Zeiten ihrer Entstehung. „Es sind gleichzeitig auch Werke, die einen Meilenstein in der jüngeren Entwicklungsgeschichte des Stadtorchesters darstellen“, verweist Jäger darauf, dass der Fokus des Konzerts auf den zweiten 25 Jahren liege, die untrennbar mit Stadtkapellmeister Bertram Kleis verbunden seien, der beim Frühlingskonzert 1993 sein Debüt gab. Dabei vergaß er jedoch nicht, die Männer der ersten Stunde zu nennen, allen voran Matthias Maus, Walter Steffens und Clemens Bläcker, die in der damaligen Formation „Musikfreunde Andernach“ mit 14 Männern im leicht gesetzten Alter das erste Konzert im Innenhof der Kirche St. Stephan gaben. Den Beginn der Erfolgsgeschichte haben schließlich Horst Nonn und seine Ehefrau Elisabeth mit dem ersten Frühlingskonzert 1984 eingeläutet.
Mehrere Generationen sorgen für harmonischen Klang
Heute sitzen rund 70 Musikerinnen und Musiker im Alter von 17 bis 84 Jahren auf der Bühne in der Mittelrheinhalle. Dass das generationsübergreifende Zusammenspiel so gut funktioniere, sei allen voran dem unermüdlichen Einsatz von Stadtkapellmeister Bertram Kleis zu verdanken, der in diesem Jahr sein 25. Jubiläum feiert. „Die Stadt Andernach ist stolz auf ihr Stadtorchester und dessen Kapellmeister“, betont Oberbürgermeister Achim Hütten. Als besondere Auszeichnung verlieh Hütten eine Urkunde, mit der er Kleis zum Musikdirektor befördert. Der Stadtkapellmeister war ebenso überrascht wie gerührt, sodass es ihm nur schwer gelang, seine Emotionen zu vergeben. Musikalisch begann die Reise mit „Armenian Dances“ von Alfred Reed, seit 45 Jahren ein Klassiker symphonischer Blasmusik. 2005 führte das Stadtorchester das Werk erstmals auf. Es folgten die Werke „Kennen Sie Strauß …?“ von Norbert Studnitzky und „Darum ist es am Rhein so schön“ in der Bearbeitung von Robert Kuckertz, dem ehemaligen Chef von Bertram Kleis.
Mit dem nächsten Stück „Slavonic Dances“ von Elliot del Borgo stellte sich das Stadtorchester bereits im Jahr 2003 in Neustadt/Weinstraße dem Urteil einen international besetzten Jury in der zweithöchsten Kategorie „Oberstufe“ vor und wurde mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ geehrt.
Auch Freunde der leichten Muse kamen auf ihre Kosten
„Tulpen aus Amsterdam“ von Koos Mark erinnern an das erste Festkonzert mit Gastdirigent, bei dem 2014 der Niederländer Ruud Welle sein Debüt gab. Die zweite Hälfte war dann vorwiegend der leichteren Musik gewidmet, wobei sich das Publikum insbesondere bei den Songs von den Beatles und dem Abba-Medley kaum zurückhalten konnte. Die Zuschauer klatschten im Takt und bewegten sich zu den bekannten Rhythmen. Die perfekten Darbietungen des Stadtorchesters wurden schließlich mit tosendem Applaus und stehenden Ovationen belohnt. Zugaben für die jubelnden Zuhörer sind bei Konzerten des Stadtorchesters schon obligatorisch.
Die Musiker wussten auch mit Soloeinlagen zu begeistern.
Zum 25-jährigen Jubiläum überreichten Oberbürgermeister Achim Hütten (rechts) und Bürgermeister Claus Peitz (links), Stadtkapellmeister Bertram Kleis eine Urkunde und beförderten ihn zum Musikdirektor.
Ein Dirigent aus und mit Leidenschaft: Bertram Kleis leitet den Klangkörper seit einem Vierteljahrhundert.
